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Frannys Hanne Haller Fan-Forum

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Dieses Thema hat 290 Antworten
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Elli Offline

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Beiträge: 600

24.08.2010 07:56
#21 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 24.08.2010 - Nicht ohne meinen Willen

Neulich las ich einen Bibeltext, der von einem Menschen erzählt, der 38 Jahre krank in einem Heilbad lag. Vergeblich, denn er fand keine Heilung. Jesus besucht diesen Menschen.

Sehr eigenartig, ja unbeholfen wirkt die Frage, mit der Jesus das Gespräch beginnt: "Willst du gesund werden?" Was für eine Frage!? Für nichts anderes liegt der gute Mann seit Jahrzehnten hier! Doch je länger ich darüber nachdenke, empfinde ich die Frage alles andere als fehl am Platz. Ich erlebe es ja auch: Oft bin ich mir gar nicht im Klaren, was ich will, wenn ich Gott um Hilfe bitte. Wie Gott mir helfen soll und welche Konsequenz das hätte.

Bei manchen Begegnungen mit Menschen merke ich im Verlauf des Gespräches, dass mein Gegenüber gar keine Lösung für ein Problem sucht, sondern vielmehr jemanden, der einfach zuhört und mitträgt, einen Verbündeten. Das ist in Ordnung! Selbst dann, wenn ich eine Lösung des Problems wüsste.

Noch etwas fasziniert mich an der Frage Jesu: Da lebt ein Mensch 38 Jahre vollständig auf fremde Hilfe und guten Willen angewiesen. Muss es nehmen, wie es kommt, dankbar sein für jeden kleinen Liebesdienst. Vielleicht ist er abgestumpft und hat sich irgendwie arrangiert. Seinen Willen aufgegeben. Und dann diese Frage: "Willst du ... ?" Plötzlich ist dieser Mann kein Patient, keine Niere oder Leber, kein Fall, sondern ein Mensch mit Wünschen und Sehnsüchten, die er haben darf. Er wird eingeladen, seinen Willen wieder zu entdecken und auszudrücken.

Ich glaube, die Frage Jesu ist auch heute genauso aktuell. "Willst Du?" oder "Was willst Du?" Gott macht uns Mut, darüber nachzudenken, was wir wirklich wollen. Und das dürfen wir ihm getrost sagen. Er ist ein guter Zuhörer, ob wir nun eine Lösung suchen, einen Verbündeten oder das noch gar nicht so genau wissen.




Pfarrer Michael Schubach

Liebe Grüsse
Elli
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Monika Offline



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24.08.2010 23:40
#22 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Liebe Elli,

vielen Dank für Deine Beiträge, die mich zum Nachdenken anregen. Zu den Worten für den Tag vom 24.08. möchte ich folgende Gedanken anmerken:

Die Frage von Jesus "Willst Du gesund werden" mutet mich zunächst paradox an! Aber ich glaube nicht, dass Jesus Zweifel daran hatte, dass der Kranke nicht gesund werden wollte. Vielmehr handelt es sich hierbei wohl um den Aspekt der Selbstbestimmung und Mündigkeit. Der eigene Wille des Menschen war für Jesus wichtig. Für ihn war auch ein chronisch Kranker ein vollwertiger Mensch, der seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse äußern kann und soll. Damals und auch heute wurden und werden Langzeitkranke nicht selten verwaltet und entmündigt, ja, ihres Personseins beraubt. Oft werden sie auf ihr krankes Organ und ihr Leiden reduziert. Vom kranken Menschen wird Wohlverhalten und Dankbarkeit erwartet, seine Willensäußerungen werden allzuleicht überhört oder missachtet.
Jesus aber verleiht ihm Ansehen und Würde. Er identifiziert sich mit den Leidenden!
Herzlichen Dank, liebe Elli!

Mit lieben Grüßen an Dich und alle Fans

Monika

Elli Offline

Administrator


Beiträge: 600

25.08.2010 08:03
#23 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 25.08.2010 - Unverbesserlich

Heute wäre Erich Honecker 98 Jahre alt geworden. Eine Randnotiz der Geschichte? Für viele war Honecker der Schuldige für Repressionen, Haft, Abschiebung oder einfach nur Eingesperrtsein in einem kleinen Land namens DDR.

Für mich ist Erich Honecker auch das traurige Beispiel einer Biographie, wie ein Mensch verknöchern kann in seinem Denken, unfähig sich auf Veränderungen einzulassen. Neulich sah ich einen Fernsehbeitrag über seine noch lebende Frau Margot Honecker in Chile, die an diesem Lebensprinzip bis heute fest hält. Das nimmt dann so groteske Züge an wie das Schmücken der Wohnung mit DDR-Flaggen und anderem Zubehör des real-existierenden Sozialismus. Fast kann einen da schon Mitleid erfassen. Denn wenn sich Menschen wie Honeckers im hohen Alter eingestehen würden, dass ihr ganzes Leben in die falsche Richtung lief, dass das alles nutzlos oder gar schädlich gewesen sein soll, dann ist das doch unerträglich. Da scheint es doch leichter zu sein, am zurück gelegten Weg fest zu halten und alle anderen Wege als falsch zu brandmarken. Auch wenn man dabei einsam wird. Um so mit seiner Biographie umzugehen, muss man nicht Staatsratsvorsitzender gewesen sein.

Viele Menschen malen sich ein Bild ihres Lebens, um möglichst gut damit zurecht zu kommen. Ganz gleich, ob dieses Bild einem objektiven Test stand halten würde. Sich einzugestehen: Ich habe mein Leben in die falsche Richtung gelebt, habe gekämpft und doch verloren, bin vielleicht sogar über Leichen gegangen, habe verbohrt für eine Wahrheit gekämpft, die als Lüge entlarvt wurde, das ist schwer. Wie ich gelebt habe, gehört doch zu mir. Das ist doch mein Leben.

Gott schenkt mir eine Möglichkeit, das Leben neu zu beginnen. Ganz gleich wie alt ich bin. Und zwar ohne, dass ich meine Vergangenheit beschönigen oder verdrängen muss. Das "Zauberwort" heißt Vergebung. Gott schenkt mir, dass ich mich mit meiner Lebensgeschichte versöhnen kann, wie auch mit den Menschen, die zu dieser Geschichte gehören. Gott lässt mich Frieden finden mit ihm, mir selbst und meinen Mitmenschen. Mit ihm kann ich mein Leben anschauen, wie es ist.




Pfarrer Michael Schubach

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Elli
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Elli Offline

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26.08.2010 09:25
#24 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 26.07.2010 - Mit Abstand betrachtet

Jener Tag im Spätsommer 1978 ist mir noch gut in Erinnerung. Als Schulklasse säumten wir mit unzähligen anderen Menschen die breite Straße meiner Heimatstadt, um das große Ereignis zu bejubeln. Ich durfte nicht in die erste Reihe, denn als "Nichtpionier" trug ich keine normgerechte Kleidung. Aber ich war dabei. Wir standen Spalier und warteten eine gefühlte Ewigkeit auf die Ankunft der "Helden des Sozialismus". Endlich war es so weit. Ich erinnere mich an ein Autokorso und die große offene Limousine, in der sie standen und winkten: Sigmund Jähn und Valery Bykowski. Fleißig wurden Fähnchen geschwenkt und lauthals gejubelt.

Auch wenn mir solche inszenierten Jubelveranstaltungen suspekt waren, hat mich das Gefühl berührt, bei etwas ganz Großem dabei zu sein.
Heute, in Fernseh- oder Zeitschrifteninterviews ohne Propaganda begegnet mir ein angenehm bodenständiger Sigmund Jähn. Beeindruckt hat mich ein Gedanke eines solchen Interviews, den andere Raumfahrer ähnlich beschreiben: Der Blick auf den blauen Planeten habe ihn unglaublich fasziniert und zugleich die Sicht für diese Erde verändert. Aus dieser Perspektive werden Grenzen und Feindbilder irrelevant, das Klein-Klein der irdischen Realitäten erscheint bedeutungslos.

Der Abstand zur alltäglichen Betrachtungsweise hilft also, die Dinge in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Das gilt nicht nur für Raumfahrer. "Man denkt anders, wenn man woanders denkt." – habe ich mal gelesen. "Man betet anders, wenn man woanders betet. Man sieht die Dinge anders aus einer anderen Perspektive." Diese Wahrheit nutze ich gern in seelsorgerlichen Gesprächen. Wenn ich eine einseitige Sicht wahrnehme. Das Ganze einmal mit anderen Augen sehen und mit etwas Abstand, das ist oft schon der erste Schritt zur Lösung.

Über Jesus lesen wir, dass er immer wieder Abstand in der Einsamkeit suchte, um den Blick frei zu bekommen im Gespräch mit seinem Vater im Himmel. Abstand von den irdischen Erwartungen gewinnen und eine Perspektive für die Herausforderungen des Alltags.

Ich wünsche Ihnen solche Momente eines Sichtwechsels. Augenblicke in der Gegenwart Gottes, die die Welt in einem neuen Licht erscheinen lassen. Vielleicht sogar Ihren kleinkarierten Chef, den sie am liebsten auf den Mond schießen würden.


Pfarrer Michael Schubach

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Elli
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Elli Offline

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27.08.2010 09:03
#25 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 27.08.2010 - Nichts im Ganzen

"Du bist ein Nichts im Ganzen, wenn Du ihm nicht dienst." Wie aus einer fremden Welt wirkt diese Inschrift an der Rückseite unseres Rathauses in Freiberg. "Du bist ein Nichts im Ganzen, wenn Du ihm nicht dienst." Die Realität sieht doch anders aus: Jeder ist sich selbst der Nächste. – Oder? Außerdem möchte ich kein Zahnrädchen im Getriebe sein, das nur funktioniert. Im Getriebe zwar unverzichtbar, aber für sich allein ohne Bedeutung.

Ich wünsche mir Bedeutung über meinen Nutzwert hinaus! Wie oft werde ich auf meinen Nutzen reduziert! Aber was verleiht mir Bedeutung? Was verhindert, dass ich zum "Nichts im Ganzen" verkümmere?

Ich muss an eine Begebenheit in unserer Gemeinde denken. Wir haben einen Kurs angeboten, wo man herausfinden kann, welche Begabungen in einem stecken. Wofür einem das Herz schlägt und welche Persönlichkeitsstruktur einen prägt. Es war erstaunlich, welche Entdeckungen die Teilnehmer da gemacht haben. Mit wieviel Begeisterung sie gemeinsam mit anderen festgestellt haben, welches Potential in ihnen steckt. Dann haben wir einmal gedanklich durchgespielt, was man mit diesem Gabenprofil alles machen könnte. Dabei sind richtige Schätze gehoben worden. Es ging nicht darum, etwas für andere tun zu müssen, sondern darum, dass ich mit Begeisterung etwas tun kann, was anderen zu Gute kommt.

Niemand wird eine Persönlichkeit durch sein Tun. Wenn ich aber entdecke, wie reich beschenkt ich bin, dann finde ich Erfüllung, wenn das meinen Mitmenschen zu Gute kommt. So hat Gott sich menschliches Miteinander vorgestellt. Dass wir einander das Leben leicht machen mit dem, was uns zur Verfügung steht. Das macht einen selbst übrigens nicht ärmer, sondern reicher.

Mich beeindrucken prominente Persönlichkeiten, die Ihre Bekanntheit und ihr Vermögen für ein soziales Projekt nutzen. Ihr Kalender ist sicher voll, und mit ihrem Einkommen sind auch die eigenen Ansprüche gewachsen. Aber sie haben ein Gespür dafür entwickelt, dass Geld und Ansehen allein nicht glücklich machen. Sie finden Erfüllung darin, anderen Gutes zu tun. Dazu muss man nicht prominent sein. Jeder von uns ist ein einmaliger Schatz. Am schönsten ist es, wenn andere ihn entdecken.


Pfarrer Michael Schubach

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Elli
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Ivonne Offline




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28.08.2010 08:35
#26 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Sonnabend, 28.08.2010 - Angefressen

"Komm mal schnell", ruft mich meine Frau aus dem Büro ins Wohnzimmer.
"Mit Deinen Fischen stimmt was nicht!" Ein Blick ins Aquarium verrät den Grund Ihrer Sorge.
Aus meiner Gruppe stattlicher Regenbogenfische hat offenbar einer einen "Herzkasper" bekommen.
Jedenfalls liegt er heftig atmend und eigenartig zappelnd rücklings auf dem Kiesboden.
Doch das ist nicht alles. Die bislang friedlich beisammen lebenden Artgenossen
machen sich über den Fisch her und fressen ihn bei lebendigem Leibe an.
Ich betrachte das grausige Treiben kurz und beschließe, den Delinquenten herauszunehmen
und seine Qual zu beenden. Gesagt - getan.

Ich weiß, meine Fische haben sich durchaus normal verhalten, aber ich habe noch lange darüber nachgedacht.
Mich beschäftigt das Prinzip: Der Stärkere frisst den Schwächeren auf. Natürliche Auslese.
Brutal aber effektiv. Wenn die Welt nach gefühllosen Naturgesetzen funktioniert, dann ist das Leben eben so.
Dann bin ich als Mensch glücklicherweise ziemlich am oberen Ende der Nahrungskette.
Aber das könnte sich ja auch ändern. Wie oft erlebe ich meine Welt genauso wie bei den Fischen.

Zum Glück bin ich als Mensch, als Geschöpf Gottes, nicht einfach programmiert und folge zwangsläufigen Reflexen.
Ich bin von Gott gewollt und geliebt und kann wollen und lieben!
Das Verhalten meiner Fische kann nicht Maßstab für mein Verhalten sein.
Ich bin Person, die fühlt und mitfühlt. Bin verantwortlich für mein Tun.
Ich kann mein Leben gestalten. Kann entscheiden, ob ich es nach den Gesetzen von
Fressen und Gefressen werden gestalte, oder ob ich mich mitmenschlich und mitfühlend verhalte.
Diese Entscheidung treffe ich tagtäglich. Auf der Arbeit, bei Begegnungen in der Einkaufspassage,
in meiner Familie, oder wo auch immer. Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute statt "angefressen" gesegnet durch den Tag kommen.
Beschenkt durch Begegnungen mit mitfühlenden und verantwortungsbewussten Menschen.


Pfarrer Michael Schubach

Elli Offline

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29.08.2010 09:47
#27 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonntag, 29.08.2010

"Wisst Ihr eigentlich, wie schön Kirchenglocken klingen?" fragte uns neulich ein alter Schulfreund meines Mannes. Zwei Jahre lang hatte er zuvor als Ingenieur im nahen Osten gearbeitet. Als Ausländer und "Ungläubiger" fiel ihm der Alltag schwer in einem Land, in dem der Islam Staatsreligion und die Scharia geltendes Rechtssystem ist. In hermetisch abgeriegelten Wohneinheiten lebte er mit anderen Kollegen aus dem europäischen Ausland. Von der benachbarten Moschee erklangen über Lautsprecher regelmäßig die Gebetsrufe zu den Ausländerwohnheimen herüber. Ohne Papiere ging er nie auf die Straße, denn überall waren Kontrollposten. Allgegenwärtig waren der Anblick von Waffen. Und Waffen wurden auch benutzt.
Während seines Erzählens merkte ich, wie schwierig sich für ihn das Alltagsleben dort gestaltete.

Unbeschwert die Straße entlanggehen, mit Leuten ins Gespräch kommen, das Land bereisen - hiesige Selbstverständlichkeiten waren plötzlich gar nicht mehr selbstverständlich. Zugegeben – da bin ich dankbar hier leben zu dürfen. Denn bei allem Leid und aller Ungerechtigkeit, die auch hier im Namen Gottes in vergangenen Zeiten geschehen sind, haben sich über die Jahre und Jahrhunderte immer wieder Christen und christliche Gemeinden eingesetzt für Frieden, Toleranz und Humanität. Auch für Religionsfreiheit. Das prägt bis heute unsere freiheitliche Gesellschaft und schlägt sich im Grundgesetz nieder.

Unser Freund erinnerte sich während seines Aufenthaltes im nahen Osten umso stärker seiner Wurzeln, obwohl er tatsächlich ungläubig ist. Er ist weder evangelisch noch katholisch, kein Mitglied der Kirche. Eines der ersten Dinge, die er jedoch tat, kurz nachdem er wieder in Dresden war: Er besuchte eine Kirche


Mira Körlin

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Elli
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Elli Offline

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30.08.2010 07:03
#28 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 30.08.2010 - Das Internet verändert unser Leben.

Dass das Internet unser Leben verändert hat, ist inzwischen eine Binsenweisheit. Es hat unseren Alltag schneller gemacht, unsere Sichtweisen globaler, Wissen verfügbarer. Doch die Veränderungen gehen noch viel tiefer. Früher, zum Beispiel, ging man, wenn man eine Frage für sich klären wollte, auf die, wie man sagte: "gezielte" Suche. Man hatte die eine Frage und suchte die eine Antwort darauf.

Heute gibt man einen Begriff in eine Suchmaschine des Internets ein, natürlich immer noch mit der Absicht, eine Lösung für seine Frage zu finden. Die Suchmaschinen bieten mir aber nie nur ein Ergebnis an, sondern immer eine Fülle von Antworten an. Das macht die Suche nach der richtigen Antwort oft nicht leichter. Andererseits stellt es für mich inzwischen auch einen Reiz dar, dass das Internet mir nicht nur eine Lösung anbietet, sondern gleich viele Vorschläge unterbreitet. Natürlich ist da auch Irreführendes dabei oder etwas, was mit meinem Interesse nichts zu tun hat. Nicht selten aber erhalte ich auch Antworten und Hinweise, die überraschend sind, unerwartet, die ich so bei meiner gezielten Suche noch gar nicht im Blick hatte. Da kann es schon passieren, dass mir etwas völlig Neues aufgeht, eine Dimension präsentiert wird, die ich gar nicht vermutet hatte, ja die bisher sicher Geglaubtes über den Haufen wirft. Das ist spannend und reizvoll – und eine gute Lehrstunde für unseren Umgang mit dem Leben.

Nicht selten sind unsere Pläne und Erwartungen sehr gezielt und damit eher etwas eng. Das birgt immer die Gefahr, dass wir Wichtiges und Wesentliche verpassen, weil man es einfach nicht im Blick hat. Sich von der Buntheit und Vielfalt des Lebens immer wieder überraschen zu lassen, ist da ein guter Tipp für den Tagesbeginn. Doch dieser Ratschlag ist nicht erst durch das Internet präsent.

Schon im Buch der Psalmen heißt es: Du, Gott führst mich hinaus ins Weite. Mit dir überspringe ich mauern und Wälle, auch die Mauer meines oft zu festgelegten Horizontes.


Gregor Giele

Liebe Grüsse
Elli
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Herbstbube2 Offline




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30.08.2010 08:12
#29 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Liebe Elli,

schöne Worte die du da wie immer rausgesucht hast.

Ja das Internet hat unser und auch mein Leben grundlegend verändert
und das finde ich auch gut so. Ein Leben ohne "Netz" ist für mich
nicht mehr vorstellbar... ich bin "krank", wenn es mal nicht "funzt"...

Es gibt im WWW kaum etwas, was es nicht gibt.
Jeder der dies nutzt hat sicher schon gute, aber auch
(viele) schlechte Erfahrungen machen können.

Ohne Internet gäbe es dieses Forum ja auch nicht!

Freundliche Grüße

Roland
(Herbstbube)


Wer surft so spät durch Nacht und Netzte?
Es ist der User in wilder Hetze.
Er hält sein Windows fest im Arm,
und auch dem Modem ist schon warm.

"Mein Windows, was birgst du so bang dein Gesicht?"
Siehst, User, du das Virus nicht?
"Mein Windows, es ist nur ein Datensturm,
kein Virus und auch kein Wurm"

"Betriebssystem, komm geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir.
Manch bunte Web-Sites sind am Strand,
und auf den Servern gibts viel Tand."

Mein User, mein User und hörest du nicht,
was der Virus mir leise verspricht?
"Sei ruhig, bleib' ruhig mein Kind;
es piepst nur das Modem, das wieder mal spinnt."

"Willst feines Windows, du mit mir gehn?
Mein Finger soll dich kitzeln schön,
meine Routinen werden die Bytes dir schütteln,
und löschen und deine Dateien gut rütteln!"

Mein User, mein User und siehst du nicht dort
Trojaner's EXE am düsteren Ort?
"Mein Windows, mein Windows, ich seh's genau;
es glimmt doch mein alter Bildschirm nur so grau."

"Ich liebe dich, mich reizt deine DLL,
und wollst du gleich booten dann lösch' ich dich schnell."
Mein User, mein User die Platte läuft an!
Trojaner hat ein Leid mir angetan!

Dem Surfer graust's er klickt geschwind,
und in der Leitung das Bit gerinnt;
er kappt die Verbindung mit Müh' und Not,
Jedoch zu spät - der Bildschirm, er bleibt tot.


(Autor mir nicht bekannt)


Elli Offline

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Beiträge: 600

31.08.2010 08:38
#30 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 31.08.2010 - Die Bedeutung von Worten.

Es ist schon überraschend, was heutzutage alles gezählt und untersucht wird. Genauso verblüffend ist oftmals, was dabei herauskommt. So haben amerikanische Wissenschaftler schon vor geraumer Zeit den Versuch unternommen zu zählen, wie viele Worte der Mensch an einem Tag spricht. Es sind im Durchschnitt, man höre und staune, 16.000 pro Tag.

Übrigens gibt es bei diesem Durchschnitt - ganz im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Vorurteil - kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die Verschiedenheit liegt eher zwischen Vielrednern, die es bis zu 47.000 Worten am Tag schaffen, und schweigsamen Typen, die unter 1.000 bleiben.

Bei dieser Fülle unseres täglichen Spracheinsatzes ist es schon erstaunlich, dass es manchmal nur ein einziges Wort oder eine kurze Bemerkung ist, die uns den Tag hell und freundlich macht oder eben verhagelt. Es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, dass es bei allem Redeschwall manchmal nur wenige Worte sind, die wirklich Bedeutung haben.

Umso wichtiger erscheint es, möglichst schon am frühen Morgen dafür Sorge zu tragen, dass mein Tag von einem guten, mich aufbauenden, ja beflügelnden Wort geprägt ist. Dafür kann ich selbst Sorge tragen, indem ich anderen etwas Freundliches sage oder in meiner Beziehung darauf achte, dass wir den Tag mit einer liebevollen Bemerkung oder einem schönen Kompliment beginnen. Natürlich kann ich – wie viele es tun – auch mich selbst mit einem guten Wort beschenken lassen, indem ich den Tag zum Beispiel mit einem Satz aus der Bibel beginne. Die so genannten Herrenhuter Losungen, eine Zusammenstellung von kurzen Bibelworten für jeden einzelnen Tag sind da eine wunderbare Erfindung.

Ich kann aber auch einfach meinen Tag beginnen mit einem kurzen Stoßgebet, dass Gott - in Abwandlung eines Bibelzitates - bittet: "Schenke mir ein Wort, das tröstet und befreit!" Und dann gehe ich auf die Suche, welches unter den 16.000 Worten des Tages dieses Geschenk Gottes für mich ist.


Gregor Giele

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Monika Offline



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31.08.2010 12:56
#31 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Lieber Roland,

Dein unbekannter Verfasser bringt den Erlkönig aus einer anderen Sicht.
Aber die Goetheanhänger mögen ein solches Sakrileg sicher nicht.
Menschen mit einer Maschine zu vergleichen
ist bestimmt kein intelligentes Zeichen.

Viele Grüße

Monika

Elli Offline

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01.09.2010 09:49
#32 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 01.09.2010 - Weltfriedenstag

Der 1. September ist seit Anfang der 50-er-Jahre im Osten und seit 1966 im Westen Deutschlands "Weltfriedenstag" – und es wird wohl niemand behaupten, dass wir so einen Tag nicht mehr brauchen. Zu groß ist die Zahl der aktuellen Kriege auf unserem Planeten und zu viel Streit im Großen wie im Kleinen gibt es auch heute noch. Darüber hinaus existieren nach wie vor solche unfriedlichen Haltungen wie Rassismus, Ausländerfeindlichkeit oder Neid. Wir haben allen Grund, am Weltfriedenstag festzuhalten. Er ist notwendig wie eh und je.

Zudem gibt es eine Form des Unfriedens, dessen Ausbreitung nur schwer zu fassen und zu beschreiben ist, und dennoch ist er da, tagtäglich, alltäglich: Es ist die Unzufriedenheit. Natürlich kann ich diese nicht gleichsetzen mit offen ausgebrochenen Konflikten oder gefährlichen menschenfeindlichen Haltungen. Und dennoch ist auch Unzufriedenheit ein Mangel an Frieden, an Frieden mit mir selbst oder den mich betreffenden Umständen. Und diese innere Verdrossenheit und Frustration entwickelt nicht selten die Kraft, den Streit mit sich selbst nach außen zu tragen und auszuleben im Konflikt mit anderen. Unzufriedenheit ist die am schwierigsten zu bekämpfende Form des Unfriedens.

Wohl auch aus diesem Grund sagt Jesus nie zu seinen Jüngern "Der Friede sei zwischen euch", sondern immer "Friede sei MIT euch!". Ihm geht es zuerst um Menschen, die mit sich im Reinen und im Frieden sind, denn nur diese sind fähig, nach außen friedensstiftend und versöhnend zu wirken. Der in sich zerrissene, unzufriedene Mensch wird nur schwerlich etwas bewirken können, dass er selbst nicht hat. Deshalb lassen sie uns in diesen Tag starten mit der Zusage Jesu an seine Jünger, die die Christen im Gottesdienst immer und immer wieder gesagt bekommen und einander weitergeben: Der Friede sei heute - und nicht nur heute - mit ihnen!


Gregor Giele

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Elli Offline

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02.09.2010 08:26
#33 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 02.09.2010 - In der Ruhe liegt die Kraft.

"In der Ruhe liegt die Kraft!", dieses wohlbekannte Sprichwort, habe ich lange Zeit für eine Art Ausrede gehalten. Es schien mir, dass immer dann, wenn jemand ein bestimmtes Tempo nicht mithalten wollte oder konnte oder er sich in der Erbringung einer Leistung gedrängt fühlte, genau diese Weisheit zitiert wurde – quasi als Entschuldigung.

Inzwischen sehe ich das anders. Denn seit knapp zwei Jahren wird in Leipzig an der Planung einer neuen katholischen Kirche im Stadtzentrum gearbeitet und immer häufiger kommen die Nachfragen von Interessenten, wann es denn mit dem Bau endlich losginge. Diese Ungeduld verstehe ich, man will endlich, nach so vielen Monaten, etwas Handfestes sehen und präsentieren können. Ja, bislang hätte ich mich diesem Wunsch, nun endlich zum Vorweisbaren zu kommen, angeschlossen. In den vielen Monaten der bisherigen Planungen habe ich aber gelernt, welche Kraft in einer ruhigen Herangehensweise liegen kann. Es braucht seine Zeit, bis man bei einer Sache, gerade wenn sie so groß und umfangreich ist wie ein Kirchenneubau, wirklich alle Aspekte und vor allem deren Verwobenheit miteinander bedacht hat. Manche Dinge zeigen sich nicht auf den ersten, ja nicht einmal auf den zweiten oder dritten Blick, sondern können erst nach und nach wahrgenommen werden. Auch die Suche, ob es nicht noch andere und bessere Alternativen gibt als die erste und schnelle Idee oder Lösung, braucht Zeit.

In der Ruhe liegt eine Kraft, die den Blick weiten kann, die den Freiraum gibt, die Dinge als Ganzes, auch in ihren Verflechtungen mit anderem, zu sehen und zu entwirren. In der Ruhe liegt eine Kraft, die den Dingen die Chance lässt, zu reifen, sich zu entwickeln und zu entfalten. Aus dieser Erfahrung heraus beginne ich inzwischen manchen Tag mit dem Stoßgebet: Gott, gib mir heute die nötige Ruhe und vor allem die Kraft, die daraus erwächst, und bewahre mich davor, falschem Drängen von innen oder außen nachzugeben.


Gregor Giele

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Ivonne Offline




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03.09.2010 10:52
#34 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Freitag, 03.09.2010 – Schöpfungstag

Es gibt wirklich viele kirchliche Feste im Laufe eines Jahres. Ja man kann sagen: für den glaubenden Menschen gibt es immer etwas zu feiern. Manche dieser Anlässe wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten kennt jeder. Andere wie Kreuzerhöhung, Fronleichnam oder auch Reformationsfest sind vielleicht noch vom Datum, weniger aber von ihrem Inhalt bekannt.

Erstaunlicher Weise hat aber bei den vielen christlichen Festen bisher eines gefehlt: einen Tag, wo man in besonderer und herausgehobener Weise die Schöpfung feiert. Gemeint ist damit die Aussage, dass der Christ fest und sicher glaubt, dass hinter dem Entstehen unserer Welt genauso wie hinter ihrem Erhalt Gottes Wirken steht. Dabei geht es weniger um die Diskussion, wie denn dieses Entstehen und Erhalten der Welt durch Gottes Handeln zu verstehen ist, sondern um den Fakt seines Wirkens als Schöpfer.

Nun endlich ist diese Lücke im Festtagskalender geschlossen worden. Der erste Freitag im September soll in Zukunft als "Tag der Schöpfung" begangenen werden. Dieser Termin überrascht etwas. Wäre es nicht viel leichter, den Schöpfungstag im Frühling zu feiern, wo alles blüht und bunt ist, wo das Leben in voller Kraft steht und sein ganzes Potential zu erkennen gibt? Warum der Schöpfung erst im September gedenken? Eine Antwort darauf ist, dass dann Erntezeit ist und wir daran erinnert werden, dass die Natur nicht nur da ist, um uns mit ihrer Schönheit zu erfreuen, sondern dass wir von ihr leben: von ihren Pflanzen und Tieren, von ihren Rohstoffen, vom Licht der Sonne und vom Wind. Die Schöpfung zu feiern, heißt sich selbst einzugestehen, dass wir von ihr abhängig sind und deshalb ihr gegenüber in der Verantwortung stehen. Gott hat uns diese Welt anvertraut, zum Nutzen, aber auch zur Pflege und zum Erhalt. Deshalb ist es gut, dass man beschlossen hat, den Schöpfungstag ökumenisch, also in der Gemeinschaft aller christlichen Kirchen, zu feiern, denn Schöpfung ist ein Geschenk Gottes an alle und ein Auftrag für alle.


Gregor Giele

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04.09.2010 09:52
#35 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 04.09.2010 - Unter freiem Himmel

Liebe Hörerinnen und Hörer, schaut man einmal in einen sommerlichen Terminplan irgendeiner Stadt oder Region, dann entdeckt man darin zunehmend so genannte "Open-air-Veranstaltungen". Obwohl sie technisch ja zum Teil viel aufwendiger zu betreiben sind als Veranstaltungen an festen Spielstätten, üben Konzerte und Feste unter freien Himmel irgendwie einen besonderen Reiz aus. Es ist einfach ein tolles Erlebnis, etwas Schönes auf einer Bühne oder Festwiese zu erleben und dazu über sich den Himmel, seine Unendlichkeit, seinen Geschmack der Freiheit und Offenheit zu spüren. Das weitet nicht nur die Sinne, sondern auch das Herz und macht den Kopf frei. Es hilft, einmal vom Klein-Klein des Alltages abzuschalten und sich zu erinnern, dass man immer auch in ein Großes und Ganzes eingebettet ist. So darf man gelassen und guten Gewissens entspannen, zur Ruhe kommen und einfach einmal etwas Gutes genießen. Es ist eben nur schade, dass "Open-air-Veranstaltungen" und die damit verbundenen wohltuenden Erfahrungen jahreszeit- und wetterabhängig sind.

Der glaubende Mensch hat es da gut, denn für ihn ist der "Himmel" und dessen Symbol- und Wirkkraft nicht nur ein geographischer und wetterabhängiger Ort über uns, sondern ein Symbol für die Anwesenheit Gottes, für die Weite des Lebens, wie Gott sie uns schenkt, und für eine Hoffnung auf Vollendung und Abrundung des Lebens, wie Jesus Christus sie uns versprochen hat. Und dieser Himmel und seine Botschaft ist immer da und vor allem wetterunabhängig. So kann für mich jeder Tag zu einer "Open-heaven-Veranstaltung" werden, zu einer Zeit, die ich unter einem offenen Himmel verbringen darf. Egal, was ich tue, wo ich bin und was mir widerfährt, ich weiß, dass ich – wie es in einem neueren geistlichen Lied heißt – "unter der Gnade Gottes gehe und lebe, in seinem Frieden, mit seinem Segen, egal ob ich wache oder ruhe".


Gregor Giele

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Elli
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Elli Offline

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05.09.2010 10:20
#36 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonntag, 05.09.2010 - Ruhe und Stille

Zuerst ist es nur ein Pfeifen und Rauschen, was einen mehrere Tage begleitete, später hat man das Gefühl, als hätte jemand das Ohr mit einem Wattebausch verschlossen. In Deutschland erleben das rund 250.000 Menschen jedes Jahr. Sie erleiden einen Hörsturz. Am häufigsten im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, aber auch die Zahl Jüngerer nimmt ständig zu.

Mediziner vermuten, dass für einen Hörsturz körperliche und psychische Belastungen verantwortlich sind. Also Stress und das Gefühl, dem ständigen Druck, den Anforderungen nicht standhalten zu können. Auch der bekannte Popstar Phil Collins erlebte das. In einem Zeitungsartikel erzählte er davon. "Ich war damals im Studio zu Aufnahmen. Dann holte ich meine Tochter ab. Wir kamen nach Hause, aßen und spielten. Plötzlich machte es pffhh und mein linkes Ohr war zu. Ich versuchte es durch Druckausgleich wieder freizubekommen. Aber es nützte nichts." Der Musiker hatte offensichtlich zu viel um die Ohren. Gönnte sich keine Ruhe, machte zu wenig Pausen. Phil Collins ging in sich. Er sagte damals: "Obwohl ich nicht gerade ein tief religiöser Mensch bin, kommt es mir vor, als hätte Gott mir eine Ohrfeige gegeben und gesagt: Wirst du endlich mal auf die Bremse treten?! Nimm dies als Warnung und lass die Dinge endlich langsamer angehen." Der plötzlich, ohne erkennbaren Anlass auftretende Hörverlust ist ein Alarmsignal.

Viele solcher Signale gibt es in unserem Leben und ich glaube auch, dass manche von Gott kommen. Glücklicherweise sind sie nicht immer mit körperlichen Leiden verbunden, aber wer darauf nicht reagiert, kann über kurz oder lang Schaden an Körper und Seele nehmen. Und eigentlich wissen wir es doch auch, Leben geschieht im Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, Arbeit und Freizeit, Betriebsamkeit und Pause, Wochentag und Sonntag. Jeder muss da seinen Rhythmus finden. Sich ganz bewusst Orte und Zeiten der Ruhe und Stille zu suchen, kann helfen, den Tag bewusster zu gestalten und mit Freude, die gestellten Aufgaben zu erfüllen.



Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli Offline

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06.09.2010 08:34
#37 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 06.09.2010 - Worte, die führen

Ich lese gern schwedische Krimis. Sie erzählen, wie schnell sich das Normale in unserem Leben zum Wahnsinn entwickeln kann. In einem Krimi von Hakon Nesser, mit dem Titel "Eine ganz andere Geschichte", entwickelt sich aus einem ganz normalen Mann ein Wahnsinniger. Er nimmt vorsorglich Therapie in Anspruch. Sein Therapeut entdeckt, dass dieser Patient durch das Aufschreiben seiner Gedanken Gefühle und Fantasien ordnen kann und damit bannen. Jedenfalls wirkt der Patient nach den Aufschreibphasen entspannt. Welche Macht doch Worte haben, wundern sich beide! Der Arzt ist zufrieden. Der Patient noch nicht. Er spürt eine unsägliche Macht des Wortes und kostet sie aus. Er meint, alles dieser Macht unterwerfen zu müssen und wird zum Mörder. Er tötet Menschen, die nicht in seine Vorstellung von Leben passen. Folgender Satz treibt ihn wie ein Motor: "Es sind die Worte an sich, die mich zwingen, einen Weg zu wählen." Nur Worte - gedacht, gesprochen und aufgeschrieben, machen aus einem Menschen einen Mörder.

Es sind oft nur Worte, die vor allem Prominente in der Öffentlichkeit in ein Licht rücken, wo ich am Ende nicht sicher weiß, was ist wahr an der Berichterstattung und was falsch. Aber die geschriebenen, gesprochenen, gesendeten Worte zwingen bereits alle Beteiligten, Betroffenen wie Zuschauer, sich so zu verhalten, als ob irgendetwas klar wäre und Schuld und Unschuld feststünden. Ist es wirklich so, dass Worte mich zwingen, einen bestimmten, schlechten Weg zu gehen?

Ja, aber Worte können auch zwingen, auch zum Guten. Denn ein lebendiges Wort, das mir gut tut, wirkt wie Brot oder wie frisches Wasser. Lebendige Worte locken auf gute Wege und zwingen nicht. Für Christen ist Jesus so ein lebendiges Wort. Darum spricht er im Evangelium des Johannes: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Ich wünsche Ihnen heute ein Wort, das einem Menschen einen guten, wahrhaftigen Weg zeigt und ihn nicht in den Wahnsinn treibt.


Pfarrer Christian Mendt

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Ivonne Offline




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07.09.2010 11:56
#38 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Dienstag, 07.09.2010 - Einmal reich sein

Wenn ich reich wäre, was würde ich mit meinem Geld anstellen? Manchmal spielen wir dieses Spiel in Gemeindekreisen, auch in der Familie. Was würdet ihr euch für eine Million Euro kaufen? Die Antworten ähneln sich: Zuerst werden ein paar persönliche Wünsche erfüllt, Haus, Auto. Dann – durchaus nobel – bedenkt man die Familie. Die Kinder erhalten jeweils ein Konto und der Lebenspartner auch.

Und dann spendet man für Hilfsorganisationen oder auch für die Kirche. Und der Rest? - Der wird angelegt als lang anhaltende sichere Quelle für künftige Zeiten. Dann wäre man zufrieden und glücklich.

Kürzlich las ich in einer Zeitung das Gegenteil eines solchen Wunsches. Karl Rabeder aus Österreich gehört eine erfolgreiche Firma. Er ist Millionär. Aber der 47-Jährige sagt: "Das Geld hat mich nicht glücklich gemacht, mein Lebensweg ist das nicht". Während eines Fünf-Sterne-Urlaubs auf Hawaii wurde er nachdenklich: "Wir haben alles gemacht, Inselhüpfen, Helikopterflüge, Jachttouren, aber ich kam mir vor, als wenn ich in einem Film wäre", erklärte er. "Dieses Streben nach Reichtum kann doch nicht alles im Leben gewesen sein."

Er beschließt, sich von seinem Vermögen zu trennen, verlost seine Villa, verkauft seine Firma und stellt den Erlös einer wohltätigen Organisation zur Verfügung. – Und will mit einem bescheidenen Lebensstil in einer Zweizimmerwohnung in Innsbruck und Besitz der in zwei Rucksäcke passt, glücklich werden.

Eine bewundernswerte Radikalität. Auch die Bibel erzählt davon. Ein junger Mann möchte "ewiges Leben" haben, also Glück in höchstem Maße. Er hat alles dafür eingesetzt und rechtschaffen gelebt. Dennoch ist er nicht glücklich. Als Jesus ihm rät, alles, was er hat, zu verkaufen und den Erlös den Armen zu geben, wird der Junge Mann traurig. Er konnte nicht loslassen, denn – so heißt es - er war sehr reich. Jesus sieht im Reichtum noch keine Sünde. Nur dann, wenn Reichtum das Leben eines Menschen in allen Bereichen bestimmt, wird er gefährlich und zerstört eigenes wie fremdes Leben.

Glücklich wird, wer teilt, was er hat und dabei mitteilt, wo sein Herz schlägt.


Pfarrer Christian Mendt

Ivonne Offline




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08.09.2010 08:06
#39 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Mittwoch, 08.09.2010 - Wir meinen es doch nur gut

Kennen Sie folgende Geschichte? Der Sohn eines arabischen Scheichs studiert in Tschechien. Nach einem Monat schreibt er nach Hause: "Böhmen ist wunderschön, die Menschen sehr nett und es gefällt mir hier ausgesprochen gut. Nur ab und zu schäme ich mich, wenn ich mit meinem vergoldeten Mercedes zur Schule fahre und sehe, wie einer meiner Professoren gerade aus der Straßenbahn aussteigt."

Nach ein paar Tagen folgt ein Scheck über eine Million Dollar und eine kurze Nachricht von den Eltern: "Mache uns keine Schande, Sohn, kaufe Dir auch eine Straßenbahn!"

Eigentlich nicht zum Lachen. Denn so, wie die Eltern des Prinzen reagieren, reagieren wir oft. Wir meinen es gut, und meinen es eigentlich nur gut für uns selbst. "Mach uns keine Schande!" – das ist oft unser Motiv. Wir sehen nicht, wie die Wirklichkeit wirklich ist. Der Professor fährt möglicher Weise gern Straßenbahn und eine Million Dollar wären gut für seine Forschungs- und Lehrtätigkeit und damit auch für die Studenten.

Auch für Christen ist das ein altbekanntes Problem, besonders unter begeisterten Christen. Vor lauter Überzeugung spüren wir nicht, was der Andere wirklich braucht. Paulus Brief an die Gemeinde im griechischen Korinth erzählt davon. Dort wussten einige genau, was für alle Christen gut sei, nämlich alte heidnische Bräuche abzulegen und neue zu erlernen. Aber manche wollten nicht auf das verzichten, was ihnen von Kindheit an vertraut war. Ein Streit entspinnt sich. Der Apostel Paulus soll klären. Er schreibt: "Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat es noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von Gott erkannt." Und – so füge ich hinzu – wird sehen, was der Andere wirklich braucht. Wenn Gott Liebe ist, dann werden die Stärkeren auf die Schwächeren Rücksicht nehmen. Vielleicht denken Sie daran, wenn Sie heute bei der Begegnung mit einem Menschen ein flaues Gefühl haben. Was könnte er wirklich brauchen? Sicher keine eigene Straßenbahn.


Pfarrer Christian Mendt

Elli Offline

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09.09.2010 09:31
#40 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 09.09.2010 - Trotzalledem

In Radebeul auf dem Weg durch die Weinberge hinauf zum Spitzhaus entdecken Sie am Ende einer Treppe rechts in der Weinbergsmauer einen Stein mit einem eingemeiselten Wort: Trotzalledem! Es erinnert an Rosa Luxemburg. Sie schrieb in einem Brief aus dem Gefängnis: "So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd - trotzalledem."

Nach der Friedlichen Revolution haben Verehrer Rosa Luxemburgs diesen Stein in die Weinbergsmauer gesetzt. Das Modell Sozialismus war gescheitert. Aber der Stein sollte ermutigen, weiter "trotz – alle – dem" auf eine bessere und gerechtere Gesellschaft zu hoffen und dafür zu kämpfen. Woran die Initiatoren nicht dachten: "Trotz-alle-dem" ist auch der Slogan der bekennenden Kirche im Dritten Reich gewesen. Trotzt Hitler. Trotzt den Deutschen Christen, die in Hitler ihren geistlichen Führer sahen. Trotzt den Massen, die Hitler zu jubelten.

Darum kämpften "trotz-alle-dem" Pfarrer wie Paul Schneider gegen den Faschismus. Er erkannte, wer Hitler wirklich war. Er verdrängte nicht den Abtransport der Juden. Er ahnte die Katastrophe des Krieges und hielt am biblischen Glauben trotzdem fest. Auch seiner Standfestigkeit verdanken wir den Neuanfang der Kirchen nach 1945.

Im sogenannten Bekenntnis von Barmen erklärt eine These sinngemäß, dass es keinen Lebensbereich gibt, "in dem wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären". Kein Lebensbereich! Der private und der öffentliche gehören dazu. Ganz gleich, wo Unrecht geschieht, wir haben diesem zu widerstehen zu Hause, im Beruf, in der Politik, im Alltag. Auch wenn wir meinen, wir sind zu schwach dazu. Das Kreuz der Christen ist im Grunde nichts anderes als ein Stein des Anstoßes auf dem steht: Trotzalledem! Und Rosa Luxemburgs Worte sind wie ein Kommentar dazu: "So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd - trotz alledem."


Pfarrer Christian Mendt

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Elli
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