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Frannys Hanne Haller Fan-Forum

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Elli Offline

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Beiträge: 600

13.09.2010 13:59
#41 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 13.09.2010 - Irren ist menschlich.

Es kam wieder zu einer langen Auseinandersetzung. Das ganze Wochenende haben wir uns gestritten. Sicher kennen Sie das auch, dass Sie genau wissen, was richtig ist und Ihr Gegenüber will das einfach nicht kapieren. Es gibt lange Wortgefechte. Oder es wird dem Streit lieber ausgewichen. Dann folgt der gekränkte Rückzug und langes, zähes Schweigen. Ob in der Familie oder Gemeinde, unter Kolleginnen oder in der Schule: Selten wird eine Sache konstruktiv diskutiert, weil Widerspruch meist als persönlicher Angriff gehört wird.

Dass die eigene Sichtweise bzw. Erfahrung oft recht subjektiv ist, zeigt besonders anschaulich die bekannte Geschichte der fünf blinden Gelehrten. Um für ihren König in Indien zu erforschen, was ein Elefant ist, gingen sie auf Reisen. Dort angekommen standen nun alle um das Tier herum und versuchten, durch Ertasten dessen Aussehen zu "begreifen". Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm über den Elefanten berichten. Je nachdem, an welcher Stelle sie den Elefanten berührt hatten, beschrieben sie ihn: Der erste Weise sprach: "Ein Elefant ist wie ein langer Arm." Der zweite Gelehrte widersprach: "Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer." Der Dritte meinte: "Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule." Der vierte Weise sagte: "Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende." Und der fünfte Gelehrte berichtete seinem König: "Alles Unsinn, ein Elefant ist wie ein riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf."

Der König merkte, keiner war in der Lage, den Elefanten als Ganzes zu erkennen. Die Geschichte lehrt uns, die Wahrheit schlechthin gibt es nicht oder selten. Sie hat viele Facetten. Es braucht oft verschiedene Blickwinkel, um etwas ganz zu verstehen. Von der Hl. Theresa von Avila stammen folgende zwei Gebetszeilen: "O Herr, lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann."
Ich bin mir sicher, liebe Hörerinnen und Hörer, dass diese Gedanken, versuchen wir sie zu beachten, eine tägliche, wunderbare Herausforderung sind.


Astrid Herrmann

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Elli
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Elli Offline

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14.09.2010 10:43
#42 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 14.09.2010 - Sich etwas borgen

Hartmut nahm einen Kredit auf für einen neues gebrauchtes Auto, aber er konnte die Raten nicht mehr bezahlen und musste das Auto wieder abgeben. Manche übernehmen sich bei ihren Traumkäufen. Sie wollen immer mehr haben und besitzen zuletzt immer weniger oder gar nicht mehr und verlieren vielleicht noch ihre Freiheit.

Ein uraltes Sprichwort in unserer Bibel lautet: "Der Reiche herrscht über die Armen, und wer borgt, ist ein Knecht dessen, der ihm leiht." Ums Leihen und Verleihen geht es mir. Noch ein Beispiel fällt mir ein: Manchmal kommt der kleine Fridjof die Treppe herauf und möchte etwas borgen. Jetzt, sofort, fürs Essen. Sie hätten kein Salz und brauchten ein Paar Eier. Morgen gehen sie einkaufen, dann bringt er Salz und Eier zurück. Seinen Bitten können wir nicht widerstehen. Wir geben es gern und er gibt es uns gern zurück, obwohl wir nicht darauf bestehen würden. Wir wissen, wir können jederzeit bei unseren Mitmietern genauso borgen.

Die beiden Geschichten unterscheiden sich. Im ersten Fall borgen Menschen aus Eigenliebe und verborgen Menschen auch aus Eigenliebe. Beide meinen, dabei zu etwas zu kommen. Im zweiten Fall borgen Menschen aus Liebe und verborgen Menschen ebenfalls aus Liebe und wollen im Grunde nichts weiter als einander dieses Vertrauen zeigen. Meint unser biblisches Sprichwort beides? Nein... "Der Reiche herrscht über den Armen." Ihre Beziehung ist vom Geld bestimmt, von nichts anderem. Der eine hofft, zu etwas zu kommen, was er sich wünscht, aber sich noch nicht leisten kann. Der andere hofft, durch Verleihen von Geld ohne Arbeit das Geld durch Zinsen zu vermehren. Er macht den Anderen zum Knecht. Er "versklavt" ihn. Die Liebe macht voneinander abhängig. Aber wer sich geliebt weiss, möchte wieder lieben, möchte gern mit Liebe vergelten. Und das ist eine Abhängigkeit, die das Leben schön, reich und freier macht als jeder Kredit.


Pfarrer Christian Mendt

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Elli
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15.09.2010 18:10
#43 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 15.09.2010

Eine Gemeinschaft, die neue Mitglieder gewinnen möchte, bemüht sich in aller Regel,
Interessierten den Einstieg so leicht wie möglich zu machen. In unserer Gemeinde
halten wir das auch so. Schon am Eingang heißt ein Gemeindemitglied Gäste
willkommen, steht bereit für Fragen und Erklärungen.
Umso mehr hat mich verwundert, wie rigoros und geradezu abstoßend Jesus mit
einigen Gesprächspartnern umgegangen ist. Einmal spricht ihn ein Mann aus dem
weiteren Jüngerkreis an und bittet Jesus, ihm frei zu geben, damit er seinen Vater
bestatten kann. Das gehörte damals zur unbedingten Pflicht eines Sohnes. So erwies
man seinen Eltern einen letzten Respekt. Doch statt seinen Jünger zu dieser guten Tat
zu ermutigen, antwortet Jesus:
Folge mir nach, und lass die Toten ihre Toten begraben! (Mt 8,22 – NGÜ)
Ist das nicht taktlos? Animiert Jesus seinen Schüler dadurch nicht, sich der gebotenen
sozialen Verantwortung zu entziehen?
Man kann diese Pietätlosigkeit nur verstehen, wenn man die äußerste Dringlichkeit
berücksichtigt, die das Wirken von Jesus hatte. Es galt möglichst viele in Israel mit der
Nachricht vom Anbruch der Gottesherrschaft zu konfrontieren. Dieses Thema duldete
keinen Aufschub. Da mussten sogar familiäre Pflichten zurück stehen.
Aber die hohe Dringlichkeit, die Jesus seinem Wirken gibt, ist ja nur eine Stolperstelle.
Mindestens genauso irritierend ist der Umstand, dass Jesus diesem Mann antwortet,
die „Toten“ könnten doch den Verstorbenen bestatten. Er meint damit wohl all die, die
den Ernst seines Erscheinens nicht nachvollziehen können. Die sind in dem Sinne
„tot“, dass sie das Auftreten des Lebensfürsten - bisher jedenfalls – ignoriert haben.
Ist es verkehrt, als Gemeinde unnötige Hürden zu vermeiden und Interessierten
Brücken zum Glauben zu bauen? Auf keinen Fall. Jesus selbst ist auf die Menschen
zugegangen und hat versucht, ihnen das Evangelium leicht verständlich zu machen.
Dennoch bleibt der Anspruch von Jesus eine Herausforderung. Wenn er Menschen
ruft, müssen alle anderen Ansprüche an die zweite Stelle zurück treten. Die
Begegnung mit ihm geht unbedingt vor


Pastor Marcus Schäfer

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Elli
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16.09.2010 07:46
#44 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 16.09.2010 - Weisheit

Es kam wieder zu einer langen Auseinandersetzung. Das ganze Wochenende haben wir uns gestritten.
Sicher kennen Sie das auch, liebe Hörerinnen und Hörer, dass Sie genau wissen, was richtig ist und Ihr Gegenüber will das einfach nicht kapieren. Es gibt lange Wortgefechte. Oder es wird dem Streit lieber ausgewichen. Dann folgt der gekränkte Rückzug und langes, zähes Schweigen.

Ob in der Familie oder Gemeinde, unter Kolleginnen oder in der Schule: Selten wird eine Sache konstruktiv diskutiert, weil Widerspruch meist als persönlicher Angriff gehört wird.
Dass die eigene Sichtweise bzw. Erfahrung oft recht subjektiv ist, zeigt besonders anschaulich die bekannte Geschichte der fünf blinden Gelehrten.

Um für ihren König in Indien zu erforschen, was ein Elefant ist, gingen sie auf Reisen. Dort angekommen standen nun alle um das Tier herum und versuchten, durch Ertasten dessen Aussehen zu "begreifen".
Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm über den Elefanten berichten. Je nachdem, an welcher Stelle sie den Elefanten berührt hatten beschrieben sie ihn:

Der erste Weise sprach: "Ein Elefant ist wie ein langer Arm."
Der zweite Gelehrte widersprach: "Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer."
Der Dritte meinte: "Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule".
Der vierte Weise sagte: "Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende."
Und der fünfte Gelehrte berichtete seinem König: "Alles Unsinn, ein Elefant ist wie ein riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf."
Der König merkte, keiner war in der Lage, den Elefanten als Ganzes zu erkennen.
Die Geschichte lehrt uns, die "Wahrheit" schlecht hin gibt es nicht oder selten. Sie hat viele Facetten. Es braucht oft verschiedene Blickwinkel, um etwas ganz zu verstehen.

Von der Hl. Theresa von Avila stammen folgende zwei Gebetszeilen:
"O Herr, lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann."
Ich bin mir sicher, liebe Hörerinnen und Hörer, dass diese Gedanken, versuchen wir sie zu beachten, eine tägliche, wunderbare Herausforderung sind.


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17.09.2010 09:09
#45 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 17.09.2010 - Mit Herz und Verstand

Ich wünsche einen guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer. Kennen sie das Spiel: Ich sehe was, was du nicht siehst? Es gilt herauszufinden, was ein Kind sieht, was andere nicht sehen.

Ich finde ja, so manche Spielidee hat auch etwas mit unserem Leben zu tun. Ich seh´ etwas, was du nicht siehst.
Etwas sehen und erkennen, was andere überhaupt nicht wahrnehmen.

Dieses wirklich sehen, mit Herz und Verstand, ist eine Lebenskunst. Und diese Art zu Sehen ist ein Geschenk, denn es gibt Dinge in unserer Welt, die sind so unbeschreiblich, dass das Auge allein es nie entdecken würde.

Eine solche beschenkte Lebenskünstlerin war Hildegard von Bingen, deren Todestag wir heute gedenken.

Eine Heilige, die von Rom nie "Heilig gesprochen" wurde, also fast eine Heilige, wie Ingrid Riedel es in ihrem Buch schreibt und fast eine Hexe.
Hildegard hatte eine besondere Beobachtungsgabe und sie hatte die Gabe, besondere Dinge zu sehen. So schrieb sie selbst, dass sie schon mit fünf Jahren sah, was Andere nicht sehen konnten. Es heißt, sie sah einmal die Fellfärbung eines Kälbchens voraus, noch bevor es geboren war.

Hildegard wurde im Laufe ihres Lebens zu einer großen Naturkundigen und gleichzeitig war sie Naturforscherin. Sie war eine der besten Pflanzen- und Tierkennerinnen des 12. Jahrhunderts und ihre Bücher enthalten genaue und liebevolle Beschreibungen. Sie war beste Kennerin der Heilkräuter. Sie war Ärztin ihrer Zeit und wird zu den wichtigsten Gestalten der Medizingeschichte gezählt.

Hildegards Sicht der Natur zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie zugleich den großen und ganzen Kosmos und den kleinen und einzelnen Kosmos des menschlichen Körpers von einer einheitlichen Kraft durchwirkt sah: Der sancta viridatis, der Heiligen Grünkraft. Diese bewegt und durchstrahlt alles und ist für sie die "Herzkraft der himmlischen Geheimnisse".

Lieber Hörerinnen und Hörer, für mich ist Hildegard von Bingen eine Heilige. Sie sah die Welt auf ganz besondere Weise, als ein von Gott geschaffenes Ganzes.
Das können Sie heute sehen wie sie wollen. Aber es zeichnet uns aus, wenn wir mit Herz und Verstand versuchen, die Welt mit neuen Augen zu sehen.


Astrid Herrmann

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18.09.2010 10:22
#46 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Samstag, 18.09.2010 - Wegkreuze

Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer,
in meiner Heimat um Bautzen begegnen mir immer wieder Wegkreuze. Viele dieser so genannten Flurkreuze dienten als Wegemarkierungen zur Kennzeichnung schwieriger oder gefährlicher Stellen oder als Hinweis auf Wegekreuzungen, besonders auf alten Pilgerwegen. Obwohl meist schon alt, sind die Kreuze oft gut restauriert und schön geschmückt. Ganz viele Gedanken und Fragen kommen mir in den Sinn bei ihrem Anblick.

Ich frage mich: Wer kommt heute noch hierher - stellt sogar frische Blumen auf? Warum? Hat es auch heute noch etwas damit zu tun, dass sich Menschen vom Kreuz Orientierung erhoffen auf ihrem Weg, ihrem Lebensweg? Die Verbindung zum Himmel suchen in schwierigen Situationen. Dann die kleinen Holzkreuze an den Straßenrändern. Geschmückt oder mit einem Bild. Ein Name steht auf ihnen, ein Datum und ein kleines Kreuz davor. Welcher Schicksalsschlag steckt dahinter? Das Kreuz, das Schnittstellen und Brüche im Leben aufzeigt aber auch ein Symbol der Hoffnung auf Frieden und Erlösung für diese Menschen.

Ich entdecke das Kreuz als Goldschmuckkette am Hals einer jungen Frau. Warum trägt sie es? Ist es ein Erbstück oder ein Geschenk?
Ich lese aber auch ab und an, dass Menschen Kreuze schänden. Welchen Grund haben sie? Wissen sie um die Bedeutung dieses Symbols?

Das Kreuz, manchen ist es Schmuck, für andere ein Zeichen des Glaubens bzw. eine Orientierung bei schwierigen Entscheidungen auf dem Lebensweg und wieder anderen ein Anstoß des Ärgernisses.

In der Katholischen Kirche gibt es einen Festkalender und so feiern wir heute das Fest Kreuz Erhöhung. Es bezieht sich auf den 14. September 335. An dem Tag wurde die Grabeskirche in Jerusalem geweiht.

Diese Kirche ist der Ort, der an die Kreuzigung und Auferstehung Jesu erinnert. Dort wurde das heilige Kreuz dem Volk gezeigt und verehrt. Es hält den Glauben lebendig, im Kreuz ist Heil. Bis heute pilgern Tausende Christinnen und Christen aus aller Welt zu diesem Ort.

Das Kreuz, ein Folterwerkzeug der Römer, das zum Zeichen wurde, dass der Mensch erlöst ist von allem Übel. Von Anfang an bis heute eine Deutung, die aufhorchen lässt und Anstoß erregt.


Astrid Herrmann

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19.09.2010 10:02
#47 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonntag, 19.09.2010 - Von Wundern und Märchen

Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n und dann werden tausend Märchen war ... !
Liebe Hörerinnen und Hörer, ich erwische mich manchmal, dass ich das Lied summe und zu träumen anfange.

Wundern, tausend Märchen - wenn sie wahr werden, ist das schon etwas ganz Besonderes.
Ich glaube, die Sehnsucht nach etwas Besonderen, ist bei jedem Menschen sehr groß.
Einmal einen Schatz finden, einmal etwas ganz besonders machen oder einmal an einem ganz besonderen Ort sein. Wenn wir das erreichen, so meinen wir, dann sind wir auch jemand Besonderes.

Oft höre ich in Gesprächen: Ich kann nichts Besonderes, ich habe nichts Besonderes, ich bin nichts besonders.
Es gibt Menschen die warten ihr Leben lang auf das ganz Besondere und wundern sich, dass es nicht zu ihnen kommt.
In einer Geschichte wird es anders erzählt.
Ein Kaufmann suchte sein Leben lang nach einer ganz besonderen Perle. Er fand diese, er ging hin und verkaufte alles. Er tat alles um diese Perle zu besitzen.

Für die ersehnte Perle blieb er auf der Suche und als er sie fand veränderte er sein Leben.
Ich finde, die Perle ist das Bild für etwas ganz Besonderes. Sie hat das Faszinierende, eine echte Perle ist traumhaft schön. Wahrscheinlich kennen sie auch die Geschichte von der Perle.

Eines Tages am Meeresboden öffnete sich die Muschel zur Nahrungsaufnahme und ein witziges Sandkorn fällt in den weichen Muschelschoß hinein. Es reibt und verletzt die Muschel im Inneren schmerzhaft. Doch dieses kleine Wesen gab aus Liebe zum Leben nicht auf und umschloss sanft den Fremdkörper. Mit aller Liebe angenommen und umfangen von der Muschel verwandelte sich das Sandkorn in eine Perle und wächst zu etwas ganz Besonderen.

Diese Erzählung, liebe Hörerinnen und Hörer, zeigt uns doch ganz deutlich wo und wie das Besondere in unserem Leben zu finden ist. Oft ist das was ich ersehne da und in mir grundgelegt.
Vielleicht ist es meine Liebesbeziehung, eine Freundschaft oder das was ich täglich schaffe.
Herauszufinden, was und wo meine Perle ist, kann das Glück meines Lebens sein. Wenn ich es entdecke, wird sich mein Leben verändern.


Astrid Herrmann

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20.09.2010 09:54
#48 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 20.09.2010 - Vorsorge-Untersuchung

Vor einigen Wochen war es mal wieder so weit. Meine Frau, die seit Jahren als Krankenschwester arbeitet, erinnerte mich liebevoll daran, dass es an der Zeit ist, wieder mal einen Gesundheits-Check machen zu lassen. Ich fühle mich im Großen und Ganzen recht gesund. Deshalb war mir gar nicht aufgefallen, dass mein letzter Check schon über zwei Jahre zurück liegt. Männer, mal ehrlich, wer geht schon gerne zum Arzt. Und erst recht nicht, wenn nichts wirklich weh tut. Also ich gehe normalerweise nur, wenn ich meinen Kopf unter dem Arm hintragen muss oder so starke Schmerzen mich quälen, dass ich dieses geringere Übel in Kauf nehme.

Ich weiß ja, dass es meine Frau mit mir wirklich gut meint. Das darf ich nun schon über 28 Jahre in unserer Ehe genießen. Also nahm ich mit meinem Hausarzt Kontakt auf und ließ alle nötigen Untersuchungen brav über mich ergehen. Dankbar bin ich im Nachhinein, dass alles in Ordnung ist. Für unseren Körper sind wir doch, wenn auch zögerlich, bereit, so manches auf uns zu nehmen. Nicht nur Gesundheitscheck, umfangreiche Hygiene-Maßnahmen und mancher sogar Qualen im Fitness-Studio. Das ist auch vollkommen in Ordnung.

Genauso wichtig wie die Vorsorge für den Körper ist meines Erachtens die Vorsorge für unser seelisches Wohlbefinden. Haben Sie sich schon einmal mit der Frage beschäftigt: Wie geht es meiner Seele? Ist sie gesund? Was kann ich tun, damit es so bleibt? Unsere Zeit ist mit so vielen Dingen gefüllt, die uns krank machen können, obwohl der Körper fit ist.

Gott sagt in seinem Wort, der Bibel: "Mehr als auf alles Andere achte auf dein Herz." Das sagt er nicht als Kardiologe, sondern damit meint er unser Innerstes, das Zentrum unserer Persönlichkeit. Es ist sehr wichtig, dass sich in der Seele keine bitteren Ablagerungen festsetzen. Sie machen uns krank. Auch dabei ist Früherkennung die beste Heilungschance. Ich freue mich darauf, frisch und ohne Altlasten in den heutigen Tag starten zu dürfen.

Pastor Rainer Klotz

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21.09.2010 08:37
#49 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 21.09.2010 - Vertrauen

Wem kann man heute noch vertrauen? Was wurde uns nicht schon alles versprochen. Ja, auch ich habe schon oft Vertrauen enttäuscht.

Da hatten liebe Menschen in meinem Umfeld darauf vertraut, dass ich das, was ich versprochen hatte auch wirklich tue. Und ich, ich hatte es schlichtweg vergessen. Ich wollte einfach nur nett sein und sagte zu. Helfen wollte ich und dann war ich einfach nicht da. Warum hatte ich es mir nicht gleich aufgeschrieben? War ich zu vorschnell und hatte etwas zugesagt, was ich gar nicht einhalten konnte, weil gleichzeitig schon etwas anderes geplant war?

Da gibt es Momente in meinem Leben, in denen fühle ich mich deshalb richtig schlecht.
Und dann ist da aber auch die andere Seite und die kenne ich leider auch recht gut. Da gewährt man einem Menschen einen Vertrauensvorschuss und dieser nutzt das schändlich aus.

Das tut richtig weh. Was kann man da machen? Zurückziehen und niemandem mehr vertrauen. Ja, das wäre eine Möglichkeit.
Diesen Weg gehen leider immer mehr Menschen.
Das erspart vielleicht sogar manche Enttäuschung, aber es macht uns unheimlich einsam. Es muss doch auch einen besseren Weg geben.

Ja, den gibt es. Jesus hat es vorgelebt. Er hat uns gezeigt, dass es durch die Bereitschaft dem Anderen zu vergeben, immer wieder möglich ist Enttäuschung zu überwinden. Neues Vertrauen zu wagen, auch nach Versagen ist möglich, weil Gott sein großes Vertrauen zu uns immer wieder unter Beweis stellt.

Dieser Weg ist sicherlich viel besser als Isolation. Ich möchte sie heute einladen mit mir gemeinsam mal darüber nachzudenken. Beginnen auch sie denen, die ihr Vertrauen enttäuscht haben, zu verzeihen.

Das befreit vor allem sie selbst und es wächst der Mut, neues Vertrauen zu wagen.

Pastor Rainer Klotz

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22.09.2010 09:47
#50 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 22.09.2010 - Renovieren

Kennen sie das? Die Schränke werden immer voller. Sie wissen genau, da hatte ich doch dieses oder jenes da oder da hingelegt, aber es ist nicht mehr zu finden. Zu viel anderes liegt darauf oder ist davor gestellt worden.

Vor einigen Wochen war es bei uns soweit. Die Kinder sind aus dem Haus und vieles, von dem was sich so angesammelt hatte, war bei genauerem Hinsehen nicht mehr nötig.

Wir räumten intensiv um und gaben vieles weg.
Mit so Manchem konnten wir anderen Menschen eine Freude machen.
Können sie sich vorstellen, dass wir uns jetzt in unserem neu geordneten Haus viel wohler fühlen?
Ja, es war schmerzlich, sich von dem einen oder anderen zu trennen. Da waren zum Beispiel meine kompletten Studienunterlagen. Wie viel Mühe hatte es mich damals gekostet, all diese Aufzeichnungen zu erstellen. Sie lagerten gut sortiert schon über 30 Jahre in einem Schrank. Seit damals hatte ich sie aber nie wieder wirklich gebraucht und ehrlich gesagt, vermisse ich sie heute auch nicht.

Für mich ist dieses Erlebnis zu einem Beispiel für mein Leben geworden. Was hat sich in meinem Leben nicht schon alles angesammelt. Vieles davon prägt bis heute mein Leben. Die Renovierung meines Hauses hat mich gelehrt, neu darüber nachzudenken, was ich wirklich brauche und auch darüber, was mein Leben nur behindert.

In der Bibel lese ich, was Jesus mal zu seinen Mitmenschen gesagt hat: "Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen."

Ja, diese Einladung gilt sicherlich in erster Linie für seelische Lasten. Ich möchte es heute mal ganz pragmatisch anwenden.
Vieles was wir besitzen hindert uns einfach, mit Freude durchs Leben zu gehen. Es ist doch wirklich schön, Ballast los zu werden. Wenn dabei vielleicht noch Mitmenschen beschenkt werden, ist es doppelt hilfreich.


Pastor Rainer Klotz

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23.09.2010 08:57
#51 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 23.09.2010 - Herbstanfang

In diesen Tagen hat der Herbst begonnen. Schade eigentlich nach so einem schönen Sommer. Ich habe noch keine Lust, mich auf Schmuddelwetter einzustellen. Aber ich werde da nicht gefragt. Was würde es mir nützen, wenn ich dem Sommer hinterher jammern würde? Die Zeit bleibt nicht stehen und der alljährliche Wechsel der Jahreszeiten gehört zu unserem Leben.

Viel besser ist es doch, dankbar zurückzuschauen. Gern erinnere ich mich an die schönen Momente, in denen ich mit meiner Frau und lieben Menschen an lauen Sommerabenden zusammensitzen durfte. Ja, die große Hitze an einigen Tagen war herausfordernd. Aber umso schöner war es doch nach so einem heißen Tag die Kühle des Abends zu genießen.

Jetzt wird es nicht mehr lange dauern und wir sehnen uns wieder nach einem warmen Plätzchen am Abend nach kühlen Herbststürmen.
In der Bibel steht fast ganz am Anfang: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."
Das hat Gott dem Noah nach der Sintflut versprochen. Seitdem ist das auch Jahr für Jahr so.

Ich freue mich darüber, dass dieser Gott nicht nur bei den sich immer wiederholenden Abläufen verlässlich ist. Auf ihn ist wirklich Verlass.
Da denke ich an seine Telefonnummer. Kennen sie die? Sie heißt 50 15. Natürlich meldet sich da niemand direkt am Telefon. Ich hab es sogar probiert. Es kam nach einer Wartezeit das "Besetzt- Zeichen". Genau das denken heute viel zu viele Menschen von Gott. Er ist zu beschäftigt, um sich für mich Zeit zu nehmen.

Mit 50 15 meine ich den Psalm 50 den 15. Vers. Dort heißt es: "Rufe mich an am Tag der Not; dann rette ich dich und du wirst mich ehren."
So sicher wie Frost und Hitze sich abwechseln, weil Gott das so eingerichtet hat. So sicher wird Gott jeden Ruf hören und gerne helfen. Einen Versuch ist es doch wert auch an diesem heutigen Tag.


Pastor Rainer Klotz

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24.09.2010 12:33
#52 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 24.09.2010 - Freitags wird gebadet

Kennen sie noch die alten Rituale wie "freitags wird gebadet"?
Das waren noch die Zeiten, als man mit großem Aufwand die Kohlen aus dem Keller holen musste. Anschließend wurde der Badeofen angefeuert. Nach einer reichlichen Stunde konnte dann das Wasser eingelassen werden. Natürlich war es für uns als Kinder normal, dass wir der Reihe nach alle durch dasselbe Badewasser gezogen wurden.

Ich bin sehr froh darüber, dass diese Zeiten der Vergangenheit angehören. Die Möglichkeiten heute sind doch weitaus besser. Ich kann mich zu jeder Zeit unter die Dusche stellen, drehe den Wasserhahn auf und los geht’s.

Wir haben uns so daran gewöhnt, dass gründliche Reinigung ohne großen Vorbereitungsaufwand möglich ist. Das ist doch ein echter Fortschritt und wirkliche Zeiteinsparung. Ehrlich gesagt, ich vermisse diesen Badeofen nicht.

So vieles ist in unserer heutigen Zeit wesentlich einfacher geworden.
Eigenartigerweise haben wir aber trotzdem oft viel weniger Zeit.
Bei allen Annehmlichkeiten unserer modernen Gesellschaft mit ihren vielen Angeboten ist es doch ziemlich schwer die Orientierung zu behalten.
Für vieles haben wir keine Zeit. Ist das wirklich so?

Jeder Tag hat doch 24 Stunden und die hat jeder Mensch gleich. Es ist unsere Entscheidung, wofür wir uns Zeit nehmen.
Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich mein Leben immer voller packen möchte. Sobald ich bei einer Sache Zeit einsparen kann kommen drei neue dazu. Das kann nicht endlos so weiter gehen.

Vor längerer Zeit hörte ich mal einen weisen Spruch, der sich bei mir sehr stark einprägte. Er lautet: "Es ist nicht nötig, dass wir wesentlich mehr tun, sondern wir sollten mehr Wesentliches tun."

Herauszufinden, was das denn konkret für mein Leben bedeutet, ist eine spannende Herausforderung. Dabei ist es für mich eine unverzichtbare Hilfe geworden, die Nähe Gottes zu suchen und ihn zu fragen.

Die Begegnung in der Stille vor Gott macht mich ruhig und gibt mir Gelassenheit, nicht auf jedes Angebot oder jede Erwartung Anderer reagieren zu müssen.


Pastor Rainer Klotz

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Elli
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25.09.2010 06:19
#53 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 25.09.2010

Aufstehen. Das ist am Morgen gar nicht so einfach. Es gibt Menschen, die wachen auf, sind
sofort munter und springen aus dem Bett. Andere gönnen sich noch ein paar Minuten
Verlängerung im Bett, um aus den Träumen ins wache Leben zu finden. Manche kriegen
ihren Kreislauf nicht so schnell in Schwung und werden erst nach der Dusche richtig wach.
Aber irgendwann ist es soweit. Dann gilt, was Paul Gerhardt in dem Lied von der güldnen
Sonne so schön sagt: „Mein Haupt und Glieder, die lagen danieder. Aber nun steh ich, bin
munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.“ Damit hat Paul Gerhardt auch
schon die Belohnung angesprochen, die mit dem Aufstehen am Morgen verbunden ist: ich
schaue den Himmel mit meinem Gesicht. Ich kann die Vögel singen hören, das erste Licht der
Sonne sehen und den Tau auf dem Gras. Das Morgenlicht leuchtet immer ganz besonders.
Gewiss, besonders eindrucksvoll ist das im Sommer, und erst recht im Urlaub am Meer oder
in den Bergen. Im Winter wird es noch einmal schwerer mit dem Aufstehen, wenn es draußen
noch ganz dunkel ist. Aber gerade daran, wie sehr man dann das Licht vermisst, lässt sich
erkennen, wie hilfreich, ja lebensnotwendig es für unser Leben und unser Wohlbefinden ist.
Bei einigen Krankheiten, wie z.B. bei Depressionen, wird sogar eine Licht-Therapie
praktiziert. Denn das Licht hebt die Stimmung. Paul Gerhardt sieht das Morgenlicht als
Zeichen der Barmherzigkeit Gottes: „Wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen über uns seiner
Barmherzigkeit Schein.“ Überhaupt ist das Licht immer schon als ein Symbol verstanden
worden, ebenso wie die Finsternis. Ein finsterer Geselle, das ist für uns ein Mensch, der
gewalttätig ist oder dunkle Geschäfte macht. Mit Licht hingegen verbinden wir Klarheit,
Wahrheit, Aufrichtigkeit oder auch die Freundlichkeit eines strahlenden Gesichts. Weil die
Botschaft Jesu für die ersten Christen so erhellend war, haben sie in ihm das Licht für die
Welt gesehen und sich bemüht, dieses Licht auch für andere leuchten zu lassen. Kinder dieses
Lichts sollen die Menschen werden, wahrhaftig, freundlich und barmherzig, so sagt es die
Bibel. Jeder neue Morgen ist auch eine Erinnerung an diese Aufgabe


Propst i.R. Karl-Heinrich Lütcke

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Elli
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27.09.2010 10:33
#54 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Montag, 27.09.2010 - Jeder Sonntag ist ein Feiertag

Es ist wieder Montag. Für die meisten Menschen der erste Tag der Woche. Schule und Arbeit,
Termine und Pflichten stehen an. Der Alltag hat uns wieder.

Für uns Christen gilt der Sonntag als der erste Tag der Woche. Jeder Sonntag ist ein Feiertag.
Ein Festtag für Gott. Ein Festtag für uns Menschen. Er ist der Tag der Auferstehung von Jesus Christus.
Jeder Sonntag ist ein kleines Ostern. Die russische Sprache ist ganz direkt: im Russischen heißt der Sonntag
sogar "Woskresenie" - Tag der Auferstehung von Jesus Christus. Wir Christen feiern an jedem Sonntag in den
Kirchen Gottesdienst. Darin loben und danken wir Gott für die guten Erfahrungen der letzten Woche. Wir hören
in den Predigten und Bibeltexten, was Gott für uns möchte, damit unser Leben gelingt. Wir bitten um Gottes Kraft
für uns und andere. Vor Gott können wir zu uns selbst kommen. Durchatmen für den Alltag. Die Seele baumeln lassen.

Ab 2011 soll in Sachsen der Ladenschluss gelockert werden. Die Zahl verkaufsoffener Sonntage wird erweitert,
mancher Feiertag wird freigegeben. Doch frei wofür? Freie Fahrt für freie Bürger im Konsumverkehr? Muss der
Mensch auch sonntags noch einkaufen und das Auto in die Wasch-Straße fahren?

Wenn ich es mir einrichte, schaffe ich es irgendwann in der Woche. Ab und zu muss der Mensch aber anhalten
im Alltagsgetriebe. Um mich herum erlebe ich so viele Menschen, die richtig erschöpft sind. Vom Burn-out-Syndrom
ist die Rede. Ein Mensch fühlt sich wie ausgebrannt. Er hat keine Kraft, keinen Antrieb mehr für das Alltägliche.
Manche Menschen arbeiten bis zum Umfallen und fallen dann um. Auf der freien Fahrt gibt es oft kein Halten mehr.
Der rastlose Mensch wird zu einem haltlosen Menschen.

Der Sonntag ist in meinen Augen der wichtige Haltepunkt in einer Woche. Anhalten und den Alltagsstress abstreifen
und die Seele nach kommen lassen sind ein wichtiger Schritt für das Wohlbefinden und für den sozialen Frieden.
Unser Grundgesetz hat den Sonntagsschutz eindeutig geregelt. Er dient der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung.
Gut so. Diese Woche ist wieder voller Arbeit und Verpflichtungen. Aber es gibt ja den Sonntag. Gott sei Dank.


Pfarrerin Antje Kruse-Michel

Ivonne Offline




Beiträge: 1.331

28.09.2010 09:10
#55 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Dienstag, 28.09.2010 - Beten als Sprache des Herzens

Manchmal, wenn ich um die Mittagszeit in der Nähe bin, gehe ich zu meinem Lieblingsfleischer.
Er hat einen ausgezeichneten herzhaften Mittagsimbiss. Wie neulich. Mit meinem Teller betrete
ich den anliegenden Gastraum. Alle Tische sind besetzt. Ich steuere auf den Tisch mit dem
jungen Mann zu. Ich habe Glück. Er hält für niemanden frei. Ich setze mich, falte kurz die Hände,
senke den Kopf und bete. Als ich aufblicke, fragt mein Gegenüber: "Ist ihnen schlecht?"
"Nein. Nein, nein." - sage ich. "Ich bete nur." Da sieht er mich überrascht an und isst
schnell weiter. Irgendwie scheint er peinlich berührt. Ein Gespräch kommt nicht zu Stande.
Was soll ich ihm auch sagen?

Beten ist für mich eine Lebensäußerung vor Gott. Das Gebet gehört für mich in meinen Lebensalltag
wie Essen und Trinken. Mir ist bewusst, dass vielen meiner Zeitgenossen das Gebet etwas Fremdes ist.
Wie eine fremde Sprache, die man nicht versteht. Für mich ist das Beten meine Sprache des Herzens zu Gott.
Eine ganz besondere Kommunikation. Beten kann ich zu jeder Zeit und an jedem Ort. Ich bete manchmal
im Fahrstuhl eines Hochhauses, wenn ich auf dem Weg bin zu einem schweren Besuch. Oder an der Kreuzung,
wenn die Ampel auf Rot schaltet. Die vier Säulen des Betens sind: Loben und Danken, Bitten und Klagen.
Mal hat das Eine mehr Raum und mal das Andere.

Ich danke Gott für die schöne Zeit mit meinen Kindern im Urlaub. Ich klage auch ab und zu,
wenn etwas schief läuft. Ich bete für die krebskranke Frau um Kraft von Gott für die Zeit ihrer
Chemotherapie. Und Gott lässt sich bitten. An einem gedeckten Mittagstisch kann ich nur danken.


Pfarrerin Antje Kruse-Michel

Monika ( Gast )
Beiträge:

28.09.2010 13:37
#56 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Liebe Ivonne,
die Pfarrerin Antje Kruse-Michel spricht den Wert des Gebetes an. Beten heißt ja, mit Gott in Beziehung treten. Der große Theologe Karl Rahner schreibt von der Not und dem Segen des Gebetes. Es gibt den Begriff "Gebetsnot", der besagt, dass Menschen aus einer inneren Not heraus (z.B. aus Verzweiflung, aus Enttäuschung, aus Verbitterung) nicht mehr beten können.
Mutter Theresa bekannte sich zu ihrer Gebetsnot und zu ihrer "Gottferne!"
In Zusammenhang mit Gebet und Gottbezug darf unsere liebe HANNE nicht fehlen. Das Vaterunser bezeichnete sie als ihr Lieblingsgebet. Öffentlich sagte sie, furchtbar traurig darüber gewesen zu sein, dass dieses Gebet so lange in der Versenkung verschwunden war.
Lasst uns für sie über die Hotline Gottes wieder ein Dank- und ein Segensgebet schicken.
Liebe Grüße
Monika

Elli Offline

Administrator


Beiträge: 600

29.09.2010 09:57
#57 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 29.09.2010 - Engel

Haben Sie schon mal einen Engel gesehen? "Tag des Erzengel Michael und aller Engel" - steht heute in meinem Kirchenkalender. Zu Michaelis ist ein Blick auf Engel also gerade recht. In unserer Welt der Sachlichkeit, der Leistung und Technik finde ich das Bedürfnis nach Engeln ungebrochen. Ob in Bronze auf dem Schrank oder als Schlüsselanhänger im Hartgummikleid oder als Talisman an der Windschutzscheibe - Engelfiguren begleiten uns allerorten. Wenn in der Bibel von Engel die Rede ist, dann spricht Gott zu uns Menschen. Ein Engel ist ein Bote Gottes. Ein Engel hat eine Botschaft Gottes an uns auszurichten. Ein Engel ist ein Postbote Gottes gewissermaßen. Und erst die Nachricht von Gott, die ein Engel auszurichten hat, macht ihn zum Engel.

Im Laufe der Kunst-Geschichte hat sich das äußere Erscheinungsbild der Engel enorm verändert. Aus geistigen Dienern Gottes wurden je nach Kunstepoche lieblich schöne Jünglinge oder pausbäckige drollige Kleinstkinder. Und wenn Kinder malen, hat ein Engel meistens Flügel. Doch auf das Aussehen eines Engels kommt es wirklich nicht an. Und ihn in der Jackentasche herum zu tragen, bewahrt mich nicht vor Unglück und Gefahr. An einem Engel selbst klebt keine Kraft. Diese Botschafter Gottes erinnern uns an Gott, der für uns da ist. Gott aber kann ich nicht sehen. Da kommt es dem menschlichen Schutzbedürfnis entgegen, einen Engel in der Nähe zu haben. Ein Mensch kann mir zum Engel werden, wenn er mir das richtige Wort zur rechten Zeit sagt. Oder wenn einer hilft, wo ich es nicht für möglich hielt. Dieser Mensch selbst merkt vielleicht gar nichts davon. Entscheidend ist, dass ich mich von Gott berührt weiß. Die Einsicht kommt dafür meist im Nachhinein.


Antje Kruse-Michel

Liebe Grüsse
Elli
(Wir sind nur Gast auf dieser Welt)
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Ivonne Offline




Beiträge: 1.331

30.09.2010 08:18
#58 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Donnerstag, 30.09.2010 - Die Rose von Jericho

Kennen Sie die Rose von Jericho? Mit einer Rose hat dieses vertrocknete grau-braune Knäul
botanisch nichts gemeinsam. Die ursprüngliche Rose von Jericho ist wohl aus Jericho gekommen. Sie
war eine typische Wüstenpflanze. Die heutigen Exemplare, die wir kaufen können, stammen meist aus
Mittelamerika.

Mich fasziniert dieser Moosfarn. Monatelang liegt das raue Knäul wie vertrocknet im Schrank.
Scheinbar tot. Abgestorben. Aber so bald diese Pflanze Wasser bekommt, wird sie zu neuem Leben
erweckt. In einem Gottesdienst in der Kirche konnten wir erst neulich das Aufblühen erleben und
bestaunen. Blätter und Stängel entfalten sich, saugen das lebensspendende Wasser auf, zeigen Grün
und duften sogar nach Wald! Das Wunderbare ist daran: unter extremen klimatischen Umständen
trocknet die Rose von Jericho aus ohne abzusterben.

Und sie wird mit neuem Leben erfüllt, so wie sie auf Wasser trifft. Ich nehme diesen Vorgang aus der
Natur für uns auf. Durststrecken gibt es für jeden im Leben. Manchmal fühlt man sich kraftlos, leer.
Wüsten und Trockenzeiten durchleben wir manchmal in unseren Beziehungen. Da trifft kein Wort, das
zum Blühen bringt. Manchmal ziehen wir uns zurück, wenn wir verletzt sind. Wir rollen uns zusammen
vor Einsamkeit. Dabei braucht es ab und an nur einen Menschen, der uns sieht in all unserer
Bedürftigkeit. Jemanden, der uns wahrnimmt mit unseren Sehnsüchten und Wünschen. In einer
Geschichte fragt Jesus von Nazareth einen Menschen: Was möchtest du, dass ich es dir tue? Er fragt
seinen Mitmenschen also: Was brauchst du? Was erwartest du von mir? Durch Jesus sorgt Gott für
uns. Und neue Hoffnung kann sich einstellen bei dem, der keine Perspektive mehr sah; Hoffnung wie
lebensnotwendiges Wasser.


Pfarrerin Antje Kruse-Michel

Elli Offline

Administrator


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01.10.2010 10:53
#59 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 01.10.2010 - Passende Kleidung

Ich stehe vor meinem geöffneten Kleiderschrank. Eine Menge Kleidungsstücke für jede Jahreszeit bewohnt die Bügel. Viele Farben und die unterschiedlichsten Stoffe meiner Garderobe hängen da vor sich hin, bis sie ihrer Bestimmung folgen und ich sie tragen werde. Ich sehe viel schwarz, braun und grün. Das rote Kleid mit der kleinen Jacke leuchtet mir heiter entgegen. Das Kleid ist etwas Besonderes. Dabei ziehe ich es viel zu selten an. Naja, es braucht einen passenden Anlass!

Im Kreislauf eines Kirchenjahres, das immer mit dem 1. Advent beginnt, ist das leuchtende Rot die liturgische Kirchen-Farbe für besondere Feste. Pfingsten ist so ein Fest. Oder auch der Reformationstag am 31. Oktober jeden Jahres. Die Farbe Rot in den Kirchen erinnert uns an Gottes Kraft, die ermutigt und verändert. Rot ist die Kirchen-Farbe für den Heiligen Geist Gottes. Der Altar und die Kanzel einer Kirche tragen an diesem Tag einen roten Behang, ein Antependium.

In meiner modernen Kirche in Hoyerswerda/Neustadt hat der Dresdner Künstler Uwe Hempel diese Art Kirchenkleidung für Altar und Kanzel nicht im Blick gehabt. Deshalb trage ich als Pfarrerin über meinem schwarzen Talar mit dem weißen Beffchen eine farbige Stola; je nach Kirchenjahreszeit. An besonderen Feiertagen ist es das kleine rote Kleidungsstück. Die rote Stola trage ich viel zu selten im Kirchenjahr. Erst wieder in 30 Tagen am Reformationstag. Und darauf freue ich mich schon. Sie erinnert mich an Gottes Kraft. Und diese Gotteskraft ist auch heute eine gute Begleiterin.


Antje Kruse-Michel

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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02.10.2010 10:40
#60 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 02.10.2010

Aufstehen. Das ist am Morgen gar nicht so einfach. Es gibt Menschen, die wachen auf, sind
sofort munter und springen aus dem Bett. Andere gönnen sich noch ein paar Minuten
Verlängerung im Bett, um aus den Träumen ins wache Leben zu finden. Manche kriegen
ihren Kreislauf nicht so schnell in Schwung und werden erst nach der Dusche richtig wach.
Aber irgendwann ist es soweit. Dann gilt, was Paul Gerhardt in dem Lied von der güldnen
Sonne so schön sagt: „Mein Haupt und Glieder, die lagen danieder. Aber nun steh ich, bin
munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.“ Damit hat Paul Gerhardt auch
schon die Belohnung angesprochen, die mit dem Aufstehen am Morgen verbunden ist: ich
schaue den Himmel mit meinem Gesicht. Ich kann die Vögel singen hören, das erste Licht der
Sonne sehen und den Tau auf dem Gras. Das Morgenlicht leuchtet immer ganz besonders.
Gewiss, besonders eindrucksvoll ist das im Sommer, und erst recht im Urlaub am Meer oder
in den Bergen. Im Winter wird es noch einmal schwerer mit dem Aufstehen, wenn es draußen
noch ganz dunkel ist. Aber gerade daran, wie sehr man dann das Licht vermisst, lässt sich
erkennen, wie hilfreich, ja lebensnotwendig es für unser Leben und unser Wohlbefinden ist.
Bei einigen Krankheiten, wie z.B. bei Depressionen, wird sogar eine Licht-Therapie
praktiziert. Denn das Licht hebt die Stimmung. Paul Gerhardt sieht das Morgenlicht als
Zeichen der Barmherzigkeit Gottes: „Wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen über uns seiner
Barmherzigkeit Schein.“ Überhaupt ist das Licht immer schon als ein Symbol verstanden
worden, ebenso wie die Finsternis. Ein finsterer Geselle, das ist für uns ein Mensch, der
gewalttätig ist oder dunkle Geschäfte macht. Mit Licht hingegen verbinden wir Klarheit,
Wahrheit, Aufrichtigkeit oder auch die Freundlichkeit eines strahlenden Gesichts. Weil die
Botschaft Jesu für die ersten Christen so erhellend war, haben sie in ihm das Licht für die
Welt gesehen und sich bemüht, dieses Licht auch für andere leuchten zu lassen. Kinder dieses
Lichts sollen die Menschen werden, wahrhaftig, freundlich und barmherzig, so sagt es die
Bibel. Jeder neue Morgen ist auch eine Erinnerung an diese Aufgabe


Propst i.R. Karl-Heinrich Lütcke

Liebe Grüsse
Elli
(Wir sind nur Gast auf dieser Welt)
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