ich stimme Deinen Worten, liebe Ivonne, über das Brückenbauen zu, denn
Gelingt es uns nicht, ein Hindernis zu überwinden, müssen wir einen gangbaren Weg dafür finden. Wir überlegen hin, wir überlegen her, des Rätsels Lösung ist oft schwer. Sehnsüchtig können wir ans andere Ufer schauen oder aber beginnen, eine Brücke zu bauen. Drum laden wir Euch herzlich ein, Weggefährten auf der Brücke zu sein.
Wie mit den Lebenszeiten, so ist es auch mit den Tagen: Keiner ist uns genug, keiner ist ganz schön, jeder hat seine Unvollkommenheit. Aber rechne sie zusammen, so kommt eine Summe Freude und Leben heraus.
Man wirft den Menschen immer vor, dass sie ihre Mängel nicht erkennen. Noch weniger aber kennen sie ihre Stärken. Sie sind wie das Erdreich. In vielen Grundstücken sind Schätze verborgen, aber der Besitzer weiß nichts von ihnen.
Ohne Kampf und Entbehrung ist kein Menschenleben, auch das glücklichste nicht. Gerade das wahre Glück baut sich jeder dadurch, dass er sich durch seine Gefühle unabhängig vom Schicksal macht.
Mit dem Glück muss man es machen wie mit der Gesundheit: Es genießen, wenn es günstig ist, Geduld haben, wenn es ungünstig ist, und zu gewaltsamen Mitteln nur im äußersten Notfall greifen.
Dein wahrer Freund ist nicht, wer dir den Spiegel hält der Schmeichelei, worin dein Bild dir selbst gefällt. Dein wahrer Freund ist, wer dich sehn lässt deine Flecken und sie dir tilgen hilft, eh' Feinde sie entdecken.
"Freund in der Not" will nicht viel heißen; hilfreich möchte sich mancher erweisen. Aber die neidlos dein Glück dir gönnen, die darfst du wahrlich Freunde nennen.
So mancher gibt recht pünktlich acht, wenn je ein andrer Fehler macht, und wäre er ein wenig klug, so fänd er an sich selbst genug. Die Torheit glaubt in ihrem Wahn: Dass man von ihr nichts wissen kann, und dass man schlechterdings vergisst, was an ihr Mangelhaftes ist; Sonst würden viele – sonst so fein, im Tadel – viel bescheidener sein.
Naturfreund ist derjenige, der sich mit allem, was in der Natur lebt, innerlich verbunden weiß, an dem Schicksal der Geschöpfe teilnimmt, ihnen, soviel er kann, aus Leid und Not hilft, und es nach Möglichkeit vermeidet, Leben zu schädigen oder zu vernichten.
Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
Wenn du dich selbst machst zum Knecht, bedauert dich niemand, geht´s dir schlecht; machst du dich aber selbst zum Herrn, die Leute sehn es auch nicht gern; und bleibst du endlich, wie du bist, so sagen sie, dass nichts an dir ist.