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 Alltagsgeschichten
Herbstbube2 Offline




Beiträge: 1.030

19.07.2010 13:54
Der Wettstreit der Lügenmärchen Zitat · antworten

Der Wettstreit der Lügenmärchen

Es war einmal eine Stadt. Der Herrscher dieser Stadt war es gewöhnt, dass alle seine Wünsche erfüllt wurden.
Der Fürst hatte Geschmack gefunden an allerlei lustigen Geschichten. Er liess sie sich von seinen Untertanen vortragen, bis es keine mehr gab, die er noch nicht gehört.

Da ihm sein Leben nun langweilig wurde, befahl er seinen Hofbeamten, den Gong schlagen und im ganzen Land verkünden zu lassen, wer ein Lügenmärchen kenne, der möge kommen und es erzählen. Wenn er und seine vier Minister die Geschichte als Lügenmärchen anerkennen würden, werde der Erzähler einen Goldklumpen zum Lohn erhalten, so gross wie eine Melone, und sein Töchterchen dazu!

Die Nachricht verbreitete sich unter der Bevölkerung wie ein Lauffeuer. Da kamen viele, um dem Fürsten ihre Geschichte zu erzählen. Alte und Junge, auch manch Knabe war darunter, traten in einen Wettstreit der Lügenmärchen.

Aber es zeigte sich, dass die Schiedsrichter jede einzelne Geschichte zurückwiesen, indem sie behaupteten, was da erzählt worden, sei die reinste Wahrheit gewesen und nichts als die Wahrheit. Die Erzähler fanden keine Anerkennung und wurden mit leeren Händen nach Hause geschickt.
Was sie nicht wissen konnten, hatte die folgende Bewandtnis: Der Fürst hatte seinen vier Beamten nämlich eingeschärft, wenn sie eine der Geschichten tatsächlich zum Lügenmärchen erklären würden, werde er ihnen den Hals abschneiden lassen. Darum also deuteten die Schiedsrichter jede einzelne der vorgetragenen Geschichten als Wahrheit, wie krumm und gelogen sie auch war, und so kam es, dass niemand die versprochene Belohnung erhielt.

Nun muss gesprochen werden von einem bitterarmen Waisenknaben, der hatte sich als Bauernknecht verdingt und arbeitete auf dem Acker. Er war damit beschäftigt, Reissetzlinge in den feuchten Lehm des Feldes zu pflanzen. Da kam ein Mann des Weges. Er liess den Kopf hängen, und das tat dem Knaben Leid. Er fragte:
„Wo kommst du her, Oheim, so traurig und bedrückt, erzähl’ es mir!”

Der Mann antwortete:
„Ich war bei unserem Fürsten in der Stadt und habe ihm ein Lügenmärchen erzählt, aber er hat nur abgewinkt, meine Geschichte sei wahr, und hat mich ohne Dank fortgeschickt. Da soll ich nicht traurig sein?”

„Oheim, so erzähl’ mir deine Geschichte, das wird dir helfen, deinen Kummer zu vergessen.”

Der Mann seufzte schwer und erzählte dem Waisenknaben sein Lügenmärchen. Als er fertig war, setzte er seinen Weg fort.
Der Knabe erkundigte sich an den folgenden Tagen noch bei vielen anderen, die in der Stadt ihr Glück versucht. Allmählich dämmerte ihm die verborgene Ursache. Er fasste den Entschluss, in die Stadt zu gehen und selbst sein Glück auf die Probe zu stellen.

Als er sein Feld fertig bestellt hatte, bat er einen alten Mann, ihn in die Stadt zu begleiten, denn er wolle dem Fürsten eine Geschichte erzählen. Der Greis war von dem Vorschlag des Knaben wenig begeistert, aber am Ende vermochte er es nicht mehr, dem Kleinen seine Bitte abzuschlagen. Er nahm ihn also an der Hand und geleitete ihn zur Stadt.

Bei ihrer Ankunft wimmelte der ganze Palastbezirk von Menschen. Der alte Mann mit dem Knaben bahnte sich seinen Weg zum Thronsaal. Sie warfen sich vor dem Herrscher zu Boden und gaben ihm Auskunft. Der Knabe sei gekommen, ihm ein Lügenmärchen zu erzählen. Der Fürst stimmte zu und sprach:
„Los! Schon seit langem verlangt uns danach, eine Geschichte zu hören, die aus nichts anderem besteht als aus Lug und Trug. Bisher hatten wir damit kein Glück. Los, du kleiner Prahlhans, erzähl!”

Der Knabe nahm Platz, wo es sich ziemte, und ergriff das Wort:
„In uralten Zeiten, hunderttausendmal lang ist’s her, wie lange genau, das weiss ich nicht zu sagen, ich hab’ es vergessen! Erinnern kann ich mich nicht, denn damals war ich noch nicht geboren. Aber seinerzeit gab es einen anderen Jungen, und er war ein Büffelhirt, ein Knecht wie ich auf den Reisfeldern der Bauern. Dieser andere Knabe hatte erfahren, dass der damalige Herr der Stadt ein Gebot erlassen habe, man möge kommen, um ihm die gröbsten Lügen als Wirklichkeit aufzutischen.

Der Knabe machte sich also auf den Weg. Der Weg war weit, und der Knabe wurde müde. Er ruhte sich im Schatten eines grossen Baumes aus. Während er dort sass, gewahrte er eine Herde Elefanten, fünf stattliche Tiere, die im nahen Teich ihr Bad nahmen. Da kam ihm der Gedanke, diese fünf Elefanten einzufangen, um mit ihnen seine Reise fortzusetzen. Auf dem Elefanten zu reiten, das wäre gewiss weniger anstrengend als zu Fuss zu wandern. Gedacht und getan!
Der Knabe schritt zum Ufer hinab. Als die Elefanten seiner gewahr wurden, war ihnen sofort klar, dass sie eingefangen werden sollten. Sie brachen seitlich aus, erklommen das Ufer und brachten sich im Dschungel in Sicherheit.

Der Knabe folgte ihrer Fährte. Sie flohen ins Gebirge und erstiegen dort einen Felsen, der Knabe ihnen dicht auf den Fersen. Als sie keinen Ausweg erspähen konnten, kletterten sie auf einen Baum. Aber auch hier folgte der Knabe ihnen nach, und so blieb ihnen nichts mehr übrig, als von ihrem Baume in einem gewaltigen Satz in den nahen Fluss zu hüpfen.

Der Knabe sprang ihnen nach, da schwammen die Elefanten ins Meer hinaus, aber auch jetzt gab der Knabe nicht auf. Da kam eine Dschunke herbeigesegelt. In ihrer Angst, geangelt und an Bord gehievt zu werden, verbargen die Elefanten sich drei Tage und Nächte lang ohne aufzutauchen schwimmend unter dem Bauch des Schiffes. Der Knabe tat es ihnen gleich. Die Elefanten versuchten, unter Wasser ans Ufer zu kommen, sie erklommen den Strand, mussten aber ihrem Verfolger weichen und suchten abermals ihr Heil in der Flucht aufs Meer. Von dort erhoben sie sich in die Luft und flogen auf den Wolken dahin, viele Jahrzehnte lang, immer auf der Flucht, immer in Angst eingefangen zu werden.”

Der Knabe schwieg. Seine Zuhörer wollten’s nicht leiden, ungeduldig verlangten sie nach der Fortsetzung, und der Fürst schloss sich ihrem Wunsche an. Er fragte:
„Deine Elefanten sind auf dem Lande gejagt worden, sie wurden auf dem Meer verfolgt und schliesslich viele Jahre lang durch die Wolken gescheucht. Ich frage mich, was haben sie denn in der ganzen Zeit gefressen?”

Lächelnd gab der Knabe zur Antwort:

„Auch ich, der Erzähler, bin darüber verwundert. Denn ich weiss nicht, kann denn diese ganze Geschichte wahr sein oder ist sie erlogen?
Die Elefanten haben ihren Verfolger gesehen und sind ihm jahrelang ausgewichen. Angefangen hat ihre Flucht, als er noch ein Kind war. Auf seiner Reise ist er zum Jüngling geworden, zum Manne, zum Greise, der allein nicht mehr laufen konnte. Da ist er auf allen Vieren weitergekrochen, und als er auch nicht mehr kriechen konnte, hat er seine Kinder und Enkel gerufen, um ihn der Länge nach an eine Tragestange zu binden, damit ihn die Elefanten weitertragen konnten.

Die Elefanten allerdings waren inzwischen auch müde geworden, auch sie waren im Alter ergraut, und schmerzgebeugt schleppten sie sich voran. Aber sie hatten ebenfalls Kinder und Enkel, und zwar so viele, dass Wald und Dschungel davon wimmelten. Wohin die fünf Urelefanten jetzt noch fliehen sollten, das wussten sie nicht. Da gab es keinen Weg mehr und keinen Steg. Zum Schluss flüchteten sie sich alle in eine Blätterhütte. Der Knabe war ihnen unermüdlich gefolgt. Als sie ihm nun in jener Hütte in die Falle gegangen, scheuchte er sie in einen Wasserkessel, der dort stand.

Nun war ihnen jede Flucht verstellt. Wenn sie jetzt noch entkommen wollten, mussten sie durch die Tülle entweichen. Diese Tülle war ziemlich eng, und alles drängelte sich fortzukommen. Da knotete der Knabe ihre Schwänze zusammen, und so mussten sie sich in ihr Schicksal ergeben. Er legte ihnen Halfter um und ritt mit ihnen zur Stadt.

Unterwegs begegnete er vier Hofbeamten, die ihm seine Elefanten abkaufen wollten. Er verkaufte ihnen und dem Herrn der Stadt seine fünf Elefanten zum Stückpreis von 20.000 Silberlingen. Sie verabredeten, dass der Gegenwert eines ferneren Tages in der Zukunft beglichen werden sollte.
Inzwischen sind viele Tage, viele Zeiten vorübergezogen. Aus dem Knaben von damals ist dieser Greis hier geworden, der mich hergeführt. Er kann’s bezeugen. Ich bin sein Nachfolger geworden. Ich bin gekommen, um heute die alte Schuld einzutreiben. Denn aus den Hofbeamten von damals seid jetzt ihr, ihr vier Preisrichter geworden, und der Herr der Stadt bist nun du, oh du mein hochverehrter Fürst!

Meine Geschichte ist hier zu Ende. Jetzt seid ihr Schiedsrichter an der Reihe mit eurem Urteilsspruch. Wenn meine Geschichte wahr ist, so zahlt mir den vereinbarten Lohn! Ist sie aber gelogen, nun gut, dann, oh du mein Fürst, gib mir den versprochenen Kürbis aus Gold und dein liebreizendes Töchterchen dazu!”


(übersetzt von Dr. Christian Velder)

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