Liebe Freunde, ich bin zwar kein wilder Feger, aber ein echter Bodenpfleger.
Also wer bin ich?
Liebe Grüße Monika
Tierrätsel
Weltweit lebe ich im Acker-, Weide- und Gartenland, bei Bauern und Gärtnern hab ich keinen schlechten Stand. Sehr nützlich bin ich, werde keinen Schaden stiften, mittels Bakterien versuche ich die Erde zu entgiften.
Mir ist eine vordringliche Aufgabe zugemessen: Ich muss totes Material und abgestorbene Pflanzen beseitigen und fressen. Abgefallenes Laub und viel Erde schling ich in mich hinein, so richtig hungrig werde ich daher selten sein.
Durch mein Wirken wird der Boden kultiviert und der begehrte und fruchtbare Humus produziert. Die Pflanzen können diesen Stoff nun genießen, dadurch werden sie reifen und gedeihen und in die Höhe schießen.
Es macht mir großen Spaß und bereitet Vergnügen, unermüdlich den lehmigen Boden aufzulockern und umzupflügen. Die von mir aufgenommene Nahrung wird in Magen und Darm verdaut und dabei zersetzt und abgebaut.
Ich bin ein Wenigborster und komme nicht aus der Retorte, auf dem gesamten Erdball gibt es unendlich viele von meiner Sorte. Und auch ich muss nicht einfach vom Winde verwehen, denn aus mir wird wieder neues Leben entstehen.
Ich kann mich nicht vergleichen mit Wirbeltieren, hier werde ich nicht punkten, sondern nur verlieren. Aber ich bin ein einzigartiges Ding, ein muskulöses Etwas mit nicht nur einem Ring.
Man könnte mich Schleimer nennen, aber keinen zähen Brocken, denn lebensbedrohlich wäre es für mich, würde mein Körper strohtrocken. Für mich ist es dann ein heiterer Tag, wenn die Sonne sich versteckt und nicht scheinen mag.
Prasselt vom Himmel ein starker Regen, hab ich Lust, mich schnellstens nach oben zu bewegen. Ich kann gut kriechen und vor- und rückwärts gleiten, wenn sich meine Muskeln zusammenziehen und dann wieder weiten.
Nur Geschmacks- und Tastsinn sind mir zu eigen, kann weder Augen, Ohren noch Nase zeigen. Doch komme ich beim Schmecken und Riechen nicht außer Gefecht, denn meine Sinnesknospen im Mund sind tauglich und echt.
Ferner habe ich an den Körperenden Lichtsinneszellen, diese sind dazu da, mein dunkles Dasein aufzuhellen. Denn ich kann mich nicht an visuellen Eindrücken weiden, bin aber fähig, Hell und Dunkel zu unterscheiden.
Freilich ist es mir versagt, aus zwei Gucklöchern zu schauen, doch kann ich fressen, schlucken und phantastisch verdauen. Meine Organe kommen miteinander nicht ins Gedränge, denn sie sind sinnvoll angeordnet in meiner Körperlänge.
Ich bin mein eigener Herr und meine eigene Frau, mein Arbeitsmotto lautet stets: Marke Eigenbau! So bin ich mit mir zufrieden, vor allem, weil mein Mist ein ganz ausgezeichneter Nährboden für die Pflanzen ist.
Gehirn und Nervensystem sind mir lieb und teuer, übernehmen sie doch für mein Reiz-, Reaktionsschema stets das Steuer. So befinden sich in jedem meiner vielen Ringsegmente jeweils Nervenknoten und Nierenelemente.
Für Kiemen und Lungen ist meine Haut ein voller Ersatz, ich brauche für solche Organe keinen gesonderten Platz. In meinen Adern fließt sauerstoffreiches rotes Blut, sie befördern auch Nährstoffe und machen alles, was ein Kreislaufsystem so tut.
Unzählige Fressfeinde sind stets hinter mir her, doch ihnen zu widerstehen ist wirklich ganz schwer. In einer meiner Erdröhren kann ich mich gut verbergen, dies gilt jedoch kaum für Maulwurf und Wühlmaus, diese üblen Schergen.
Sollte ich überleben, werde ich bis weit in den bunten Herbst hinein unermüdlich als professioneller Bodenpfleger dann tätig sein. Im Winter heißt es für mich, ganz zu erstarren und bis zum Frühling auszuharren.
Dann ist mein Pensum wieder groß, denn die Pflanzen schreien: Wo bleibt denn nur der Humos bloß? Zwar bin ich nur ein winziges Rädchen im Getriebe, wer aber sollte meine Arbeit tun, wenn ich auf der Strecke bliebe?
Wer jetzt noch mein reiches komplexes Innenleben missachtet, der hat mich wahrscheinlich nur von außen betrachtet. Ich bin ja bescheiden, doch sollte man nicht übersehen: Ohne mein Zutun könnten die Pflanzen vielleicht sang- und klanglos untergehen.
So bin ich also keine Laune der Natur, sondern eine im Schöpfungsplan vorgesehene wichtige Kreatur. Die hohe Nützlichkeit von uns Tieren ist nicht von der Hand zu weisen, denn die Menschen müssten ohne unseren Beitrag eiweißarme und minderwertigere Nahrung verspeisen.
du hast wie immer ein wunderschönes Tierrätsel in Reimform erstellt, danke dafür und hier meine Lösung.
Der Wurm
Am Fuß von einem Aussichtsturm saß ganz erstarrt ein langer Wurm.
Doch plötzlich kommt die Sonn' herfür, erwärmt den Turm und auch das Tier.
Da fängt der Wurm an, sich zu regen, und Regenwurm heißt er deswegen.
(Heinz Erhardt)
... und weil's so schön ist noch ein Reim...
Unterm Rasen
Es laufen die Kinder und raufen und spielen, und unter ihnen im Erdreich wühlen die Würmer, die vielen.
Doch was sie da unten im Dunkeln, im Kühlen, die Würmer, die vielen, beim Wühlen fühlen - keine Sprache beschreibt es. Es ist ein Geheimnis und bleibt es.
(Josef Guggenmoos)
Auch die Angler freuen sich über diese Lebewesen... ... und die Fische erst...
ja, es ist der Wurm, der Regenwurm! Er mag keine Sonne und kein Licht, aber den Regen scheut er nicht. Mit Euren tollen Beiträgen habt ihr ihm ein Gesicht gegeben, mit Eurer Sympathie kann er nun noch besser leben!
Liebe Monika ! Da hast Du wieder ein sehr schönes Rätsel zusammen gereimt. Doch leider komme ich mit meiner Antwort etwas zu spät . Aber mir fiel sofort ein altes Kinderlied dazu wieder ein :
Hörst du die Regenwürmer husten, wenn sie durchs feuchte Erdreich zieh'n. Wie sie sich winden und dann verschwinden auf nimmer-nimmer- Wiederseh'n. Und wo sie waren, da ist ein Loch-Loch-Loch und wenn sie wieder kommen,ist es immer noch. Das war ein Bewegungs - Lied und hatte nur diese eine Strophe, aber man konnte statt "husten" andere Wörter einsetzen (z.B: lachen,kichern,prusten,schnaufen...). Das hat viel Spass gemacht und ich habe es noch oft mit meinen Kindern gesungen. Also DANKE für die schöne Erinnerung und liebe Grüße von Petra M.