Ihr Lieben, heute kommt wieder ein neues Rätsel für Euch. Bestimmt habt Ihr dieses Tierlein schon einmal gesehen und müsst dafür nicht in Bibliotheken gehen. Also: Wer bin ich?
Ich bin kein zwitschernder Vogel, sondern ein Säugetier und schlafe auf dem Dachboden vom alten Schulhaus hier. Wissenschaftler wollten über mich neuere Daten erlangen, zu Laborzwecken wurde ich für kurze Zeit eingefangen.
Eine Biologin war mit mir sehr vorsichtig und zart, denn ich gehöre heute zu einer besonders geschützten Art. Ich wurde festgehalten und gründlich untersucht, meine Messdaten hat man registriert und genau verbucht.
Rigoros hatte man mich früher abgeschlachtet und bedroht, die menschliche Rasse zeigte sich mir gegenüber brutal und verroht. Sie brachte mich in Zusammenhang mit Zauberei und Magie, die wirkliche Lebensweise aber erforschte sie nie.
Meine Finger sind von einer dehnbaren Flughaut umgeben, diese ermöglicht es mir, zu fliegen und zu schweben. Zwei Sinnesorgane können mich absolut betören: Ich kann feinfühlig tasten und ganz exakt hören.
Die taktile Wahrnehmungsfähigkeit entwickelte ich zur Perfektion, in Ansätzen findet man sie auch bei meinen Kindern schon. Meine Ohren brauche ich zur Orientierung im Raum, denn über ein ausreichendes Sehbild verfüge ich kaum.
Das Hörorgan ist wie ein Trichter geformt und auf bestimmte Frequenzen hin genormt. Ich kann nicht wie die hüpfenden Grillen zirpen, dafür verständige ich mich mit anderen durch ständiges „Tschirpen.“
Wird von mir ein Tschirp-Ton ins Umfeld ausgesendet, dieser als Widerhall in meinem Ohr schließlich endet Die Echolotung vermittelt mir eine genaue Übersicht, so erscheinen Beutetiere und Gegenstände im richtigen Licht.
Auch vor den Eigenschaften meiner Ohren möchte ich mich verneigen, denn sie können in verschiedene Richtungen zeigen. Werde ich das rechte Ohr verdrehen, bleibt das linke kerzengerade stehen.
Das Gehirn wird die vielen Töne dann ordnen und verwandeln, so dass es mir möglich ist, entsprechend zu handeln. Jetzt kann Käfer, Motten, Schmetterlinge und Fliegen ich gezielt und schnell zwischen meine spitzen Zähne kriegen.
Untertags hänge ich kopfüber von einem Balken herunter, bei Einbruch der Nacht werde ich rege, und meine Welt wird bunter. Ich empfinde es nicht als seltsam oder gar als einen Ulk, schließ ich mich mit meinesgleichen zusammen zu einem Pulk.
Es entsteht ein eigenartig anmutender unheimlicher Lärm, wenn ich mit meinen Gefährtinnen in die finstere Nacht ausschwärm. In unserer Welt ist es also dunkel und nicht hell, diesem Umstand angepasst ist auch mein graues unscheinbares Fell.
In einer Wochenstube bin ich zunächst blind geboren mit meinen großen und sehr auffälligen Ohren. Nach sechs Wochen bereits, es bedarf keiner Frage, war ich zur Übernahme von Eigenverantwortung schon in der Lage.
Ich und die Meinen sind äußerlich weder oval noch rund, man bringt uns in Verbindung mit einem bestimmten Hund. Doch verhalten wir uns wider Erwarten sehr sozial, meine Kinder und Gefährtinnen sind mir absolut nicht egal.
Ganz in der Nähe wildern auch schwarze Katzen, ich fürchte mich sehr vor den Krallen ihrer Tatzen. Doch ganz mulmig wird mir und fast zum Heulen, nähern sich Bussard, Habicht und Schleiereulen.
Im Winterschlaf hängen wir eng aneinandergeschmiegt, so haben wir schon immer Frost und klirrende Kälte besiegt. Freilich müssen wir uns im Herbst eine dicke Rundung anfressen, denn in den folgenden Monaten können wir Mahlzeiten völlig vergessen.
Ich verursache bei den Menschen meist kein Entzücken, bei meinem Anblick läuft vielen ein Schauer über den Rücken. Was man in meinen Kreisen selten und auch nur im Ausland tut: Einige Vampire unter uns lassen sich volllaufen mit frischem Blut!
Der Mensch sollte den Blick nicht auf mein Aussehen lenken, sondern an die Natur und meine Funktion bei der Schädlingsbekämpfung denken. Auch werden tausende von Stechmücken mit meiner Hilfe reduziert, wodurch sich die Stichzahl dieser Quälgeister ganz erheblich minimiert.
Von Johann Strauß wurde ein Werk mit meinem Namen komponiert, den Applaus hierfür hab ich mit Vergnügen kassiert. Ich könnte auch Kandidat in der Millionenshow werden, denn schließlich leb ich schon seit Urzeiten auf dieser Erden.
auch heute bin ich wieder tief beeindruckt von deinen dichterischen Fähigkeiten. Wunderbar hast du die FLEDERMAUS umschrieben, so dass ich sie direkt vor mir sehe. Wenn ich am Abend bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Balkon stehe, kann ich sie fast täglich am Wohnblock umherfliegen sehen. Sie stehen ja auch unter Naturschutz!
Vielen Dank für dein wunderschönes Fledermausgedicht, über welches sich bestimmt auch Johann Strauss (Sohn) so recht amüsieren würde.
Die Fledermaus
Da gibt es auch die Fledermaus, sie baut sich gar kein eignes Haus, sie sucht sich Höhlen zum Versteck, Man sieht sie kaum, ist immer weg. Hängt sich am Tag zum Schlafen an den Füßen auf. Vielleicht siehst du sie, hoch am Dachboden rauf und fliegen die Fledermäuse abends zum Fressen raus stoßen sie Ultraschallwellen aus. Die kommen wieder zu ihnen zurück und orten Insekten, mit viel Glück. Wenn die großen Fledermäuse fliegen kann ihre Flügelbreite schon bei 30 cm liegen. Doch die Kleinen, sie hängen auch an den Beinen werden nur halb so breit, sie fliegen schon zur Schummerzeit. Weil Fledermäuse oft leben in altem Gemäuer sind sie für uns gruselig – nicht ganz geheuer.
da kann ich mich Rolands Worten nur anschließen toll hast Du das wieder gereimt und die FLEDERMAUS für uns so wunderbar anschaulich beschrieben. Vielen Dank dafür.
Liebe Grüsse an Dich und Brigitte Ivonne (Die Sterne sind noch da)
Ja, Ihr Lieben, ich bin die Fledermaus, Ihr kennt Euch alle gut in der Tierwelt aus. Monika hat meine Lebensweise geschildert, und Ihr habt mich wunderbar gezeichnet und bebildert. Nun such ich mir wieder Insekten zum Schmaus, es dankt und grüßt Euch