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 Alltagsgeschichten
Ivonne Offline




Beiträge: 1.331

10.09.2009 21:47
Nächstenliebe Zitat · antworten


Das geschenkte Lächeln

Justin ging an Mamas Hand durch die Stadt. In der anderen Hand hielt er ein Brötchen
und knabberte gelangweilt daran herum. Plötzlich sah er einen alten Mann an der
Wand des großen Einkaufszentrums sitzen. Vor dem Mann lag ein alter Hut mit einigen
Löchern und der Mann schaute ganz traurig.„Eine milde Gabe...eine milde Gabe...“, rief
der Mann jedes Mal wenn jemand an ihm vorbei ging. Aber niemand beachtete ihn.
„Was hat der Mann?“, fragte Justin seine Mama. „Weißt Du...“, antwortete sie ihm,
„Es gibt Menschen die sind ganz arm und haben kein Geld um sich etwas zu essen zu kaufen.
Manche finden keine Arbeit, andere sind vielleicht krank und können nicht mehr arbeiten.
Dann setzen sie sich auf die Straße und fragen andere Leute ob sie ihnen etwas abgeben.
Diese Menschen nennt man Bettler“. Justin schaute den Mann an. Er blickte immer noch traurig
umher. Eine alte Dame ging vorbei und warf ihm ein Euro-Stück in den Hut.
„Vielen Dank die Dame! Gott schütze sie!“ ,sagte der Mann und versuchte trotz seiner Traurigkeit
zu lächeln. Mama wollte weiter gehen, aber Justin riss sich von der Hand los und ging zu dem
Mann hin.
„Warum bist Du so traurig?“, fragte er ihn. Der Mann erklärte es Justin: „Ach weißt Du, ich habe meine
Arbeit verloren weil ich sehr, sehr krank bin. Nun kann ich kein Geld verdienen um mir etwas zum
Essen zu kaufen und habe schon seit Tagen nichts mehr gegessen.“ „Hmmm...“, Justin überlegte
kurz. „Weißt Du was. Ich bin noch zu klein und habe kein Geld was ich Dir in Deinen Hut werfen kann,
aber wenn Du willst, dann gebe ich Dir mein Brötchen ab.“
Justin hielt dem Mann sein Brötchen hin. „Das ist lieb von Dir", sagte der Mann, aber ich kann Dir
doch nicht Deine Sachen wegessen. „Ist schon o.k.“ lächelte Justin „ ich bin schon satt...also nimm,
ich teile gerne mit Dir“. Der Mann schenkte ihm ein Lächeln und sah Mama fragend an. Nehmen sie
ruhig, sagte Mama, „wenn mein Junge teilen will, dann ist das schon OK.“. Der Mann nahm das
Brötchen und streichelte Justin über den Kopf. Vielen Dank, Du bist ein guter Junge, deine Mama
kann stolz auf dich sein!
Als sie weiter gingen drehte sich Justin noch einmal um. Der Mann schaute jetzt nicht mehr traurig
sondern fing an ein fröhliches Lied zu singen. Ein Lied von einem kleinen Jungen, der das teilen
gelernt hatte. Dieser Gesang war so schön anzuhören, dass immer mehr Leute stehen blieben und
ihm zuhörten. Manche warfen dann auch ein paar Münzen in seinen Hut. „Du hast heute etwas
sehr Tolles gemacht“, sagte Mama „Du bist mein kleiner Held. Du hast dem Mann sein Lächeln
wiedergeschenkt und weil er wieder so fröhlich ist, hat er mit seinem Gesang Geld verdient und muß
nicht mehr hungern.
Aber Mama, das war doch nur ein Brötchen... Justin schaute sie ungläubig an.
„Nein Kleiner... Du hast etwas gemacht, was viele Große schon verlernt haben. Zuhören, Helfen und
mit Ärmeren teilen, dass nennt man Nächstenliebe.
Außerdem hast Du ihm gezeigt, dass er trotz seiner Krankheit etwas tun kann um andere
Menschen fröhlich zu machen. Du hörst doch wie schön er singt und siehst wie fröhlich
die Menschen gucken“.

- Verfasser unbekannt -



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