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Frannys Hanne Haller Fan-Forum

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Elli Offline

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25.07.2011 18:09
#241 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 25.07.2011: Pilgern als neue Erfahrung

Die Bibel berichtet uns von zwölf engen Freunden, die Jesus um sich versammelte, um mit ihnen zu leben und seine Lehre zu verbreiten. Die, die ihm folgten, werden "Jünger" genannt. Einer dieser engen Freunde hat heute seinen Gedenktag - Jakobus. In machen Kirchen steht sein Abbild. Sie können ihn ganz leicht erkennen, er trägt eine Muschel an seinem Hut. Eben diese Jacobsmuschel ist auch das Erkennungszeichen der Pilger, die sich auf seinen Spuren aufmachen. Jakobswege ziehen sich wie ein Netz über Europa, um am Ende in den zu münden, der nach Santiago de Compostela in Spanien führt. Doch so weit müssen Sie gar nicht gehen. Der Pilgerweg führt auch durch Sachsen. Gekennzeichnet ist er durch die gelbe Muschel auf blauem Grund. Vielleicht sehen Sie ja auf einem Ihrer nächsten Spaziergänge dieses Symbol.

Ich habe für mich entdeckt, dass ich diese Reise zu Fuß ab und zu brauche, um wieder zur Ruhe zu kommen. Es ist eine interessante Erfahrung, in seinem eigenen Tempo auf den alten Wegen unterwegs zu sein, ganz bewusst die Dinge am Wegesrand wahrzunehmen und still zu werden.

Manchmal reicht die Kraft gerade noch dazu, einen Fuß vor den anderen zu setzen, und nichts ist schöner, als dann am Abend in einer der Pilgerherbergen ein Bett und eine Dusche vorzufinden.

In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen die alten Pilgerwege entdeckt und machen sich auf, neue Pfade zu finden. Nicht alle tun dies aus religiösen Gründen, manche hat der sportliche Ehrgeiz gepackt, andere suchen eine ungewohnte Herausforderung. Sie alle eint der Wunsch, sich selbst zu begegnen und vielleicht verändert nach Hause zurückzukehren.

Ich glaube, wer sich zu neuen Erfahrungen aufmacht, erlebt ein Stück Himmel auf Erden.


Katrin Hutzschenreuter

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Elli
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26.07.2011 10:58
#242 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 26.07.2011 - Ein besonderes Sommerfest

Es war eine sehr interessante und bunt gemischte Truppe, die da auf der Wiese vor dem Erholungsheim versammelt war. Ich saß unter einem Baum auf einer Bank und beobachtete das fröhliche Treiben. Mehrere Rollstühle standen im Gras, auf der Decke lagen zwei Menschen, denen man ihre geistige und körperliche Behinderung deutlich ansehen konnte. Auch die Helfer fielen auf. Sie sprachen deutsch mit verschiedenen Akzenten, einer hatte eine recht dunkle Hautfarbe. Aber alles dies schien diese Menschen nicht davon abzuhalten, sich zu verstehen und Spaß miteinander zu haben. Ausgelassen alberten sie miteinander herum, neckten sich gegenseitig, ihr fröhliches Lachen drang zu mir hinüber. Ein Grill wurde aufgebaut, Schüsseln mit Nudelsalat herangetragen, Limo und Cola in Becher gegossen und verteilt. Schon bald bruzelten Würstchen und Steaks auf dem Grill. Keine Frage, hier feierte man ein fröhliches Sommerfest.

Einer der Helfer kam zu mir und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihnen zu essen, es sei genug für alle da. Natürlich freute ich mich und nahm mit an dem gedeckten Tisch Platz. Ein kurzes Dankgebet wurde gesprochen, und dann begann das fröhliche Essen. Ich erfuhr, dass sie hier eine Woche Urlaub machten und sich schon viel angeschaut hatten. Nachdem alle versorgt waren, aßen auch die Helfer. Ich fasste mir ein Herz und fragte, warum junge Menschen einen Teil ihres Urlaubes mit Behinderten verbringen. Die Antwort erstaunte mich. Der junge Mann erklärte mir, dass er es genießt. Die Freude dieser Menschen sei so ansteckend. Sie leben einfach, sind im Hier und Jetzt und vermiesen sich nicht ihr Leben mit Sorgen darüber, was morgen vielleicht sein könnte.

Plötzlich verstand ich es. Hier fand ich Menschen, die sich für Schwächere einsetzten, ohne Vorbehalte und ohne danach zu fragen, was es ihnen bringt.

Ich glaube, an diesem Abend habe ich ein Stück Himmel auf Erden erlebt.


Katrin Hutzschenreuter

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Elli
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27.07.2011 09:29
#243 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 27.07.2011 - Ein Geschenk

Anfang Juni war ich beim Kirchentag in Dresden. Die ganze Stadt war bevölkert von Menschen, die aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland zu diesem Fest gekommen waren. Überall auf den Straßen und Plätzen sah man Menschen ganz unterschiedlichen Alters, es wurde musiziert, miteinander geredet und diskutiert. Besonders beeindruckend waren für mich die Bilder vom Abend der Begegnungen, die ich im Fernsehen sah. Wer dabei gewesen ist, wird sicher noch lange an die Erlebnisse denken.

An einem der Veranstaltungstage fuhr ich nach Dresden, weil ich auch gern wenigstens ein paar Stunden Kirchentagsluft schnuppern wollte. Ich hatte kein besonderes Ziel, sondern lief einfach mit dem Menschenstrom mit, die Prager Strasse entlang, über den Altmarkt, am Terrassenufer vorbei ...

Viele der Teilnehmer trugen einen hellgrünen Schal um den Hals, am Rucksack oder im Haar, der sie zweifelsfrei als Kirchentagsteilnehmer kenntlich machte. So einen wollte ich auch haben. So fragte ich an einem Stand nach, wo ich einen kaufen könne. Ich erhielt die Auskunft, dass überall auf dem Kirchentagsgelände Fliegende Händler unterwegs seien, die gegen eine Spende die Schals verteilten. Also ging die Suche weiter, aber keiner der Händler zeigte sich. So ging ich kurz entschlossen auf einen Mann zu, der ebenso wie seine Begleiterin ein grünes Tuch trug. Er sollte mir verraten, wo er diesen herhatte. Nachdem ich ihm meine Frage gestellt hatte, sagte er zu mir: "Wissen Sie was - ich schenke Ihnen meinen!" Mit diesen Worten legte er mir den Kirchentagsschal um und ging weiter, kaum, dass ich "Danke" sagen konnte, so überrascht war ich. In unserer Zeit, wo alles seinen Preis hat, alles gekauft werden muss, gibt es immer noch Dinge, die man sich einfach nur schenken lassen kann.

Ich glaube, immer da, wo Menschen bereit sind, etwas abzugeben, erleben wir ein Stück Himmel auf Erden.


Katrin Hutzschenreuter

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Elli
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28.07.2011 09:00
#244 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 28 .07 .2011 - Ein guter Freund

Vieles aus dem Leben von Jesus wissen wir aus der
Bibel. Dort ist aufgeschrieben, was er gesagt hat und
wie er mit den Menschen umgegangen ist. Eine
berichtet davon , wie er seine Freunde aussendet , um
in den verschiedenen umliegenden Orten seine Lehre
zu verbreiten. Das Besondere daran ist für mich , dass
er immer zwei miteinander auf den Weg schickt . Wie
uneffektiv! Würde er sie allein aussenden, könnten sie
die doppelte Anzahl von Ortschaften erreichen und
damit viel mehr Menschen. Warum diese
Verschwendung? Vieles aus dem Leben von Jesus
wissen wir aus der Bibel . Dort ist aufgeschrieben, was
er gesagt hat und wie er mit den Menschen
umgegangen ist. Eine berichtet davon, wie er seine
Freunde aussendet , um in den verschiedenen
umliegenden Orten seine Lehre zu verbreiten. Das
Besondere daran ist für mich , dass er immer zwei
miteinander auf den Weg schickt. Wie uneffektiv!
Würde er sie allein aussenden , könnten sie die
doppelte Anzahl von Ortschaften erreichen und damit
viel mehr Menschen. Warum diese Verschwendung?
Ich denke, diese Überlegungen kommen aus einem
funktionalem Denken, das mit möglichst wenig
Aufwand viel Erfolg erzielen will . Ein solches Denken ist
Jesus fern . Es geht ihm um die Menschen, und ich
meine, dass das auch der Grund ist, warum er die
Jünger zu zweit auf den Weg schickt. Er benutzt sie
nicht einfach für seine Interessen, sondern er will,
dass es auch ihnen gut geht .
Für das zu – zweit - sein gibt es die verschiedensten
Formen: Freundschaft, Partnerschaft, Ehe... Aber
immer bedeutet es: nicht allein sein. Es ist einer da,
der mitdenkt, der mir zuhört, der mir den Rücken
freihält. Es ist einer an meiner Seite, auf den ich mich
verlassen kann, der mich auffängt, mir Halt gibt. Es
gibt jemanden, den ich mitten in der Nacht anrufen,
mit dem ich reden und schweigen kann. Es bedeutet
aber auch: es ist einer da, der mich auf meine Fehler
aufmerksam macht, der mich liebevoll korrigiert, der
mir sagt, was ich anders machen sollte in meinem
Leben. Ohne Freunde wäre mein Leben um vieles
schwieriger und auch ärmer.
Ich glaube, wer einen Freund an seiner Seite hat, der
erlebt ein Stück Himmel auf Erden.


Katrin Hutzschenreuter

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Elli
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29.07.2011 09:45
#245 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 29. 07 .2011 - "Was ihr einem getan habt,
habt ihr mir getan".

Es ist Freitagnachmittag, und die halbe Stadt scheint
unterwegs zu sein, um die Wochenendeinkäufe zu
erledigen. Auch ich laufe durch den Supermarkt ,
schiebe den Einkaufswagen an den Regalen entlang
und arbeite meinen Merkzettel ab. Noch fehlt mir
Verschiedenes, aber endlich habe ich es geschafft und
stehe an der Kasse. In der Schlange neben mir
versucht ein Kind , seine Mutter zu überzeugen , dass
ein Eis nun wirklich angebracht wäre, und es gelingt
ihm auch. Vor mir steht eine ältere Frau , die ihre
ganze Liebe ihrer Katze schenkt. Woher ich das weiß?
Nun, die Stapel von Dosen mit teurer Nahrung für den
geliebten Vierbeiner sprechen eine deutliche
Sprache .. .
Die vierte Kassenschlange ist die kürzeste , ein Schild
auf dem Band verkündet , dass sich dort bitte niemand
mehr anstellen soll . Aber nun wird es auch nicht mehr
lange dauern, bis ich bezahlen und alles ins Auto
packen kann. Während ich die Lebensmittel wieder im
Wagen verstaue , höre ich mit, wie die Kundin an der
Kasse neben mir darum bittet, den Wasserkasten nicht
aufs Band stellen zu müssen. Sie habe solche
Rückenschmerzen und schafft das einfach nicht. Die
Verkäuferin erwidert freundlich, dass das gar kein
Problem sei, die Kästen seien sowieso als Nummern in
der Kasse gespeichert. So ließen sie sich auch ohne
Kraftaufwand scannen . Mit diesen Worten kassiert sie
das Geld, gibt der Kundin den Kassenzettel und
schließt die Kasse. Dann fragt sie die Frau mit den
Rückenproblemen: "Wo haben Sie denn Ihr Auto
stehen? Lassen Sie mich Ihnen helfen , den Kasten ins
Auto zu heben !" Ich war überrascht, dass so viel
Freundlichkeit vorhanden ist, ohne das darüber
nachgedacht wird. Das ist es doch , was Gott von uns
will. Das meint er, wenn gesagt wird : "Was ihr einem
getan habt, habt ihr mir getan".
Ich glaube, wer einem anderen Menschen freundlich
und aufmerksam begegnet, erlebt ein Stück Himmel
auf Erden.


Katrin Hutzschenreuter

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Elli
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30.07.2011 09:31
#246 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 30.07.2011 - Man muss etwas tun

Es gibt Momente im Leben, in denen man plötzlich weiß: Man muss etwas tun. So ging es auch jenem jungen Mann, der eines Tages den Entschluss fasste, sich taufen zu lassen. Er wollte, dass sich etwas änderte in seinem Leben, er wollte noch einmal neu anfangen. Aus der neuen Verantwortung heraus wollte er sein neues Leben leben. Er machte ernst. Er ließ sich taufen.

Seine ehemalige Lebensgefährtin trank, sie trank viel mehr, als ihr gut tat. Darunter litt auch die Tochter, die die beiden miteinander hatten. Sie konnte sich nicht mehr genügend um das Kind kümmern. Außerdem hatte sie in der Zwischenzeit noch ein Kind von einem anderen Mann bekommen, einen Sohn.

Der Vater des Mädchens bat seine ehemalige Freundin inständig, sich Hilfe zu suchen, begleitete sie zu Therapiegesprächen und ermutigte sie, eine Entziehungskur zu beantragen. Die Kur wurde bewilligt, die Frau sollte eine Klinik gehen. Was aber geschieht mit den Kindern? Für das Mädchen konnte der Vater sorgen, die beiden hatten ein inniges Verhältnis, das Mädchen genoss seine regelmäßigen Besuche. Keine Frage, für die Zeit, die die Mutter zum gesund werden brauchte, konnte das Mädchen bei ihm wohnen. Und der Junge? Der hatte keinen Vater, der sich seiner annahm. Es würde wohl nichts anderes übrig bleiben, als ihn so lange in ein Kinderheim zu geben ...

Es gibt Momente im Leben, da weiß man plötzlich: Man muss etwas tun. Und so ging es auch dem jungen Mann. Es gab für ihn keine Sekunde des Zögerns. Er ging zum Jugendamt und besprach alle nötigen Dinge. Dann zog er in die Wohnung ein, in der die Kinder sonst mit der Mutter lebten, und sorgt für beide - für seine Tochter und für ihren Bruder - die ganze Zeit, in der die Mutter der beiden in der Klinik war. Er machte ernst. Sein Leben hatte sich geändert..

Ich glaube, in diesem Moment, als er sich dazu entschlossen hat, Verantwortung zu übernehmen und der Junge für ihn kein fremdes Kind mehr war, haben alle vier ein Stück Himmel auf Erden erlebt.

Katrin Hutzschenreuter

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01.08.2011 17:16
#247 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 01. 08 .2011 : Man sieht den Wald vor
lauter Bäumen nicht.

Ein Wanderer marschiert durch den Wald und trifft
einen Waldarbeiter. Dieser kämpft eifrig mit seiner
Säge gegen einen dicken Baum. Der Schweiß steht auf
der Stirn des Arbeiters, er schont sich nicht. Aber der
Wanderer stellt fest, so richtig kommt der fleißige
Mann nicht voran. Und der Wanderer hat auch schon
die Lösung: "Guter Mann , Sie müssen die Säge
schärfen, die ist doch ganz stumpf. " Der Waldarbeiter
blickt kaum auf und antwortet: "Dazu habe ich keine
Zeit. Sie sehen doch , ich muß sägen".
Eine schöne Geschichte, die uns Menschen einen
Spiegel vorhält. Man sieht den Wald vor lauter
Bäumen nicht . Das Einfache ist so nahe , man kann es
greifen, aber man sieht es nicht . Man hat ein Brett vor
dem Kopf . Man dreht sich im Kreis. Dabei ist die
Lösung mitunter so nahe .
Bei der Geschichte mit dem Waldarbeiter und der
Säge fühlte ich mich an mein eigenes Leben erinnert.
Meinen christlichen Glauben habe ich erst relativ spät
gefunden. Vorher war ich mit meinem Leben nicht so
richtig zufrieden , obwohl es mir an nichts mangelte .
Für damalige DDR- Verhältnisse lebte ich so schlecht
nicht. Aber irgendetwas fehlte, ich wußte nur nicht
was. Ich suchte, und wusste nicht , wonach. Eine Reihe
von Zufälligkeiten oder besser Fügungen, wie ich sie
damals sah, führte mich zur Kirche . Ich lernte neue
Bezüge kennen, Menschen gaben mir
Orientierung. Von Gott geführt zu werden, nie mehr
allein zu sein, wurde eine faszinierende
Lebensmaxime. Der Gedanke an ein Leben nach dem
Tode, vorher für mich undenkbar, bekam plötzlich
Realität. Mit einem Mal drehte ich mich nicht mehr im
Kreis.
Irgendwie passte das dann zu der Geschichte mit dem
verzweifelten Waldarbeiter, der merkte, dass er nicht
so richtig von der Stelle kam, aber nicht die Idee
hatte, einen neuen Weg zu gehen.
Auch mein christlicher Glaube bewahrt mich heute
nicht davor, mich manchmal um mich selber zu
drehen oder ein Brett vor dem Kopf zu haben. Aber
ich weiß, dass da immer noch jemand ist, der mich
versteht, mich annimmt und führt , wenn ich ihn
darum bitte.


Christoph Pötzsch

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Elli
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02.08.2011 17:16
#248 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 02.08.2011: Mein Platz in der Welt

Zum Nachlass meines Vaters gehörte eine dicke Mappe mit alten Urkunden. Ich hatte sie nach seinem Tod aus Zeitgründen einfach zur Seite gelegt, jetzt fand ich sie wieder. Es war ein sogenannter Ahnenpass. Eine Aufstellung der Vorfahren meines Vaters zurück bis ins 16. Jahrhundert. Eine Art Stammbaum.

Ahnenpässe waren in der Zeit des Nationalsozialismus üblich; man musste damit dokumentieren, keine jüdischen Vorfahren zu haben. Ein heute unvorstellbarer Gedanke.Aber die exakte Darstellung dieser Aufstellung faszinierte mich. Nicht nur die Namen waren enthalten und die Geburts- und Sterbedaten, nein, auch die Berufe und die Wohnorte. So erfuhr ich, dass meine Vorfahren im späten 17. Jahrhundert kurfürstlich-königliche Hufschmiede waren und in Radeburg lebten. Eine aufregende Vorstellung, dass einer meiner Ahnen vielleicht einmal das Pferd Augusts des Starken beschlagen haben könnte.

Plötzlich bekamen meine Vorfahren Namen und eine Identität, ich las nach, wann sie wen geheiratet hatten, welchem Beruf sie nachgegangen waren und wann sie gestorben sind. Und ich stellte fest, dass ich ja in diese Reihe gehörte. Ohne sie gäbe es mich nicht. Mir kam das System meiner Vorfahren, sorgfältig mit Linien verbunden und in Tabellenform gebracht, vor wie ein Plan Gottes. Warum er mich an diese Stelle gesetzt hat, vermag ich nicht zu sagen. Aber ich war genau an dieser Stelle. Alle Linien führten letztlich zu mir. Ich sollte dort sein und nirgendwo anders. Meine Vorfahren der vergangenen Jahrhunderte hatten ebenfalls ihren Platz, als sei alles vorherbestimmt. Alles wohlgeordnet. Ohne sie hätte es mich nicht gegeben. Nur eine kleine Abweichung, und alles wäre anders geworden.

Im Text des Propheten Jesaja lässt dieser den Herrn sprechen: "Ich habe Dich bei Deinem Namen genannt." Dies bedeutet, ich wollte Dich, und ich wollte Dich so wie Du bist. Und ich will Dich genau an diesem Platz. Gottes Plan werden wir auf Erden nie ganz entschlüsseln. Aber es ist ein Gewinn zu wissen, dass unser Platz nicht zufällig ist.

Christoph Pötzsch

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03.08.2011 07:47
#249 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 03.08.2011 - Licht am Ende des Tunnels

Fahren Sie gern durch Tunnel, liebe Hörer? Zugegeben,
das ist nicht Jedermanns Sache. Ist man einmal drin,
dann gibt' s kein Zurück. Nach hinten geht 's nicht
mehr, nach oben und unten, rechts und links erst
recht nicht , nur nach vorn. Und da ist es dunkel. Das
kann schon unbehaglich werden. Man liest ja auch
mitunter von Staus im Tunnel, von Panik und gar von
Unfällen. Im Tunnel ist man nicht mehr voll
handlungsfähig. Man ist eingeschränkt. Augen zu und
durch, möchte man meinen – das gilt aber nicht für
den, der am Lenkrad sitzt.
In diesem Jahr hatten wir unseren Urlaub in der
Schweiz. Da sind Tunnel an der Tagesordnung. Und die
sind ordentlich lang, der Berhardtunnel gut sechs
Kilometer, der Gotthardtunnel sogar 15 Kilometer
lang. Meine Frau atmet immer hörbar auf, wenn wir
durch sind. Und die Eisenbahntunnel sind mitunter
noch länger . Inzwischen gibt es den Tunnel unter dem
Ärmelkanal, ein Wunderwerk der Technik. Wenn man
den Tunnel fast geschafft hat, dann ist man froh, auch
der Coolste wird das bestätigen. Licht am Ende des
Tunnels – ein schönes Wort für Zuversicht. Ein langes
Dunkel weicht, es wird Licht, man kann wieder
aufatmen.
Jeder Mensch hat in seinem Leben Phasen der
Dunkelheit. Manchmal kann man daran verzweifeln. Es
will nichts mehr gehen. Kein Ausweg zu finden. In alle
Richtungen hin . Man fühlt sich handlungsunfähig. Im
Petrusbrief gibt es dazu einen Ratschlag, der
verblüffend einfach ist. Petrus sagt: "Werft alle eure
Sorge auf ihn , denn er nimmt sich Euer an!" Da hilft
dann nur noch, dem Lieben Gott zu sagen: Wenn es
Dein Plan war, dass ich in dieser Situation lande, dann
hilf mir bitte wieder heraus .
Mir ist das in meinem Leben schon einige Male
passiert. Die Probleme waren so groß , dass sie sich
meiner bemächtigten und mich lähmten. Schwere
Zeiten. Aber diese schweren Zeiten haben mich
weitergebracht, obwohl ich auf die tiefen Täler gut und
gern hätte verzichten können. Allein habe ich mich
aber nie gefühlt .


Christoph Pötzsch

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04.08.2011 15:27
#250 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 04.08.2011 : Aktion Sühnezeichen

2011 ist das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit.
Und da gilt es eines Mannes zu gedenken, durch
dessen Vision und christliches Handeln in Deutschland
eine so große und starke Freiwilligentätigkeit im Sinne
von Versöhnung möglich wurde. Dieser Mann hieß
Lothar Kreyssig, wurde 1898 im sächsischen Flöha
geboren, studierte zunächst Jura und wurde Richter.
Durch seine christliche Grundhaltung kam er bald in
Kollision mit den Machthabern des Dritten Reiches. Als
einziger deutscher Richter prangerte er die
Euthanasiemorde der Nationalsozialisten an und
wandte sich gegen die Entrechtung der Häftlinge in
den Konzentrationslagern. Mehrfach wurde gegen ihn
wegen politischer Unzuverlässigkeit ermittelt. Es wird
auch berichtet, dass er auf seinem Landgut zwei
Jüdinnen versteckte und damit vor der Deportation
bewahrte. Er bekam Berufsverbot und entging nur
knapp der Inhaftierung in ein Konzentrationslager.
Nach 1945 wurde er als Widerstandskämpfer
anerkannt und widmete sich seitdem der christlichen
Friedens- und Versöhnungsarbeit. Die schreckliche Zeit
des nationalsozialistischen Terrors wollte er auf seine
Weise verarbeiten. Er gilt als Mitbegründer der
Telefonseelsorge. Besonders wichtig war ihm aber die
Arbeit mit der Jugend. Was die Verführung der Jugend
mit sich bringt, hatte er erlebt. So wollte er in der
neuen Zeit ein Zeichen setzten und gründete die
"Aktion Sühnezeichen" . Junge Deutsche sollten mit
freiwilligen Arbeitseinsätzen in ehemaligen
"Feindländern " für Versöhnung sorgen. Gleichzeitig
sollte damit die neue Generation durch die
persönlichen Kontakte mit gleichaltrigen aus den
anderen Ländern Beziehungen auf Dauer knüpfen und
daraus Freundschaften erwachsen lassen.
Heute ist die Aktion Sühnezeichen aus Deutschland
nicht mehr wegzudenken. Jugendliche können in 13
Ländern Europas und Übersee arbeiten und leben,
neue Kulturen kennenlernen und dafür sorgen, dass
menschliche Beziehungen von vornherein Völkerhass
vermeiden.
In diesen Tagen gedenken wir des 25 . Todestages des
Gründers Lothar Kreyssig.


Chritoph Pötzsch

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05.08.2011 12:49
#251 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 05. 08 .2011 : Bindung als Chance

Als ich unlängst in Köln über die Hohenzollernbrücke
lief, traute ich meinen Augen nicht . Am Geländer
waren tausende Vorhängeschlösser angebracht, große,
kleine, verzierte, mit Namen versehene. Das war ein
unglaublicher Anblick. Ein Stadtkundiger belehrte
mich, dass es seit einiger Zeit Brauch sei, dass
Verliebte ihren Zustand damit dokumentierten.
Zu Hause machte ich mich kundig. Das Spektakel geht
zurück auf das Buch "Ich steh auf dich" von Federico
Moccia zurück. Die zwei Hauptpersonen der Erzählung
schwören sich ewige Liebe, während sie ein
Vorhängeschloss an der zentralen Brückenlaterne
anbringen und den Schlüssel in den Fluss werfen . Nun
ist der Brauch auch in Deutschland angekommen.
Ich finde es schön, dass man in einer Beziehung zu
solchen Äußerlichkeiten greift. Und vielleicht ist das
auch ein Zeichen gegen die Unverbindlichkeit unserer
Zeit. Liebe ja, Ehe nein. Glauben an Gott ja,
Kirchenmitgliedschaft nein. Gesellschaftliches
Interesse ja, Mitgliedschaft in einer Partei nein. Wer
sich heute bindet, gilt als antiquiert. Wer sich heute
nicht bindet, gilt als clever.
Dabei ist Bindung keine Last, sondern eine Chance. Sie
ist ein klares Bekenntnis. Du , mein Gegenüber, bist mir
wichtig. Ich will zu Dir gehören - ohne Wenn und Aber.
Im Verhältnis zu Dir gibt es kein Hintertürchen, ich
meine es ernst, wenn es hart auf hart kommt, flüchte
ich nicht , sondern bin für Dich da. Ob es die Bindung
zu einem Partner ist, die Bindung zu Gott, die Bindung
zu einer Pfarrgemeinde, zu einem Verein, zu einer
Partei. Bindung ist ein Garant, sie bietet
Verlässlichkeit. Mit Bindung übernimmt man natürlich
Pflichten, gewinnt aber Rechte. Denn mit Bindung
bekommt man die Verantwortung seines Gegenübers
geschenkt. Das, was ich als vermeintliche
Einschränkung betrachte, bekomme ich durch das
Gegenüber zurück. So kann Leben gelingen.
Liebe Hörer, überprüfen Sie doch einfach heute mal
Ihre Bindungen. Haben Sie Handlungsbedarf? Und
wenn Sie ein Vorhängeschloß zur Hand haben - die
nächste Brücke ist nicht weit.


Christoph Pötzsch

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06.08.2011 17:20
#252 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 06 .08 .2011 : Beten und Tun gehören
zusammen

Der böhmische Schriftsteller Jaroslav Hasek ist
berühmt für seine hintersinnigen und spaßigen
Geschichten. Nicht nur der "Brave Soldat Schwejk "
stammt aus seiner Feder, auch viele lustige
Erzählungen. Ich liebe seinen schrägen Humor und
habe viele Bücher von ihm.
In einer meiner Lieblingsgeschichten beschreibt er
einen Schüler, der furchtbare Angst vor einer
bevorstehenden Mathematikarbeit hat. Dieser weiß,
dass er in Mathe keine Leuchte ist und befürchtet
Schreckliches. Ich kann das übrigens gut
nachempfinden.
Also geht der Schüler in die Kirche und betet für eine
gute Zensur . Er ist so ins Gebet für die erfolgreiche
Mathematikarbeit vertieft, dass er erst spät nach
Hause kommt. Zum Üben ist keine Zeit mehr.
Auch den folgenden Tag verbringt er pausenlos im
Gebet für eine gute Zensur , und so geht es weiter , bis
zum entscheidenden Tag. Gebetet hat er unglaublich
viel, geübt hat er dagegen nicht. Und, Sie ahnen die
Moral von der Geschicht’ : Er bekommt eine Sechs und
stürzt in eine tiefe Glaubenskrise. Wie konnte der liebe
Gott, zu dem er so viel und intensiv in Vorbereitung
auf die Mathearbeit gebetet hatte, ihn so schmählich
im Stich lassen.
Eine wirklich lustige und zugleich kluge Geschichte. Sie
zeigt, dass der Junge ein ziemlich verqueres
Verständnis vom Beten hat. Natürlich ist sein fleißiges
Beten lobenswert. Aber Beten allein ist es noch nicht .
Beten und Tun gehören zusammen. Der liebe Gott hat
uns ein großes Maß an Freiheit und Selbständigkeit
gegeben, so dass wir unser Dasein selbstbestimmt in
die Hand nehmen können. Wir können in
Verantwortung unser Leben gestalten und eine Vielzahl
von Möglichkeiten nutzen. Und trotzdem sollte Zeit
zum Gebet bleiben, zum Dank für Empfangenes und
um Bitte für andere.
Gemessen werden wir an unserem Glauben und an
unserem Tun. Was wäre der Glaube ohne die Werke,
ohne das fleißige Tun?
Vielleicht hat das der Schüler in der Geschichte von
Jaroslav Hasek gemerkt, und für die nächste
Mathearbeit fleißig gelernt und trotzdem gebetet.
Diese Kombination wäre dann absolut
erfolgsversprechend.


Christoph Pötzsch

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Elli
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08.08.2011 09:06
#253 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 08.08.2011: "Berühmt sein"


Hubert Flattinger erzählt in seinem Kinderbuch von einem kleinen Igel, der nur einen Steinwurf entfernt hinter einem Bauernhof lebt. Er ist dort zufrieden und liebt den warmen Sommerwind, der ihm um die Nase bläst.

Eines Tages bringt der Wind noch etwas anders mit - eine Zeitung. Und der kleine Igel liest: Amsel singt in der Hitparade! Heuschrecke bricht Weltrekord! Superstar Harry Hahn dreht wieder einen neuen Film. Da bleibt dem Igel die Spucke weg und er beschließ auch so berühmt zu werden, wie Amsel, Heuschrecke und Hahn.

So macht er sich auf den Weg. Bei der Amsel singt er vor, aber die sagt nur "Tut mir Leid, das wird kein Hit!" Bei der Heuschrecke versucht er es mit Springen. Aber, was soll man dazu sagen? Schließlich versucht er es noch bei Harry Hahn. Aber so stolzieren kann der kleine Igel auch nicht.

"Was kann ich eigentlich?", denkt traurig der Kleine. "Mich einigeln, aber ob das reicht, berühmt zu werden?" Beim Nachhausegehen trifft er den alten Kater. Ihm erzählt das Stacheltier seine Geschichte. Und der Kater gibt zu bedenken: … "was heißt das schon berühmt zu sein?" "Berühmt zu sein heißt, dass alle dich kennen!", gibt er zur Antwort. "Aber wir kennen dich doch, haben dich alle gern und mögen dich, weil du der Igel bist. Und das ist viel wichtiger!" Und der Igel ist glücklich über die Worte des alten Katers.

Sind wir nicht auch glücklich, wenn andere uns mögen und zu uns stehen? Wenn wir so angenommen werden, wie wir sind.

Gott möchte auch, dass wir glücklich sind. Deshalb gibt er uns Menschen zur Seite, die uns begleiten durch alle Höhen und Tiefen des Lebens. Und auch wir sollen solche Weggefährten sein. Es ist menschlich sich nach Berühmtheit zu sehnen. Aber letztlich wissen wir doch auch, wie schnell der Erfolg vergehen kann. Und das mancher Promi sehr einsam ist. Als ein von Gott geliebter Mensch, weiß ich um dies alles. Denn vor Gott gibt es kein Ansehen der Person, vor ihm sind alle Menschen gleich! (nach Galater 3,28 und Apostelgeschichte 10,34)

Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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09.08.2011 09:58
#254 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 09.08.2011: "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen"

Jedes Jahr in den Sommermonaten, wenn viele zum Baden gehen und nackte oder halbnackte Körper zu sehen sind, ist es wieder Thema in Sendungen und Zeitschriften "Unser Körper und die ideale Figur". Dann werden Vorschläge gemacht, wie wir mit der richtigen Diät und bewusstem Essen unser "Traumgewicht" finden können. Und immer wieder ist da auch zu erfahren, dass wir zu hastig unsere Nahrung aufnehmen. Die Angebote schnell mal eine Bratwurst, einen Döner oder ein Stück Kuchen auf der Hand im Vorbeigehen zu essen, sind ja auch verlockend.

In der Bibel ist häufig auch vom Essen die Rede. In vielen Geschichten, die von Jesus erzählt werden, sitzt er mit anderen bei Mahlzeiten zusammen und erzählte von Gott. Er vermehrt den Wein etwa bei Hochzeit zu Kanaan, als die Gastgeber fürchten müssen, ihre Gäste nicht ausreichend versorgen zu können. Er macht aus wenigen Broten und Fischen eine Mahlzeit für mehrere Tausend Menschen.

Die Speiseregeln für die Juden wiederum sind im alten Testament sehr strikt festgelegt. So ist etwa die Trennung von Milch und Fleisch vorgeschrieben und es gibt eine Liste, welches Fleisch gegessen werden darf und welches nicht. Christliche Essensregeln, wie etwa die am Gründonnerstag, Karfreitag oder zu Weihnachten sind oft von familiären Traditionen und regionalen Besonderheiten bestimmt.

Das Essen mehr ist als nur Nahrungsaufnahme ist uns bewusst und das es "Leib und Seele" zusammenhält, weiß schon der Volksmund.

Im Sinne Jesu sollten wir uns wieder mehr Zeit für das gemeinsame Essen nehmen.

Denn an einem Tisch bei einer liebevoll zubereiteten Mahlzeit gibt es meist gute Gespräche. Wir tauschen uns aus und erfahren etwas von Gedanken und Gefühlen unser Gesprächpartner (Tischgenossen). Manchmal haben wir auch einen Kloß im Hals. Dann bekommen wir nichts runter, weil unsere Seele durch eine schwierige Entscheidung, eine Krankheit oder den Tod eines lieben Menschen belastet ist.

Wenn uns in solchen Momenten einer sagt, komm iss einen Happen oder trink einen Schluck, ich höre dir zu oder schweige mit dir, dann dient es wirklich dem Leib und der Seele.

Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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10.08.2011 08:12
#255 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 10.08.2011: "Reden und Zuhören"

Meine Nachbarin kommt vorbei und fragt: "Wie war es?" Ich freue mich über ihr Interesse und weil er wirklich schön war - der Urlaub. Gerade will ich erzählen, von den Bergen und Städten. Da sagt sie schon: "Ich habe auch etwas Tolles erlebt." Und dann erzählt und erzählt und erzählt die Mitte Fünfzigerin.

Ähnliches empfinde ich bei der Frage "Wie geht es dir?" Sie klingen zunächst wie eine Einladung, der andere will mir zuhören, ist aber doch oft nicht mehr als ein freundlicher Gruß.

Wie gut tut es dagegen, wenn Menschen einem wirklich zuhören können.

In diesem Moment fühlen wir uns ernst- und angenommen. Allerdings sie werden nur das erfahren, was wir bereit sind von uns zu erzählen bzw. preiszugeben. Das setzt Vertrauen voraus.
Verstehen und Verstanden werden ist eine wichtige Erfahrung, die aus Einsamkeit und Isolation herausführt und gemeinsames Leben erst ermöglicht. Es ist schön, wenn jemand sagt: Komm, erzähle! Und es dann zu einem Gespräch kommt mit wechselseitigem Reden und Hören.

Das kann ich auch im Gespräch mit Gott - im Gebet erleben. Ich glaube, dass Gott mir zuhört. Das heißt: Ich kann ihm alles erzählen. Gott hört aber auch anders. Er hört auch das was ich nicht, noch nicht sagen, zeigen kann. Auch nicht mir selbst.
"Gott weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ein Wort dafür findet" (Matth. 6,8), sagt Jesus einmal. Seine Freunde beschäftigte auch die Frage nach dem Gespräch mit Gott. Und Jesus gab ihnen ein Gebet mit auf den Weg - das "Vaterunser". Viele kennen es auch heute und sprechen die Worte jeden Abend, weil sie darin Ruhe und Besinnung finden.

Gespräch mit Gott muss nicht nur Erzählen - es kann auch ein Hören z.B. auf mein Inneres sein. Das macht mir Mut in Ruhe seine Nähe zu suchen, gerade dann, wenn mir wirklich einmal die Worte fehlen und ich nicht weiß, was ich ihm sagen soll!

Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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11.08.2011 10:16
#256 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 11.08.2011: "Ruhe muss man aushalten können ..."

Immer wieder laden Klöster und Begegnungsstätten der Kirchen zu so genannten "Einkehrwochen" ein. Man lebt da zwar in Gemeinschaft, aber doch jeder für sich und dazu noch schweigend. Die einzigen gemeinsamen Tätigkeiten sind oft nur die drei Tagzeitengebete und vielleicht die Mahlzeiten, zwischendurch ist jeder mit sich allein. Handys, Computer, Radio, sind an diesen Orten verboten und einen Fernseher gibt es auch nicht.

Als Faustregel zu Beginn dieser Zeit wird empfohlen "Man soll das lassen, was zur Zerstreuung führt und das tun, was zur Sammlung hilft.", z.B. durch Beten und Spazieren gehen.

Diese radikale Stille kann allerdings auch problematisch werden, nämlich dann wenn jemand allzu viel beruflichen Druck oder familiären Ballast mitbringt. Das alles meldet sich in dieser Zeit, kommt an die Oberfläche und muss erst mal ausgehalten werden. Oft dauert es einfach ein paar Tage, bis ein Mensch von 100 auf Null heruntergeschaltet hat.

"Der Geist wird klarer", so beschreiben viele ihre Erfahrung nach der Einkehrzeit, weil auf Bücher, Nachrichten und Filme verzichtet wurde. Das Gehirn hat es nötig, einmal nichts zu tun - dann bekommt es die besten Gedanken.

Manche suchen in dieser Zeit bewusst auch nach Gott.
"Man sollte die Erwartung loslassen. Wenn ich keine habe, werde ich auch nicht enttäuscht.", geben manche Veranstalter zu bedenken. Es ist eine Art von Ohmacht, die Menschen aushalten müssen: Eine Gottesbegegnung lässt sich trotz intensiver Gebete und gregorianischer Psalmgesänge nicht so einfach herstellen. Auch für Glaubende ist das oft schwer zu begreifen, weil Gott sich nicht von uns so einfach festlegen lässt.

Auch wenn sich nicht jeder in ein Kloster zurückziehen will oder kann, Ruhe brauchen wir alle. Vielleicht hilft es, einmal am Tag einen stillen Raum oder Ort zu suchen. Das kann eine Kirche, ein Wohnzimmer oder auch eine Bank in einem Park oder Garten sein, um dort den Kopf wieder frei zu bekommen und manches klarer zu sehen.


Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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12.08.2011 09:34
#257 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 12.08.2011: "Geschwisterrivalität"

Heimlich nannte er ihn den "Herrn Major". Die Art, wie "zackig" sein großer Bruder den Tee trank, die Selbstverständlichkeit, mit der er das größere Zimmer für sich beanspruchte und die Geradlinigkeit, mit der er lernte und Medizin studierte - all das ärgerte Thomas Hax-Schoppenhorst plötzlich. "Jahrelang war er für mich das kaum hinterfragte Vorbild gewesen", erzählte der 55-jährige Pädagoge. "Aber als wir beide studierten, kamen Gefühle von Unterlegenheit und Neid in mir hoch."

Emotionen, die sich der Mann lange nicht erlaubte. Er hatte sich mit seiner Rolle als kleiner Bruder in der Familie abgefunden. Seine Gefühle irritierten ihn und waren der Beginn der Auseinandersetzung mit dem Thema "Geschwisterbeziehung".

Bevorzugung und Benachteiligung sind Ursache für Rivalität, die von den Eltern bei ihren Kindern häufig nicht wahrgenommen oder hilflos verdrängt werden.

Beispiele für die Rivalität zwischen Geschwistern finden sich schon in der Bibel. Da erschlägt Kain aus Eifersucht seinen Bruder Abel. Jakob betrügt seinen Bruder um das Erstgeburtsrecht und Josef, der Jüngste und Liebling des Vaters, wird von seinen neidischen Brüdern in die Sklaverei verkauft. Aber auch in anderen Werken, wie den Märchen finden sich solche Beispiele.

Die Josefs Geschichte zeigt auf, wie Geschwister ein Miteinander finden können. Erst das Eingeständnis der eigenen Fehler und Gefühle des Jüngsten, verbunden mit der Bitte an Gott um Versöhnung, eröffnet den Brüdern einen Weg zueinander.

Der Pädagoge, Hax-Schoppenhorst, sieht das ähnlich, denn am Anfang steht die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen. "Neid hat immer mit Unzufriedenheit zu tun … ich muss mich also fragen, was ich in meinem Leben tun kann, um zufriedener zu werden …“.

Heute, so schreibt er, kann er gelassener auf Familienfeiern auftreten. Weil er seinem Bruder sehr ähnlich sehe, wird er manchmal mit ihm verwechselt.

"Sobald die liebe Verwandtschaft merkt, dass ich ihnen bei medizinischen Problemen nicht helfen kann, verliert sie das Interesse an mir." Früher sei er gekränkt gewesen, heute überlasse er gern seinem Bruder die private Sprechstunde.


Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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07.10.2011 11:05
#258 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 07.10.2011

Vertrauen

Stellen sie sich vor, sie wären damals dabei gewesen. Sie hätten mit im Boot gesessen, mitten auf dem See, auf dem Jesus plötzlich übers Wasser daher gelaufen kommt. Sie hätten gedacht: Wach ich oder träum ich? Sie hätten vielleicht einen Trick vermutet und nach Sandbänken oder Steinen im Wasser gesucht. Oder hätten sie gedacht: Jesus ist doch immer für eine Überraschung gut.

Oder wären sie eher der Petrus-Typ? Der meldet sich gleich mit wilden Winken und rief: "Hier. Ich auch! Ruf mich zu dir. Ich will auch Wasser-Jogger werden!" Jesus tat's und rief. Und Petrus trat aufs Wasser und es ging! Tja: "Wer auf dem Wasser laufen will, muss zuvor das Boot verlassen! Und dazu gehört eine Menge Vertrauen und Mut. Einfach mal etwas Neues wagen, Christ sein ausprobieren im Alltag zum Beispiel und nicht nur am Sonntag hinter dicken Kirchenmauern inmitten von Gleichgesinnten still im Kirchenschiff sitzen. Bleiben wir im Boot oder wagen wir etwas für unseren Glauben. Vielleicht ist das die Mehrheit. Wie damals auf dem See wagt es nur einer, die anderen zehn bleiben sitzen, aus Angst, nasse Füße zu bekommen.

Der Wasserläufer Petrus ist für mich ein starkes Bild für den Glauben. "Wer auf dem Wasser laufen will, muss zuvor das Boot verlassen!" Aber ich will nicht verheimlichen: Der gute Petrus geht nach ein paar Metern baden. Er hatte den Blickkontakt mit Jesus, der ihn gerufen oder sagen wir auch berufen hatte, abgebrochen. Doch Jesus ergreift die Hand des Petrus und hält ihn, er lässt Petrus nicht untergehen. So ist Jesus. Er lässt keinen untergehen. Aber das kann nur erleben, wer es wagt und den Fuß aus dem Boot setzt. Stellen wir uns vor, wir wären damals dabei gewesen. Hätten wir das Boot verlassen oder wären wir im Boot sitzen geblieben als Beobachter der Szene? Wie heißt es in einem bekannten neuen Kirchenlied: Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt. Er selbst kommt uns entgegen, die Zukunft ist sein Land. Liebe Hörer! Vertrauen wir!

Pfarrer Bernd Richter

Liebe Grüsse
Elli
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Ivonne Offline




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12.10.2011 09:25
#259 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Mittwoch, 12. Oktober - Nusseisbecher

Mittwochnachmittag im Hotelrestaurant im Harz. Unsere fünfzehnköpfige Seniorengruppe
hat dort Platz genommen, um sich Kaffee und Kuchen oder ein Eis schmecken zu lassen.
Ich bin als Freizeitleiter mitgefahren und bestelle mir einen Nusseisbecher. Wir genießen
und erzählen angeregt in kleinen Gruppen. Dabei merken wir kaum, wie die Zeit vergeht.
Irgendwann kommt die Bedienung, um zu kassieren. Da ich gerade mitten in einem
interessanten Gespräch bin, stelle ich das nur ganz am Rand fest. Wir reden noch einige
Minuten weiter. Mittlerweile ist die Bedienung am Ende der Tische angelangt und möchte
gerade weggehen. Da melde ich mich: "Bitte bleiben sie noch einen Moment - ich muss
noch meinen Eisbecher bezahlen." Ihre Antwort: "Nein, das ist schon in Ordnung - da hat
bereits jemand für sie bezahlt!" Dabei macht sie eine Handbewegung auf eine Freizeitteilnehmerin.

Was für eine Überraschung - das hatte ich bei allem Erzählen gar nicht mitbekommen! So
stehe ich auf, gehe zu ihr hinüber und bedanke mich herzlich! "Da hat bereits jemand für
sie bezahlt!" Dieser Satz hallt noch lange in mir nach.

Wie schön wäre es, wenn mir das bei jeder Rechnung passieren würde. Nicht nur bei den
anfallenden Forderungen, sondern auch bei dem, was ich meinen Mitmenschen schuldig
geblieben bin: Liebevolle Worte, eine Entschuldigung, eine Hilfeleistung. Sicher - manches
kann ich ja nachholen - mit einem Brief oder einem Blumenstrauß.

Aber was ist mit den Rechnungen, die offen bleiben; wenn ein Mensch, dem ich etwas
schulde vielleicht schon gestorben ist? Was ist, wenn mich mein Gewissen anklagt? Die
Bibel sagt, dass Jesus für diese Dinge bezahlt hat - sozusagen stellvertretend. Deshalb
können wir mit ihm darüber reden. Und wenn mich das Gewissen dann wieder anklagen
will, kann ich es mit den Worten beruhigen: "Nein, das geht schon in Ordnung - da hat
bereits jemand für mich bezahlt."

Martin Kölli, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde für Menschen in Aschersleben

Ivonne Offline




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13.10.2011 14:20
#260 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Donnerstag, 13. Oktober - Nicht mein Ding!

In unserem Gemeindehaus haben wir im September eine Ausstellung mit einigen
Lithographien von Marc Chagall gezeigt. "Bilder zur Bibel" - so der Name der
einzigartigen Sammlung. Bereits in der Planungsphase sagte eine Frau: "Solche Bilder
sind nicht mein Ding." In der Tat braucht es einige Zeit, bis man einen Zugang zu diesen
Darstellungen findet. Weil Marc Chagall nicht real malt. Im Gegenteil, er stellt mit seinen
Formen und Farben Empfindungen dar, wie Freude, Liebe, Ärger und Wut! Da steht ein
Mensch schon einmal auf dem Kopf, ein Brautpaar fliegt am Himmel und ein Esel ist grasgrün.

Jene Frau ließ sich dann doch auf die Erklärungen über das Leben von Marc Chagall und
auf seine Bilder ein. Dabei machte sie eine interessante Entdeckung: Die Formen und
Farben sprachen sie ganz persönlich an. Mit feuchten Augen gestand sie fröhlich:
"Jetzt sprechen mich manche seiner Bilder richtig an."

"Das ist nicht mein Ding" - so sagte es mir auch ein junger Mann vor einigen Tagen. Wir
waren im Gespräch plötzlich auf das Thema Glauben und Gott gekommen. "Ich bin halt
anders erzogen", meinte er "aber irgendwie interessant ist die Sache mit Gott und Jesus
ja schon". Wir hatten dann noch ein angeregtes Gespräch über so manche Geschichten
und Fragen der Bibel. Und am Sonnabend darauf war er im Jugendclub unserer Gemeinde.
Ich hoffe und bete, dass er wieder kommt. Vielleicht sagt er dann auch eines Tages:
"Erst war es nicht mein Ding - jetzt spricht mich die Bibel sogar richtig an."

Martin Kölli, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde für Menschen in Aschersleben

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