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Frannys Hanne Haller Fan-Forum

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Ivonne Offline




Beiträge: 1.331

27.10.2010 07:48
#81 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Mittwoch, 27.10.2010 - Gut hören

Können Sie mich gut hören?
Vielleicht müssen Sie das Radio ein wenig lauter stellen, weil die Straße so laut ist und ihre Geschäftigkeit
alles übertönt. Und als ob das nicht genügt oder vielleicht auch gerade deswegen, haben viele – meist
jüngere Menschen – immer so zwei kleine Dinger im Ohr. Und man selbst gerät in den zweifelhaften
Genuss, in der Straßenbahn, im Bus oder auch im Geschäft gleich mitbekommen zu können, was da
gehört wird.

Da kommen mir Fragen auf.
Warum macht man das denn jetzt so?
Warum muss man sich so oft im wahrsten Sinne des Wortes zudröhnen?
Ich frage mich, hören diese Menschen denn überhaupt noch das Leise, das Stille oder gar unausgesprochene Worte.
Wie ist es bei ihnen um die Fähigkeit bestellt, aufmerksam sein oder zuhören zu können?

Und irgendwie wirken sie immer auch wie verstummt.
Das erinnert mich an meine Zeit als Gehörlosenseelsorger. Damals habe ich erlebt, wie Menschen,
die das Gehör verloren haben, auch immer mehr die Fähigkeit zu sprechen verlernten.
Hören und Reden liegen offensichtlich sehr bei- und vor allem hintereinander. Erst, wenn man wirklich
hören kann, wird man auch fähig, richtig zu sprechen.

Ist es nicht interessant, wie laut die Werbung zum Beispiel ist oder dass man kaum mehr ein größeres
Geschäft betreten kann, ohne mit Musik auch wieder – zugedröhnt – oder mit Angeboten zugetextet
zu werden? Als wolle man den Kunden, besser den Menschen gar nicht hören. Vielleicht hätte er ja
auch ganz andere Ansprüche als die lautstark angepriesenen Angebote?

Gott – sei Dank ist das bei ihm anders. Er braucht keine Lautstärke – weder bei seinen Ansprüchen an
uns noch bei seiner Fähigkeit, uns zuzuhören.
Und daher brauchen wir bei ihm ebenso wenig laut zu sein. Ist das nicht in jeder Beziehung beruhigend?
Und was mit einem Gott geht, müsste doch erst recht auch bei den Menschen funktionieren. es käme
auf einen Versuch an – zum Beispiel heute.

So, und nun können Sie das Radio wieder ein wenig leiser stellen.


Pater Bernhard Venzke

Ivonne Offline




Beiträge: 1.331

28.10.2010 13:59
#82 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Donnerstag, 28.10.2010 – Uncool

In der letzten Stunde der Firmvorbereitung hat mich ein Jugendlicher erschreckt. Er meinte, ich wäre
wirklich cool. Au Weia! Sicher, er hat es gut gemeint. Aber ich will – um Gottes Willen – alles sein, nur
nicht "cool"!

Laut meinem englischen Wörterbuch bedeutet ‚cool’ nämlich ‚kühl’. Also gut, es bedeutet allerdings
auch‚ frisch’ – aber erst in zweiter Linie.
Umgangssprachlich im heutigen Denglisch meint man damit nicht etwa Menschen, sondern Typen.
Typen kommt von ‚Typus’ was hingegen – laut meinem lateinischen Wörterbuch – ein Gepräge, Figur,
Bild oder Muster bezeichnet. Na ja. Auch das möchte ich nicht sein. Dieses lateinische Wort ist mit
dem griechischen Verb ‚typtein’ – ‚schlagen oder hauen’ verwandt – und spätestens da hört’s dann bei
mir jedenfalls auf.

Obwohl, ‚coole Typen’ wie Arnold Schwarzenegger oder Lara Croft scheinen sich tatsächlich –allerdings
völlig unterkühlt – durch ihren Alltag ausschließlich zu hauen oder zu schlagen. Das geschieht natürlich
alles nur auf dem Bildschirm oder auf der Leinwand. Leider Gottes macht dies auch schlechterdings
Schule auf der Straße und im ‚coolen’ Umgang miteinander.

Und wenn ich durch die Leipziger Passagen gehe, dann schauen mich aus den Schaufenstern große
Fotos von Menschen an, bei denen ich mich frage: Ob die wohl auch lachen können? Die entblößen
fast alles, nur nicht ihre Zähne zu einem Lächeln.

Also ich finde ‚cool’ völlig ‚un-cool’. Damit bin ich natürlich so was von draußen, oder ‚out’. Fragt sich
nur, wovon draußen?

Aus einer von Fakten, Daten oder Zahlen bestimmten Welt? Bitte Gerne!
Ich schaffe Daten, Fakten oder Zahlen und gehe mit ihnen um – aber all das bin ich nicht.
Gelegentlich muss ich mich sogar mit ihnen herumschlagen – doch das mache ich nie mit Menschen.

Denn ich bin selbst ein Mensch. Mit Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten und auch Sehnsucht nach der
Wärme von Liebe und Geborgenheit. Und all das vermag mir einer zu geben, der kein ‚cooler Typ’
war, sondern ein Gott ist, der Mensch wurde, um dem Menschsein seine Herzenswärme zu geben.
Die ist hier und heute nämlich notwendiger denn je.

Also, bleiben oder seien Sie – heute zumindest – um dieses Gottes Willen einmal völlig ‚uncool’.


Pater Bernhard Venzke

Ivonne Offline




Beiträge: 1.331

29.10.2010 15:09
#83 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Freitag, 29.10.2010 – Mitmenschlichkeit

"Freitag ab eins macht jeder seins." Kennen Sie das? Diesen Spruch kenne ich noch aus alten,
will heißen DDR-Zeiten. Das sollte bedeuten, dass ab der Mittagspause die meisten sozusagen
herunterfahren, da ja der Samstag dann frei ist. Vielleicht war das ja mal so. Ich denke, heute sieht
das Ganze ziemlich anders aus.

Herunterfahren ist auf jeden Fall notwendig – wenn es auch nicht ab eins sein sollte, sondern nach
der Arbeit. Dass aber "jeder seins" macht, scheint mir mittlerweile nicht mehr von Arbeits- oder Freizeit
bestimmt zu sein. Inzwischen scheinen sehr viele nur noch "ihres" zu machen, was – und auch wann –
immer das sein mag. Das scheint ja auch nicht ganz leicht zu sein, zu entscheiden, etwas für sich
oder für andere zu machen. Das eine wie das andere darf man weder vernachlässigen noch
gegeneinander gar ausspielen. Manchmal bedingt das eine sogar das andere.

Der Freitag hat seit jeher für uns Christen durchaus etwas mit dieser Devise zu tun. Wenn auch in
ganz anderer Richtung. An einem Freitag hat Christus sehr wohl seins gemacht, aber nicht für sich
selbst, sondern für uns alle. Damals hat er alle Opfer der Menschheit zusammengefasst und
überboten. In seiner Hingabe, die weit mehr ist als ein abverlangtes Opfer, hat er uns gelehrt,
hingebungsvoll für alle zu leben – und zu sterben. Er hat sich nicht ergeben oder sich seinem
Schicksal gebeugt, sondern aufrechten Hauptes ging er für seine Liebe zu uns bis zur letzten
Konsequenz am Kreuz. Er hat sich das von Menschen für die Menschlichkeit antun lassen – an so
einem Freitag. Darum sollte eben jeder Freitag auch in unserer Welt davon geprägt sein. Vielleicht
nicht unbedingt ein Opfer, nur, damit man etwas gemacht oder hinter sich gebracht hat. Vielleicht
könnte man den Freitag mit einer Geste der Hingabe einen besonderen Akzent verleihen. Irgendeinen
Akt für einen Menschen. Nichts Gewaltiges oder Heldenhaftes, eher etwas Kleines, Stilles vor allem
aber Menschliches – oder Mitmenschliches. Da muss man schon ein wenig überlegen. Doch so wird
man eventuell ein wenig überlegen über dieses "macht jeder seins" und dessen Folgen.


Pater Bernhard Venzke

Ivonne Offline




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01.11.2010 11:11
#84 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Montag, 01.11.2010 - Tierliebe

Am Anfang habe ich überhaupt nichts verstanden. Die Frau am anderen Ende der Leitung hat so geschluchzt,
dass sie nur wenige Sätze hervorbringen konnte. Dann wurde sie langsam ruhiger und erzählte mir
vom Tod ihres Hundes, eines Pudels namens Leo. 14 Jahre hatte sie ihn schon, Tag und Nacht lebten
sie zusammen. In der Nacht schlief Leo vor ihrem Bett, Leo ging mit zum Einkaufen, sie waren jedes Jahr
im Urlaub zusammen an der Ostsee. Und nun war Leo gestorben. Sie habe ihren Leo auf einem Tierfriedhof
in einem Pappsarg beerdigen lassen. Sie rufe mich an, weil sie in ihrer großen Trauer einen Seelsorger brauche,
jemanden, der Verständnis für sie hat. Und, sagte sie, als sie sich etwas gefasst hatte, eigentlich suche
ich jemanden, der für meinen Hund betet. Und wohl auch für sie selbst in ihrer plötzlichen Einsamkeit,
aber das sagte sie dann nicht mehr.

Ich kann sehr gut verstehen, dass Tiere für Menschen zu besten Freunden werden. Vielleicht schütteln
sie den Kopf über das oft enge Verhältnis von Mensch und Tier. Aber, ist das nicht auch wunderbar,
dass sich Menschen nicht nur für ihresgleichen erwärmen können? Da haben Menschen eine enge Beziehung
zu Pflanzen oder auch Landschaften, und wir sind eben auch in der Lage, eine innige Gemeinschaft mit Tieren
einzugehen.

In der Schöpfungsgeschichte am Anfang der Bibel heißt es, dass Gott die Tiere nicht nur geschaffen,
sondern dass er sie gesegnet hat, längst bevor es Menschen gab. Es ist dann nur logisch, dass es schon
in den alten biblischen Büchern erste Tierschutzgedanken gibt. So wird etwa die Sabbatruhe, die für den
Menschen jeden siebenten Tag arbeitsfrei hält, auch auf die Haustiere bezogen: "Am siebten Tag" heißt es da,
"sollst du feiern, auf dass dein Rind und Esel ruhen und ... sich erquicken." Die diese Sätze aufschrieben haben,
erkannten in den höheren Tieren so etwas wie ihre älteren Geschwister. Sie wussten etwas von der Seele der Tiere,
ihren empfindsamen Regungen, dass sich auch Tiere freuen und trauern können. Sie sind, wie wir Menschen,
ein Teil der großartigen Schöpfung Gottes.


Bernd Richter

Elli Offline

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02.11.2010 10:22
#85 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 02.11.2010 - Ängste eines Vaters

Fünf Wochen will unsere Tochter als Zahnärztin in Afrika arbeiten. Wir stehen in der Abfertigungshalle des Flughafens. Langsam gehen wir den Schildern nach in Richtung Passkontrolle. Das ist die Stelle, wo wir uns verabschieden müssen. Ein Augenblick, der mich sehr bewegt. Das Mädel fliegt in ein mir unbekanntes Land. Was kann da alles passieren, schon auf dem Flug. Flugzeuge werden entführt, stürzen ab. Und in Afrika? Das Kind kann krank werden, oder ich hier zu Hause?

Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Werden wir uns überhaupt wiedersehen? Werden die Menschen, die unser Kind in Afrika trifft, freundlich mit ihr umgehen? Ängste eines Vaters!

Ich möchte nicht nur sagen: "Dann mach’s mal gut" oder "Pass gut auf dich auf". Ich möchte mein Kind, auch wenn es schon eine erwachsene Frau ist, geschützt und geleitet wissen. Und die Tochter soll spüren, da ist etwas zwischen uns, mehr als nur ein "mach`s mal gut". Es ist das Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand liegt.

Und so lege ich zum Abschied meine Hand auf den Kopf unseres Kindes, der großen Tochter und sage: Gott beschütze dich!

Und nach dem Besuch des alten Mannes im Pflegeheim berühre ich den Mann an der Schulter. Behüt sie Gott!
Ich nehme die Hand der kranken Frau und sage: Gott sei bei dir.
Und über dem Brautpaar halte ich segnend die Hände: Gott erhalte euch eure Liebe.

Der Segen ist wie ein wärmender Mantel, der mir umgelegt wird. Segen tut gut. Der Segen nimmt die Angst. Beim Segnen tun wir etwas sehr Eigenartiges. Wir geben nämlich etwas weiter, über das wir gar nicht verfügen. Segnende Menschen sind, so sagt man, Schlechte Buchhalter. Sie geben aus, was sie nicht haben, sie berechnen nicht, sondern sie vertrauen.

Der bekannte Theologe Dietrich Bonhoeffer beschreibt es so: "Segnen, das heißt die Hand auf etwas legen und sagen: Du gehörst trotz allem Gott!"


Bernd Richter

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Elli
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03.11.2010 09:45
#86 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 03.11.2010 - Neue Maßstäbe

"Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider." Dieses merkwürdige Urteil stammt von dem irischen Dramatiker Bernhard Shaw. Und er erklärt dann auch, worin sein Schneider sich von den anderen Menschen seiner Umgebung unterscheidet. Show sagt: "Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch."

Die alten Maßstäbe. Sie halten sich in unseren Köpfen trotz aller Einsicht. Obwohl wir wissen, dass sich Menschen, mit denen wir zu tun haben immer weiter verändern. Schließlich verändern wir uns auch.

Wie schwer tun sich manche Menschen zum Beispiel in der eigenen Familie. Der Jüngste etwa in der Geschwisterreihe, der bleibt auch mit über 50 "der Kleine", sobald die älteren Geschwister auftauchen. Dabei ist er ihnen schon lange über den Kopf gewachsen. Er hat sie auch in anderer Hinsicht längst eingeholt, ja überholt. Aber die Geschwister und auch die Eltern sind halt nicht so vernünftig wie der Schneider von Bernhard Shaw, der jedes Mal neu Maß nimmt. Der Kleine bleibt der Kleine und so behandeln ihn die anderen auch noch heute.

Als Schuljunge bin ich einige Male zu spät zum Unterricht gekommen. Begrüßt mich der über 80-jährige Klassenlehrer nach 50 Jahren zum Klassentreffen: Na Bernd, heute mal pünktlich.

Wer Menschen angemessen begegnen will - das Wort angemessen verrät es ja schon - kommt nicht herum, neu zu messen, neu Maß zu nehmen: Wir sollten aufhören, die alten Vorurteile über andere Menschen für immer gelten zu lassen. Jesus sagt in der bekannten Bergpredigt: Nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Das heißt doch: Wenn ich mein Gegenüber zugestehe, dass er sich verändern kann, dann werde auch ich die Chance haben, nicht mit den alten Vorurteilen bedacht zu werden. Es wäre doch gut, wenn der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, nicht nur der Schneider Bernhard Shaws ist, sondern auch Bernd Richter und sie vielleicht, liebe Hörer.


Bernd Richter

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Elli
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04.11.2010 08:52
#87 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 04.11.2010 - Der kleine Zettel

Ein Leben lang hat die alte Dame offensichtlich einen seltsamen Zettel mit sich herum getragen. Das fiel dem Sohn erst auf, als er nach ihrem Tod die persönlichen Sachen der Mutter durchsieht. Da fällt dieser seltsame Zettel aus der Geldbörse. Ein Stück Papier, mehrfach zusammengefaltet. Immer wieder an den Kanten zusammengeklebt. Als der Sohn das aufgefaltete Papier in der Hand hält, sieht er Spuren von kindlichen Handschriften, kaum lesbar.

Zu verschlissen ist das Papier, es ist häufig auseinandergefaltet und angeschaut worden. Warum hat die Mutter dieses Stück Papier aufbewahrt? Es muss ihr viel bedeutet haben.
Nach der Beerdigungsfeier trifft der Sohn Klassenkammeraden der Mutter. Auch sie sind zuerst ratlos, als er sie nach dem Sinn dieses alten Papierstückes fragt. Aber dann beginnt es dem einen und anderen zu dämmern: Es muss in der 5. Klasse gewesen sein. Die Lehrerin hatte die Kinder aufgefordert, über jeden Mitschüler einen freundlichen Satz zu schreiben. Sie wollte offensichtlich die Gemeinschaft der Klasse stärken. Wir reden nicht über Fehler und Schwächen der anderen, sondern, welche Komplimente wir den anderen machen können.

Diesen Zettel mit den freundlichen Worten ihrer Schulkameraden hatte seine Mutter nun über Jahrzehnte in ihrem Geldbeutel mit sich herumgetragen, ihn scheinbar immer wieder angeschaut und gelesen, Kraft aus ihnen geschöpft. Der Sohn ist betroffen, aber auch erschrocken. Hat die Mutter in ihrem Leben zu wenige gute Sätze gesagt bekommen, dass sie immer wieder auf den abgegriffenen Zettel angewiesen war?

Wir leben mit den Menschen zusammen die uns wichtig sind. Was sie Gutes in unser Leben bringen, wir nehmen es als Selbstverständlichkeit hin. Über Fehler und Schwächen sprechen wir. Aber wo nur kritisiert wird, können Menschen verkümmern, auch, wenn es ihnen äußerlich gut geht. Ein gutes Wort, ein Kompliment, eine Anerkennung ausgesprochen, kann wie Nahrung im Leben sein, wie Lebensmittel, auf die niemand verzichten kann.

Der Sohn nimmt den zusammengefalteten Zettel und legt ihn in eine kleine Schatulle, in der die Mutter ihre Wertsachen aufbewahrte.

Bernd Richter

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05.11.2010 13:35
#88 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 05.11.2010 - An andere denken

Alle drei Enkelkinder schlafen bei uns Großeltern. Die Kinder liegen in den Betten und wünschen sich, dass ich Geschichten aus meiner Kinderzeit erzähle. Nach den Geschichten, die die Kinder so gerne hören sage ich: So ihr Lieben, jetzt ist Ruhe und es wird geschlafen.

Fabian fragt: Wer betet noch mit uns? Oma oder du Opa? Opa! Also, frage ich: Was wollen wir denn heute dem lieben Gott sagen? Was war heute besonders schön? Wofür können wir uns bedanken? Die Eierkuchen, sagt Sebastian, der 5-Jährige. Gut, bedanken wir uns beim lieben Gott für die gut schmeckenden Eierkuchen. Oma hat mir eine Pferdezeitung gekauft, sagt Antonia und eine neue Mütze. Der kleine Sebastian sagt sofort: Ich will auch eine Pferdezeitung.

Und Fabian, wofür bedankst du dich? Fabian geht in die 6. Klasse. Für vieles, sagt er. Opa, du willst ja nur, dass ich aufzähle: Essen, Trinken, Kleidung, Schule. Er weiß genau, was der Pfarreropa hören möchte. Und um was wollen wir den lieben Gott bitten? Sebastian antwortet schnell: Eine Pferdezeitung wie Antonia eine hat und Playmobilritter. Fabian sagt: Das klingt wie ein Wunschzettel zu Weihnachten. Antonia will, dass wir für Mama und Papa beten. Für Fabi und Antonia und für mich, sagt Sebastian. Und den Opa Heinz, die Oma Friedi und die Oma Jutta und den Opa Bernd.

Und dann zählen sie alle auf, die zur Familie gehören. Wir wollen besonders an Menschen denken, denen es nicht so gut geht, sage ich, um das Aufzählen aller Familienmitglieder ein wenig abzukürzen. Sebastian sagt wieder sofort: Ich esse Blumenkohl nicht gerne. Das interessiert den lieben Gott nicht, sagt Antonia. An die Kinder in Afrika wollen wir denken. Der Onkel Utz hat heute im Krankenhaus Nachtdienst, sage ich. An die kranken Menschen wollen wir denken. Wollen wir das dem lieben Gott sagen? Was macht eigentlich der Onkel Utz in der Nacht, fragt Antonia? Onkel Utz ist Arzt, und wenn ein Patient kommt, weil er Schmerzen hat, oder ein Kranker nicht schlafen kann, dann rufen die Krankenschwestern den Utz. Wir beten für die Kranken und noch zusammen das Vater unser. Und, während ich das Licht lösche, ich sage dem lieben Gott noch leise einen Dank, für diese prächtigen Enkelkinder.


Bernd Richter

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06.11.2010 10:01
#89 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 06.11.2010 - laufen lernen.

"Kann sie denn schon laufen?" Wenn Babys so ungefähr ein Jahr alt sind, ist das wohl die Frage, die am häufigsten gestellt wird. Erfahrungsgemäß sind die Mädchen etwas früher als die Jungen, aber spätestens mit 14 Monaten klappt es in der Regel. In manchen Wohnungen sieht es dann aus wie vor einem Hochwasser. Wertvolle und zerbrechliche Gegenstände werden nach oben geräumt, weil vor diesen kleinen Kerlen nun nichts mehr sicher ist. Laufen lernen und laufen können, das markiert eine wichtige Etappe in der Entwicklung unserer Kinder.

Schade, dass es in der Welt der Erwachsenen von dieser Entwicklung nicht mehr viel zu spüren ist. Da werden die Probleme ausgesessen, nicht ausgestanden. Einflussreiche Menschen führen den Titel "Vorsitzende". Und , wenn sie etwas erreicht haben , nicht, weil sie aufeinander zugegangen wären. Nein, sie haben sich durchgesetzt. Überhaupt, es wird viel mehr Zeit für Sitzungen verwandt als für Begehungen, Begegnungen oder gar Aufstände.

Die Sprache ist verräterisch: Der Mensch ist zwar nicht zum sitzen geboren, aber, kaum hat er das Stehen und Gehen gelernt- wird Sitzen zu seiner hauptsächlichen Beschäftigung.

"Steh auf und beweg dich!" Es ist kein Zufall, dass diese Aufforderung immer wieder vorkommt, wenn Jesus Menschen begegnet, die krank sind, kaputt an Leib und Seele. Ohne Lebensmut, ohne Selbstvertrauen. Jesus bleibt bei ihnen stehen, schaut sie an und sagt: "Steh auf! Beweg dich. Du kannst es!" Und sie können es wirklich. Es ist unvorstellbar. Menschen nehmen ihr Bett, auf dem sie herum gelegen haben unter den Arm und gehen. Der Menschen ist nicht zum Liegen geboren. Jesus heilt die Menschen gründlich. Sie finden wieder zu der Haltung zu der sie geboren sind. Aufrecht gehen. Bewegung ist angesagt. Bewegung für den Körper, aber auch Bewegung in unseren köpfen. Der Enkel sagt:

Oma, komm, setz dich ins Auto, ich fahr dich zur Kirche! Danke, ich laufe, denn da sehe ich mehr, treffe Leute zum Reden und lasse mich von der Sonne bescheinen.


Bernd Richter

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08.11.2010 10:44
#90 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 08.11.2010 - Frühstück aus der Bibel

Guten Morgen! Wieder einmal ein Montag im November. Wieder einmal Wochenbeginn. Haben sie schon gefrühstückt? Schließlich soll das Frühstück ja die wichtigste Mahlzeit des Tages sein. Darum beißen sie am besten gleich nochmal kräftig ins knusprige Brötchen! Lassen sie noch einen Schluck warmen Kaffee oder Tee genüsslich die Kehle hinunter rinnen. Wenn Sie die Zeit dazu haben. Jeder braucht ein ordentliches Frühstück für den bevorstehenden Tag – erst recht, wenn die neue Woche vor uns liegt. Wie wär's, wenn wir in dieser Woche jeden Morgen gemeinsam frühstücken? Sie und ich. Keine Bange! Ich werde nicht bei Ihnen klingeln, die Wurst vom Brötchen stehlen oder den Kaffee ausschlürfen. Nein, unser gemeinsames Frühstück soll jeweils ein Vers aus der Bibel sein.

Nicht nur unser Bauch und Körper braucht jeden Tag ordentliche Ernährung. Mit der Seele ist es genauso! Das, was Gott in der Bibel sagt, soll eben dazu dienen. Er will frische Kraft geben für den Alltagstrott. Neue Hoffnung im Blick auf die Aufgaben und Schwierigkeiten, die vor uns liegen. Und Freude über die großen und kleinen Geschenke, die er auch in der neuen Woche schenken wird. Sich die Zeit zu nehmen, auf das zu hören, was in der Bibel steht, ist keine vertane Zeit. Es ist so wertvoll wie ein abwechslungsreiches und nährstoffreiches Frühstück. An einer Stelle in der Bibel heißt es: "Selig", d.h.: wirklich satt und gut gestärkt an der Seele, "sind die, die das Wort Gottes hören und bewahren" (Lk 11,28).

So gestärkt an Leib und Seele kann der Montag und die neue Woche losgehen. Und, treffen wir uns morgen zum Frühstück aus der Bibel wieder? Ich wünsche Ihnen bis dahin einen behüteten Tag!


Pfarrer Albrecht Hoffmann

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Elli
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09.11.2010 14:41
#91 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten


Dienstag, 09.11.2010 - Der 9. November

Heute würde ich am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen und weiterschlummern. Geht aber nicht.
Also brauche ich einen Wachmacher: Beim Frühstück darf einen dampfender, herrlich duftender Kaffee
nicht fehlen. Der weckt schon beim ersten Schluck die müden Lebensgeister. Auch heute Morgen, am 9. November.

Dieser Tag ist der sogenannte "Schicksalstag der Deutschen". Einige bedeutende Ereignisse der
deutschen Geschichte fanden an einem 9. November statt. Schlimme wie gute. Zwei Beispiele: Am 9.11.1938
erlitten unzählige jüdische Mitbürger in der "Reichskristallnacht" schreckliches Leid und Unrecht.

Lebhaft in Erinnerung ist aber auch der 9. November 1989, an dem die Berliner Mauer fiel.
Ein Schicksalstag, dieser 9. November.

Was aber, wenn genau heute ein Schicksalstag ist? So mancher kann nicht viel mit der Vergangenheit anfangen.
Das eigene Schicksal hier und jetzt macht viel mehr zu schaffen. Weil die gestrige Diagnose vom Arzt
niedergeschmettert hat. Es auf Arbeit oder Arbeitssuche weder vor noch zurück geht. Die Schulden
über den Kopf wachsen. Die eigenen vier Wände immer leerer erscheinen. Da werden viele Leute müde
und sind schnell dabei, sich ins Schicksal zu fügen. Die Decke über den Kopf zu ziehen. Liegen zu bleiben.
Man kann ja eh nichts machen.

Aber halt: hier gilt es, einen kräftigen Schluck aus der Bibel zu nehmen! Da will Gott wachmachen.
Neue Lebensgeister wecken. Wie der kräftige Schluck aus der Kaffeetasse zum Frühstück.
Jedem, der ihm vertraut, verspricht Gott: Ich kenne dich. Du bist nicht allein. Ich weiß genau, wie es dir geht.
Du bist kein Opfer eines blinden Schicksals. Ich weiß einen Ausweg für dich. Will dir helfen.
Hör hin, was ich dir zu sagen habe.

Nein, als Christ glaube ich nicht an ein blindes Schicksal, in das ich mich lebensmüde fügen muss,
wenn schwere Tage bedrücken. Ich darf dem vertrauen, was Gott verspricht – und kann mit einem
Bibelvers bekennen: "Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, so fürchte ich kein Unglück, denn
du bist bei mir" (Ps 23,4). Zu wissen, auch an Schicksalstagen nicht allein, sondern behütet zu sein,
weckt die Lebensgeister und gibt neue Kraft – viel mehr noch als ein Schluck kräftiger Kaffee am Morgen.


Pfarrer Albrecht Hoffmann

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10.11.2010 10:24
#92 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 10.11.2010 - Süß oder herzhaft?

Süß oder herzhaft? Diese Frage stellt sich bei uns jeden Morgen am Frühstückstisch. Meine drei Kinder sind ganz klar die "Süßen": Honig, Schokokrem oder Marmelade muss aufs Brötchen. Meine Frau und ich sind da eher die Herzhaften: Nichts geht über eine saftige Scheibe Schinken oder Salami als Belag. Da muss Pfeffer drin sein!

Ein herzhafter Typ war auch Martin Luther. Er wurde heute vor 527 Jahren geboren. Als der große deutsche Erneuerer der Kirche ist er bis heute berühmt. Er war als herzhafter Typ bekannt. Den Leuten Honig ums Maul schmieren war nicht seine Sache. Bei dem, was er sagte und schrieb, war Pfeffer drin. Er hatte nämlich etwas ganz Herzhaftes aus der Bibel wiederentdeckt. Die Tatsache, dass weder er noch irgendeiner von uns Menschen sich den Himmel verdienen kann. Nein, es reicht nicht, dass ich noch nie jemanden umgebracht habe. Der Großmutter über die Straße helfe und versuche, Gutes zu tun. Ums Herz gehts. Um jeden Gedanken, jedes Wort in meinem Leben. Da stehe ich wie jeder mit schlechtem Gewissen vor Gott.

Aber Jesus sei Dank: Er hat dafür gesorgt, dass ich mit Gott im Reinen bin. Mein größtes Problem ist also durch ihn gelöst. Zwischen meinem Schöpfer und mir steht nichts Trennendes mehr. Nicht, weil ich so superfromm bin. Sondern weil ich darauf vertraue, dass Jesus mir alles abgenommen und beglichen hat, was ich dem himmlischen Vater schuldig bin.

Ein Bibelzitat, das Martin Luther sehr wichtig war, bringt das so zum Ausdruck: "Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, kommt aus dem Glauben an Jesus Christus" (Röm 1,16) – und sonst nirgendwo her!
Darüber darf ich mich herzhaft freuen! Heute, am Mittwoch. Am Frühstückstisch, im Auto auf der Fahrt zur Arbeit, im Wartezimmer der Arztpraxis.

Wenn ich neue Hoffnung brauche, weil mir alles über den Kopf zu wachsen scheint, kann ich - wie Martin Luther auch schon - einen kräftigen "Biss" von dieser frohen Nachricht nehmen. Die Freude darüber kann auch den fadesten Tag wieder herzhaft machen.


Pfarrer Albrecht Hoffmann

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Elli
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11.11.2010 11:01
#93 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 11.11.2010 - Verkleiden

Heute ist bei uns am Frühstückstisch schon große Aufregung. Meine beiden Töchter kichern und quasseln in einem fort. Sie sind nachmittags bei Freunden zu einer Kinderfaschingsfeier eingeladen. Die Vorfreude ist groß. Endlich wieder einmal als Fee verkleiden. Oder lieber als Eisprinzessin? Auch unser kleiner Sohn wird wohl bald quietschvergnügt als Feuerwehrmann durch die Zimmer flitzen.

Ja, das Verkleiden macht allen Kindern Spaß – aber nicht nur den Kindern. Vielleicht freuen ja auch sie sich heute schon beim Frühstück auf den Faschingsball am Abend.

Warum verkleiden sich viele Leute so gern? Doch deswegen, weil sie so in eine andere Rolle schlüpfen können. Jemand anderes sein. Den trüben Alltag vergessen und einfach mal fröhlich sein. Was beim Fasching nur aus Spaß geschieht, kommt aber jeden Tag vor. Ganz ohne Schminke, Hüte und Kostüme. Wie schnell wird ein fröhliches Gesicht aufgesetzt – obwohl es einem hundeelend zu Mute ist. Gute Miene zu bösem Spiel, damit man es sich nicht mit dem Chef verscherzt. Auf die Frage "Na, wie geht’s?" ein lockeres "Alles bestens!" – obwohl sich das Herz verkrampft, weil zu Hause nichts so ist, wie man es sich wünscht. Heute um 11:11 Uhr ein lautes "Helau!" mitrufen – obwohl man eigentlich heulen möchte.

Wie gut würde es tun, wenn da jemand wäre, der wirklich zuhört. Dem ich nichts vorspielen muss.
Wie gut, dass es diesen Jemand gibt! Gott ist es, von dem es in der Bibel heißt: "Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch!" (1Pt 5,7).

Ja, vor dem himmlischen Vater muss ich mich nicht verkleiden. Keine Maske aufsetzen. Kann ich auch gar nicht. Er kennt uns besser als wir uns selbst. Darum kann ich zu ihm kommen, wie ich bin. Oft so schwach. Mit schlechtem Gewissen. Voller Sorge um einen liebgewonnenen Menschen. Ungeschminkt und ehrlich. Er wird niemanden wegstoßen. Sondern hören. Erhören. Vergeben. Helfen.

Diese Gewissheit lässt mich heute morgen froh werden – ganz ohne Schminke, Hut und Konfetti.


Pfarrer Albrecht Hoffmann

Liebe Grüsse
Elli
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12.11.2010 09:38
#94 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 12.11.2010 - Dankbar sein

Freitagmorgen. Frühstück. Gern würde ich bei ihnen da einmal "Mäuschen" spielen und lauschen. Hört man da etwas am Frühstückstisch? Außer den Kaugeräuschen und dem Schlürfen von Tee und Kaffee, meine ich. Herrscht sonst Stille? In meiner Familie ist es so: Das, was es bei uns eigentlich nie zum Frühstück gibt, ist ... Stille. Zu Tisch mit drei Kindern? Da redet fast immer einer. Aber das ist ja auch gut so. Wo sonst, wenn nicht am Frühstückstisch können wir uns darüber unterhalten, was heute alles anliegt: Schule, Kindergarten, Arbeit. Eingekauft muss noch werden. Und so weiter. Mal redet der Papa oder die Mama. Mal quasseln die Töchter. Und dann und wann plappert auch der kleine Sohnemann dazwischen.

Am Anfang und Ende des Frühstücks sprechen wir aber alle. Nicht durcheinander, sondern gemeinsam. Im Tischgebet reden wir mit unserem himmlischen Vater. Wir bitten ihn um seinen Beistand bei allem, was dieser Freitag so bringen mag. Das kann die Mathearbeit in der Schule sein, vor der die Große Bammel hat. Oder der erste Schwimmkurs der Mittleren. Wir bitten ihn um seinen Schutz auf allen Wegen, die anstehen: Dem Weg zur Schule, zum Supermarkt, der Autofahrt zu den Großeltern.

Das Reden mit Gott ist für uns wichtig. Nicht, weil er sonst nicht wüsste, was los ist. Er kennt ja alle Sorgen und Wünsche. Nein, er freut sich, wenn zwischen uns und ihm nicht Stille herrscht. Wenn wir Menschen nicht einfach in den Tag hinein leben, ohne an ihn zu denken. Er ist es, der jeden von uns am Leben erhält und versorgt. Und in der Bibel werden wir erinnert: "Sagt Gott, dem Vater, Dank allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus" (Eph 5,20). Welcher Vater, welche Mutter freut sich schon, wenn die Kinder am Frühstückstisch nur Forderungen stellen: "Gib mir die Butter. Jetzt die Milch. Kann ich jetzt endlich mal die Marmelade haben!?"? Nein, das Dankesagen wollen wir weder in der Familie noch im Leben mit Gott vergessen. Dafür, dass er uns an diesem Freitagmorgen wieder hat aufwachen lassen. Dass wir nicht nur trockenes Brot und Wasser auf dem Tisch stehen haben, sondern Milch, Kaffee, Cornflakes und manches mehr. Wofür können sie ihm heute morgen danken?

Es ist schön, zu wissen, dass wir mit ihm reden können, wann und wo auch immer. Beim Frühstück, im Auto, im Bett und im Supermarkt.


Pfarrer Albrecht Hoffmann

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15.11.2010 16:51
#95 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 15.11.2010 - Kirchenchinesisch

Unsere kleinen Töchter standen staunend vor einem Familienfoto, das uns Freunde geschickt hatten: "OOOhhh, die haben füüüünf Kinder! Der Gott ist zu denen aber lieb!" In diesem kurzen Satz steckt ihre ganze "Summe der Theologie", ein Weltbild, ein kindlich theologisches Universalbekenntnis. Und das ist alles andere als naiv. Im Gegenteil: Jeder wird sofort verstehen, was die lieben Kleinen mit ihren Worten meinen.

Theologen würden das Gleiche wahrscheinlich mit anderen Worten sagen: Gott ist die Liebe und zeigt uns Menschen seine Zuneigung. Wir sind alle Kinder Gottes, von Gott gewollt. Es steckt ein göttlicher Funke, eine Seele in allen von uns und das Prinzip, welches Gott für diese Welt will, ist das Prinzip der Liebe.

Wenn ich das so meinen Töchtern sage, würden sie mich fragend ansehen. Nein, das wäre nicht ihre Sprache. Das wäre "erwachsnisch" und das müssen sie erst noch lernen. Wir Größeren können dazu auch "kirchenchinesisch" sagen. Leider ist es oft so, dass "große Christen" auf "kirchenchinesisch" von Gott reden. Zu erkennen ist dies meist auch an einer aufgesetzten ernst-frommen Miene. Manchmal erscheinen Christen eher wie eine Gruppe von frustrierten Touristen, die sich in einem fremden Land aufregen, dass ihre ach so wichtige Sprache nicht verstanden wird. Aber wer der Welt etwas sagen will, kommt um das Lernen fremder Sprachen nicht herum. Um von Gott verständlich zu reden, sollte auch zugehört werden: Welche Sprache wird eigentlich gesprochen? Mancher wird ganz überrascht bemerken, dass er in den Sprachkurs muss. Das Entscheidende für so einen Sprachkurs machte Jesus vor. Wenn er Fragen über Gott und Himmel beantworten sollte, wählte er eine Sprache, die die Menschen seiner Zeit verstanden. Er redete einfach: in Bildern und Gleichnissen, nicht in Bekenntnisformeln und theologischen Herleitungen.

Wohlgemerkt, "Kirchenchinesisch" ist eine Sprache, die von denen, die im kirchlichen Boot sitzen, verstanden wird. Natürlich ist diese Sprache wichtig. Aber außerhalb des Kirchenbootes geht's damit nicht weiter und Christen sollten verständlich sprechen um Gottes Botschaft zu übersetzen. Sonst ist es nicht verwunderlich, wenn Gottes Wort so wenig offene Ohren findet.

Guido Erbrich

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16.11.2010 16:24
#96 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 16.11.2010 - Skaten

Mitarbeiterfortbildung für Gefängnisangestellte. Hans Joachim Mehler, katholischer Gefängnisseelsorger, erzählt von einem Sonntagspaziergang an der Elbe. Dort skatet eine junge Familie mit zwei Kindern an ihm vorbei.

Plötzlich stürzt das Mädchen, bleibt der Länge nach auf dem Weg liegen und schaut hilfesuchend zu den hinter ihr fahrenden Eltern. Schnell kommt der Vater angebraust und reicht seiner Tochter die Hand.

Mit seiner Hilfe und eigener Anstrengung steht es auf. Die Mutter kommt dazu, nimmt das Mädchen in die Arme, wo es sich erst einmal ausweinen kann.

Ihr Bruder rollt derweil munter hin und her.
Als die Tränen getrocknet sind, fährt die Mutter zu ihm und beide skaten weiter.
Derweil ergreift der Vater die Hand seiner Tochter. Sich aneinander haltend skaten beide zurück.
Hier unterbricht der Erzähler: "Ich dachte das wars, der Vater fährt mit seiner Tochter zum Auto. Skates ausziehen und Schluss für heute. Aber nein."
Die Geschichte geht weiter. Nach ein paar Metern stoppen Vater und Tochter.

Der Vater zeigt noch einmal das richtige Aufsetzen der Füße, sie macht es nach und beide legen Hand in Hand die gefährliche Strecke ein zweites Mal zurück.

An der Sturzstelle angekommen, halten sie und machen kehrt. Jetzt lässt der Vater seine Tochter los und gemeinsam skaten beide fröhlich Mutter und Bruder hinterher. Keine Spur des Sturzes und der Angst finden sich im Gesicht des Kindes.

Mit diesem Beispiel erzählt der Gefängnisseelsorger den erstaunten Beamten sein Verständnis von Seelsorge: Trost und Halt geben, Ermutigung und Befähigung vermitteln.

Natürlich merken die Beamten schnell, was der hintergründige Sinn der Geschichte ist. Seelsorge geht nicht nur die Seelsorger etwas an. Sie ist nicht nur etwas für die Leute von der Kirche.
Diese Form von Seelsorge kann jeder geben – auch wenn er sie sicherlich anders nennen würde. Und dazu bedarf es helfender Hände.

Hände die Halt geben, Worte die ermutigen und dort wo es nötig ist Unterstützung, damit das Leben gelingen kann. Nichts anderes ist Seelsorge. Und wer jetzt meint, bisher wäre doch noch überhaupt nichts von der Botschaft Jesu zu hören, irrt.
Denn diese Botschaft ist im Alltag zu entdecken ... und ... sie ist sehr menschlich.


Guido Erbrich

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18.11.2010 07:11
#97 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Pfarrer Hartmut Diekmann
Für RBB Worte für den Tag Donnerstag 18.11.2010

Glück ist bekanntlich eines der Hauptworte bei der Trauung. Alle wünschen
dem jungen Paar Glück für das gemeinsame Leben. Die Brautleute preisen
das Glück, sich gefunden zu haben. Im Grunde denkt sich dabei jeder die
Ehe eher wie ein Märchen. Märchen kündigen einen guten Ausgang an und
lässt die Hauptpersonen glücklich und in Freuden leben.
Glück hat aber gar nichts Märchenhaftes, sondern es hat handwerklichen
Ursprung. Unsere Vorstellung von Glück kommt nämlich aus dem
Töpferhandwerk. Genauer gesagt: aus jener Zeit, als alles noch von Hand
gestaltet wurde. Jeder Topf war ein Individuum, und jeder Deckel hatte
etwas ganz Unverwechselbares. Das Geschirr war wie die Menschen selber:
Jedes besaß seine unverwechselbare Besonderheit.
Das fiel nicht besonders auf, solange man nur einen einzelnen Topf suchte.
Man nahm halt den, der einem am meisten gefiel. War er formschön und
ausgeglichen, so nahm man ihn mit nach Hause. Suchte man aber einen
Topf mit Deckel, fingen die Schwierigkeiten an. Dann brauchte man nicht
nur zwei formschöne Teile, jedes für sich und in sich vollendet. Sie sollten
auch gut zusammen passen.
Der Deckel sollte gut schließen, nicht zu weit überstehen, und lag er auf
dem Topf sollte er nicht klappern. Waren zwei gefunden, die gut zusammen
passten, so nannte man das gelukke – liegt gut aufeinander und klappert
nicht. Daraus entstand unser Wort Glück.
Verständlich, warum man sich Gott früher gern als einen Töpfer vorgestellt
hat, der uns knetet wie Ton und zu den schönsten Gefäßen formt. Die
Gläubigen nahmen von hier ihre Zuversicht und ihren Stolz: Wir sind alle
von Gott geformte Einzelstücke. Und Glück ist das, was Gott für einander
gemacht hat.
Das enthält viel von dem Optimismus, der uns versichert: Suchet, so werdet
ihr finden. Er versichert uns, dass Glück zum Leben gehört, denn Gott will
unser Glück. Gott macht Töpfe und Deckel.
Sizilianer, die seit alters hervorragende Töpfer hervorbringen, wissen das
schon lange. Eines ihrer Sprichworte lautet: „Der Teufel macht nur Töpfe,
keine Deckel.“ Liebe und Glück sind nämlich göttlich

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19.11.2010 08:56
#98 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 19.11.2010 - Der Spiegel sei mit dir

Als die beiden Kinder den Rückspiegel an der Kirchenorgel entdeckten, wünscht der Pfarrer der kleinen Gemeinde gerade den Frieden. Und alle Umstehende wünschten ihn sich auch. "Der Friede sei mit dir", sagen sich dann die Menschen, die in der Kirche nebeneinandersitzen.

"Der Spiegel sei mit dir" echoten die beiden Kleinen und lachten sich halb kaputt über ihre Entdeckung. Dann wünschten sie es ein paar umstehenden Gemeindemitgliedern und reichten ihnen, unschuldig lächelnd die Hand. "Der Spiegel sei mit Dir". Vierjährigen kann man nicht allzuviel übel nehmen, und – mal ehrlich – an diesem Wunsch ist doch was dran.

Wenn ich anderen den Frieden wünsche und habe dabei selbst im Inneren ein Waffenarsenal aufgebaut, das nach Abrüstungsverhandlungen schreit, stimmt doch etwas nicht.

Frieden ist ein schöner Wunsch. Frieden darf ich auch von anderen erwarten aber er hat auch ziemlich viel mit mir selbst zu tun.
"Der Spiegel sei mit dir" ist da nicht nur kindliches Entdecken von Sprachspielen, sondern passt wie die Faust, die nicht aufs Auge soll.
So ein Spiegel ist ein ziemlich unbestechliches Ding.

Er beschönigt nichts und bildet emotionslos ab, was ich ihm zu bieten habe.
Manchmal freue ich mich drüber; viel öfter merke ich, dass etwas nicht stimmt.

Dann hole ich den Rasierapparrat und schneide noch etwas runter, kämme mich oder wische schnell den Fleck vom Pullover. Soweit zur Außenansicht.

Toller wäre es, einen Spiegel für das seelische Innenleben zu haben. Wo möchte ich jemanden etwas heimzahlen, gegen wenn habe ich hochgerüstet, wo bin ich selbst ungerecht und feindselig?

Das merke ich manchmal an mir so wenig, wie ich die Fussel hinterm Ohr nicht erkenne.

Am Anderen bemerke ich die Mängel schon.
Deswegen kontert Jesus ja auch auf das selbstgerechte Schauen auf die Fehler anderer mit einem lapidaren Vergleich: Was ist der klitzekleine Splitter im fremden Auge gegen den Riesenbalken, der tief im eigenen sitzt.

"Der Spiegel sei mit dir", ist die Einladung, sich das eigene Gebälk anzuschauen und ein wenig friedfertiger zu werden.
Schön, dass es Orgeln mit Rückspiegel gibt. Wir sollten sie nicht allein den Organisten überlassen. Sondern öfter mal selber hineinschauen. Dabei zu lächeln, kann nicht schaden.


Guido Erbrich

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20.11.2010 09:35
#99 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 20.11.2010 - Wer hat Angst vorm lieben Gott?

Unsere deutsche Sprache kennt ein paar schöne alte Namen, die vom Aussterben bedroht sind.
"Fürchtegott", ist einer von ihnen.
Fürchten kann ich mich vor dem Zahnarzt, weil es manchmal weh tut.

Unsere Vorfahren fürchteten sich vor den Barbaren, weil sie hinterlistig und angriffslustig waren, aber warum Furcht vor Gott?
Gottesfurcht, der Begriff, der hinter dem "Fürchtegott" wartet, ist ein trübes Wort, dass gar nicht zu dem Gott zu passen scheint, der die Liebe ist. Im Gegenteil: die Rede vom lieben Gott müsste doch die Furcht besiegen.

Gott sei Dank wird heute kaum noch ein angstmachender Gott verkündet. Diejenigen, die es dennoch tun, kommen dabei meistens so griesgrämig daher, dass ihre furchterweckende Rede mehr über den Prediger aussagt, als über Gott.

In der Bibel wird oft von Gottesfurcht gesprochen. Und der Satz "Fürchtet Euch nicht", ist ein Standardsatz von Engeln.

Ist "nicht fürchten" die Ausnahme von der Regel? Sollten gläubige Menschen doch wieder die Angst aus der Kiste holen, damit "Klappern und Zähneknirschen" sei?

Bevor es so weit ist, lohnt der Blick auf das Wort "Furcht" in der Bibel. Das griechische Wort "phobos", das meist dort steht, wo "Furcht" übersetzt wird, meint zum einen Furcht als Angst und Schrecken. Zum anderen aber auch Ehrfurcht und Respekt.

Und schon bekommt die Gottesfurcht einen nachvollziehbaren Klang.
Vielleicht ist die Gottesfurcht ja zu vergleichen mit der Furcht von Verliebten, die sich ihre Liebe noch nicht "eingestanden haben".

Ich erinnere mich jedenfalls noch gut an meine Angst als ich meiner Angebeten das erste Mal sagen wollte, dass ich sie liebe.
Vor diesem Moment hatte ich einen ziemlichen "Bammel".

Was, wenn sie nein sagt, lacht, oder sich gar erbost abwendet? Lauter Möglichkeiten konstruierten sich in meinem Kopf zusammen. Möglicherweise, so der vorsichtige Gedanke, könnte sie "Ja" sagen.

Mit der Gottesfurcht ist es ähnlich. Dabei ist Gott jemand, der gar nicht anders kann, als vorbehaltlos ja zu uns zu sagen. Gottesfurcht als Angst zu verstehen ist dann ziemlich unbegründet. Ehrfurcht ist da etwas ganz anderes, die Verbeugung des Menschen vor der großartigen Liebe Gottes, der uns keine Angst einjagen will.
Und da müssen wir nicht allzutraurig sein, wenn der Name Fürchtegott ausstirbt.


Guido Erbrich

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22.11.2010 08:55
#100 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 22.11.2010 - "Alles hat seine Zeit"

Heute Morgen ist etwas anders, noch bevor die rüstige 70-Jährige richtig wach ist, merkt sie, dass eine schwere Last auf einmal über Nacht weggenommen ist. Dabei hatte sich die Rentnerin schon fast daran gewöhnt, denn jeden Morgen war es da diese traurige Gefühl – der Schmerz um ihren geliebten Mann.
"Mitten aus dem Leben gerissen" hatte sie in die Zeitungsanzeige drucken lassen. Mitten aus ihrem Leben von einem Moment auf den anderen, so hatte es die Frau erlebt.

Fast ein Jahr ist das jetzt her. Gestern am Totensonntag war sie in aller Frühe wieder zum Grab gegangen, danach in die Kirche. Im Gottesdienst wurde der Name ihres Mannes vorgelesen und eine Kerze für ihn angezündet. Sie hört die Worte des Pfarrers, dass die Toten uns vorausgegangen sind und das ewige Leben bei Gott haben.

So richtig verstehen konnte sie es nicht. Und trotzdem fühlte sich die 70-Jährige danach irgendwie erleichtert. Ihr Mann war nicht ins "Nichts" gegangen.

Monatelang hatten Freunde und Bekannte auf sie eingeredet. Das Leben ginge doch weiter und dass es ein Ende haben müsse mit der Trauer. Aber all das hatte ihr den Kummer nicht genommen. Es braucht eben alles seine Zeit.

Auch davon hatte der Pfarrer gesprochen: " ... weinen und lachen, klagen und tanzen, reden und schweigen ... ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde."

Und diese Zeit hat weder sie noch die anderen beeinflussen können.
Nicht alles, was uns betrifft können wir planen und steuern. Deshalb ist es wichtig zu erkennen, wo wir Menschen, Prozessen und Dingen Zeit lassen müssen.
Um dann vielleicht an einem Morgen überraschend festzustellen, dass plötzlich alles ganz anderes ist. Oft ändert sich ja wirklich vieles über Nacht: die Krankheit ist überwunden, die Entscheidung gereift, der neue Weg erkennbar.

Ich bin mir sicher, dass Gott mit uns ist zu allen Zeiten, besonders in den schwersten Stunden. Und er möchte, dass unser Leben heil und gut werde. So begleitet uns Gottes Segen in den neuen Tag, macht das Herz weit und offen für Neues, über das wir letztlich nur staunen können.


Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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