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Elli Offline

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23.11.2010 09:35
#101 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 23.11.2010 - "Altwerden"

Altwerden ist für viele mit Ängsten verbunden. Sich nicht mehr allein versorgen zu können. Die körperlichen Schmerzen immer mehr zu spüren, die Vergesslichkeit wahrzunehmen und dass scheinbar nur noch das Langzeitgedächtnis funktioniert. Am Ende dieses Prozesses lauert unweigerlich der Tod.

"Es muss aber doch jedem klar sein, dass das Alter nicht zum Tod, sondern zum Leben gehört", sagte einmal Simone Rethel in einem Interview. Die Ehefrau des berühmten Filmstars Johannes (Jopie) Heesters hat sich dem Altwerden und seine alltäglichen Herausforderungen gestellt. Das verwundert nicht, hat doch ihr Mann das gesegnete Alter von 106 Jahren. Sie selbst sieht sich erst am Anfang dieses Lebensabschnitts. Die 61-Jährige meint, dass wir uns davor nicht fürchten müssen, "nur sollten wir uns rechtzeitig damit beschäftigen."

Und so gibt sie Tipps wie Menschen den Herbst des Lebens so schön, wie möglich verbringen können.
Ihr Mann z.B. sagte sie lebt im "Heute und Morgen", bei ihm sei das Kurzzeitgedächtnis viel besser als das Langzeit, was bei vielen ja andersrum ist.

Simone Rethel hat sich selbst schon dabei ertappt, wie sie mehr "von früher" sprach. Das wollte sie sich schnell wieder abgewöhnen, bemerkte sie kess.
Auch der Glaube an Gott ist kein rückwärts gewandter.

Jesus sprach einmal in einem Bild aus der Landwirtschaft davon: "Wer seine Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht gemacht für das Reich Gottes." (Lukas 9,62). Jeder Bauer weiß, dass er beim Pflügen nach vorn schauen muss, sonst wird die Ackerfurche krumm. Übertragen auf das Leben bedeutet das, eine Ermutigung im "Heute" zu leben und nicht ständig zurück zu sehen. Denn jeden Tag schenkt uns Gott, trotz allem Schweren, glückliche Momente. Und letztlich wird das Leben auch nicht leichter durch Klagen und Jammern.

Ein Rat, den uns auch Simone Rethel gibt: "Und es muss in unserem Interesse liegen, diese Zeit so schön wie möglich zu verbringen."

(Zitate aus Simone Rethel: "Sag nie, du bist zu alt")


Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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24.11.2010 09:11
#102 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 24.11.2010 - "Die goldene Mitte"

"Die goldene Mitte" ist ein geläufiges Wort für das richtige Maß zwischen dem Zuviel und Zuwenig. Wer so lebt, muss in einer guten Balance mit sich und den Herausforderungen stehen. Schon Aristoteles, der große griechische Philosoph des Altertums, erklärte seine Ethik mit Hilfe dieses Begriffs und beschrieb so die menschlichen Tugenden. "Weder tollkühn noch feige solle der Mensch sein, sondern die Mitte zwischen beiden Extremen wählen, nämlich mutig. Nicht zügellos noch gefühllos solle man sich verhalten, vielmehr käme es auf die Mitte zwischen diesen beiden Haltungen an, auf Besonnenheit."

Auch in der Bibel reflektieren Menschen über die "goldene Mitte".
In einem Psalm (131) ist davon die Rede, wie einer seine entdeckte:
"HERR! Ich denke nicht zu hoch von mir, ich schaue auf niemand herab. Ich frage nicht nach weitgesteckten Zielen, die unerreichbar für mich sind. Nein, still und ruhig ist mein Herz, so wie ein sattes Kind im Arm der Mutter – still wie ein solches Kind bin ich geworden."

Auch wenn ich das als richtig für mich erkenne, heißt es noch lange nicht, dass es gelingt im Alltag umzusetzen.
Das wussten auch schon unsere Vorfahren. Und so lädt seit Generationen in der Mitte des Tages das Glockengeläut der Kirchen zum Stille werden ein. Um zwölf Uhr ein paar Minuten der Besinnung und des Innehaltens sich nehmen, um die eigene Mitte zu finden.

Vielleicht gehen Sie heute Mittag, auf die Dachterrasse ihres Büros oder setzen sich auf eine Bank neben einer Kirche, um sich über die Aussichten und Ziele wieder klarer zu werden. Oder darüber nach zu sinnen, wo Sie stehen.

Vielleicht kann es so gelingen, dauerhaft die Mitte des Lebens zu finden.
Wir müssen uns wieder mehr Räume und Zeiten schaffen, wo wir zur Ruhe kommen, Gott begegnen, um so zufriedener zu werden.



Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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25.11.2010 09:14
#103 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Pfarrer Hartmut Diekmann
Für RBB Worte für den Tag Donnerstag,25.11.2010

„Die Liebe ist eine Himmelsmacht, Kattrin - Ich warn dich!“ –
sagt Bertolt Brechts Mutter Courage zu ihrer Tochter. Sie weiß,
wie die Welt läuft und färbt ihrer Tochter das Gesicht schwarz,
damit sich niemand von ihrer Schönheit verführen lässt, sie zu
vergewaltigen.
Ja, die Liebe scheint sogar mehr als eine Himmelsmacht. Ich
würde sie die letzte Despotin nennen, die wir unter uns dulden.
Alle anderen Kräfte und Mächte mussten durch das Nadelöhr der
Demokratisierung gehen – nur die Liebe nicht. Sie darf kommen
und gehen, wann und wie sie will. Sie muss sich nicht
rechtfertigen. Sie herrscht absolut über uns.
Sie überfällt Dich eines Morgens an der Haltestelle auf dem Weg
zur Arbeit, oder bei der harmlosen Verabredung mit einer
Klassenkameradin, die Du schon seit 20 Jahren kennst.
Manchmal reicht ihr die Geste einer fremden Hand, um Dich zu
entflammen. Dann ist sie da, dann ist sie in Euch. Quartiert sich
bei Euch ein, nimmt von Eurem Alltag und Euren Nächten
Besitz, dringt in Eure Träume ein, lebt mit Euch und ist Euer
Leben. Bis sie plötzlich, nach ein paar Wochen, einigen Monaten
oder auch nach Jahrzehnten einen von Euch sagen lässt, nun sei
es vorbei mit ihr. Alle Vorhaltungen, Beteuerungen,
Erinnerungen fruchten nichts: Sie steht auf und geht davon.
Einfach so. Wie sie gekommen ist, so geh sie auch. Dazu braucht
sie nicht einmal einen Grund zu nennen. Sie muss sich auch
nicht rechtfertigen. Sie tut was sie will, aus einem einzigen
Grund: weil sie es will. Die Liebe ist eine absolute Herrscherin.
Früher sprach man so von Gott. Er schaltet und waltet wie er
will. Niemandem ist er Rechenschaft schuldig. Willkürgott
nannten ihn die Kritiker und den Gläubigen machte er Angst. Da
ließ Gott erkennen, dass er wohl frei ist in seinem Wollen, sich
aber selbst gebunden habe zu lieben. Und die Gläubigen
entdeckten an ihm Züge von Sanftmut, Demut,Verlässlichkeit
und Treue.
Die Zeichen der Willkürherrschaft lagen seitdem herrenlos
herum, bis die Liebe sich ihrer annahm. Nun versetzt sie uns in
Angst und Schrecken, besonders Ehepaare. „Die Liebe ist eine
Himmelsmacht, Kattrin – ich warn’ dich!“ Das kann man wohl
sagen.

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Elli
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26.11.2010 13:16
#104 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 26.11.2010 - "Und vergib uns unsere Schuld"

Ein Passant ging die Straße entlang. Plötzlich stürzt ein Mann aus einem Hauseingang. Beide prallen heftig gegeneinander. Der Mann ist furchtbar wütend, schreit, schimpft und beleidigt den andern: "Können Sie nicht aufpassen. Sie haben wohl keine Augen im Kopf. Sie ..."

Daraufhin verbeugt sich der Passant mit einem milden Lächeln und sagt: "Ich weiß nicht, wer von uns an dem Zusammenstoß die Schuld trägt. Ich bin aber nicht gewillt meine kostbare Zeit mit der Beantwortung dieser Frage zu vergeuden. Deshalb: Wenn ich die Schuld trage, entschuldige ich mich hiermit und bitte Sie für meine Unachtsamkeit um Verzeihung. Falls Sie der Schuldige waren, können Sie die Sache einfach vergessen." (nach Anthony de Mello)

Die Schuld beim anderen zu suchen, ist eine urmenschliche Eigenschaft. Und leider enden meist selbst kleine Konfrontationen mit wüsten Beschimpfungen.

Das vergiftet unseren Alltag und lässt den Ärger oft wie einen Schneeball wachsen.
Im Vaterunser, dem bekannten Gebet Jesu, heißt es: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." (Math. 6,12).

Diese Bitte ist für mich Lebenshilfe, weil sie den Teufelskreis von Schuldzuweisungen durchbricht. Denn täglich kommen wir in Situationen, wo wir etwas falsch machen oder andere an uns schuldig werden. Da gibt die Chefin dem Mitarbeiter eine unfaire Beurteilung. Der Elfemeter wird verschossen und damit die Chance zum Sieg vertan. Die Kinder werden verdächtigt den Kuchen gegessen zu haben.

Schon solche Alltäglichkeiten zeigen, wie wir uns das Leben unnötig schwer machen.
Und wie ist es dann bei den wirklich schwerwiegenden Dingen, wie Ehestreit, Krankheit, wenn Leid und Unglück geschehen ist.

Es braucht Zeit und manchmal auch fremde Hilfe, um das Leben dann anzunehmen, Schuld einzugestehen oder zu vergeben.

Das kann in der Bitte an Gott "Und vergib uns unsere Schuld" eine Sprache finden. Dann können wir uns vielleicht wieder langsam versöhnen – mit uns, dem andern, mit diesem Leben.



Pfarrer Andreas Beuchel

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Elli
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27.11.2010 10:17
#105 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 27.11.2010 - "Ein Anwalt fürs Leben“

In der Spielecke ist Heinrich mit den Autos und den Bausteinen beschäftigt. Helene, seine Freundin schiebt den Bagger und belädt die Spielzeug-Lkws.
Plötzlich unterbricht der Dreijährige das intensive Spiel und sagt: "Helene, ist dein Papa auch Anwalt?" Die kleine Freundin überrascht, antwortet "Ja".

Aber der Vater des Mädchens ist keiner und sie weiß auch nicht, was das ist – ein Anwalt.
Heinrich scheint das zu ahnen uns so beginnt der Lockenkopf zu erklären: "Ein Anwalt hilft, wenn es Streit gibt. Einer hat ein Auto angefahren, dann streiten sie und dann braucht man meinen Papa, damit das Auto wieder ganz wird."

Auch wenn der Beruf des Anwalts sicher nicht so einfach zu beschreiben ist, eins hatte der Kleine verstanden: Manchmal brauchen wir jemanden, der sich für uns streitet und unsere Sache vertritt.
Zum Glück sind wir ja nicht alle in Rechtsstreitigkeiten verwickelt, doch jemanden, der uns zur Seite steht, wünschen wir uns schon.

Einen "Anwalt fürs Leben", der Mut macht, wenn wir uns angegriffen oder missverstanden fühlen. Einen Menschen, der da ist, mitgeht, wenn wir ihn brauchen und uns liebt.

Die Bedeutung des Begriffs sagt, ein Anwalt ist ein Berater und ein Fürsprecher, einer der Macht übertragen und eine Beauftragung bekommen hat.
Im biblischen Sinne ist Jesu für mich einer. Er hat von Gott die Macht und den Auftrag bekommen, sich hier auf dieser Welt für Menschen einzusetzen.

Die Geschichten der Bibel erzählen davon, wie der Sohn Gottes Einsame begleitet, Kranke heilt, Ausgestoßenen den Weg in die Gemeinschaft wieder ebnet.

Das sein Leben am Kreuz endet, ist keine Niederlage sondern die Konsequenz seines Redens, Handelns und der Fürsprache auch bei Gott. Denn durch ihn brauchen wir uns nicht mehr ständig zu rechtfertigen. Als von Gott geliebte Menschen wissen wir aber um unsere Stärken und Schwächen.
Und wenn wir doch mal einen Rechtsanwalt brauchen sollten, dann wünsche ich uns einen, wie vielleicht Heinrichs Papa, der seine Sache versteht, uns begleitet und sich für uns einsetzt. Und der Gerechtigkeit zu ihrem Recht verhilft!

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Elli
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29.11.2010 08:58
#106 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 29.11.2010 - Unkraut vergeht nicht

Unkraut vergeht nicht, sagt Frau Klein zu mir, als ich sie frage, wie es ihr nach dem Krankenhausaufenthalt so geht und ob sie sich wieder besser fühlt. Unkraut vergeht nicht – das meint: es kann passieren was will, ich rappel mich immer wieder auf, bin eine Art Stehaufmännchen, egal wie sehr mich das Schicksal auch anfasst und umkippt, ein bisschen wackeln, ein bisschen taumeln, aber das vergeht und dann stehe ich wieder aufrecht und strahlend da.

Unkraut vergeht nicht: das ist auch Selbstironie und Augenzwinkern: Leute, ich bin eben so was wie das Unkraut, damit müsst ihr leben, keine Kulturpflanze, keine schöne, wohlgestaltete Blume, ich habe Makel und Fehler. Unkraut: nicht gern gesehen und gelitten, aber mit unbändiger Kraft, mit Willen, ich komme immer wieder durch, da könnt ihr machen, was ihr wollt; bin halt ein Überlebenskünstler, mich werdet ihr nicht los!

Und so bekommt das lästige und nicht gern gesehene Unkraut auf einmal etwas symphatisches und positives. Denn Unkraut hat ja ein schlechtes Image. Das war schon zu Jesu Zeiten so. Jesus vergleicht sogar die Feinde des Himmelreiches mit Unkraut, das man am besten ins Feuer wirft und verbrennt.

Wenn nichts weiter wächst, aber das Unkraut schon, so sagen die kleinen Gärtner und Bauern heute noch, weil sie die Erfahrung machen: Unabhängig von Bodenbearbeitung, Wetter und Pflegearbeiten kriegst du das Unkraut nicht klein, du wirst es nicht los. Leider, denn man will ja anderes auf seinen Beeten und Feldern haben und ernten. Bei einer Führung im Klosterkräutergarten wurde ich neulich belehrt dass diese Pflanzen eben kein Unkraut sind, sondern kulturbegleitende Kräuter. Na ja, so kann mans auch sagen, warum nicht. Einfach mal die Dinge anders sehen.

Unkraut vergeht nicht – das ist einfach Urvertrauen ins Leben. Gott lässt uns nicht vergehen, trotz Makeln und Fehlern.

Matthias Fischer

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30.11.2010 10:08
#107 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 30.11.2010 - Seinen Senf dazu geben

Familienfeier. Mein Bruder und ich sitzen glücklicherweise seit einem Jahr wieder mal nebeneinander und können über verschiedene Sachen reden. Er fotografiert gern, auch auf dieser Feier. Ich ebenso. Seine Bilder sind besser. Wie machst du das mit der Kamera, diese Bilder hinzukriegen? Er erklärt es mir. Ein bisschen was verstehe ich. Er erklärt noch mal und versucht es ganz einfach zu sagen und ich weiß dann ungefähr, was er meint und wie das geht. Da bin ich ganz froh und ich freue mich, hoffentlich was dazu gelernt zu haben. Ich werde es ausprobieren.

Onkel Reinhard sitzt mit am Tisch. Nebenbei hat er zugehört. Er hat vom Fotografieren überhaupt keine Ahnung, aber er gibt trotzdem seinen Senf mit dazu. Klasse. Das haben wir jetzt gebraucht.

Leserbriefseite meiner Tageszeitung, es geht um Zukunftsfragen unseres Landes. Wie das so ist, da gibt es verschiedene Meinungen. Das ist nicht nur interessant, das ist gut, das muss auch so sein, denke ich. Hm. Aber dann gibt es noch Herrn S. aus D., was er schreibt ist nicht besonders originell, aber er gibt auch wieder seinen Senf dazu. Das macht er gelegentlich. Sein Name steht öfter mal drunter. Wahrscheinlich hat er viel Zeit, aber so bisschen daneben ist es trotzdem jedes Mal.

Ich komme mittags vom Religionsunterricht in der Schule, fahre nach Hause, halte schnell am Imbiss an. "Eine Bockwurst" – "Mit Senf oder Ketchup?" – "Mit Senf". Und dann gibt der seinen Senf dazu. Und das schmeckt. Das ist gut. Das passt. Das regt mich nicht auf. So kanns gehen. Im richtigen Moment seinen Senf dazu geben is ok. Sonst ist es nur lästig. Neulich habe ich was schönes gehört, da sagte mir ein Freund, als mal wieder über irgendwas zwar heiß, aber ziellos diskutiert wurde: "Einfach mal nur die Klappe halten". "Eure Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein, alles andere ist von Übel". Hat Jesus so gesagt. Für mich heißt das, immer wieder mal kurz zu überlegen, wann ich meinen Senf dazu gebe und wann nicht. Ich muss es nicht immer.


Matthias Fischer

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01.12.2010 09:49
#108 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 01.12.2010 - einfaches Essen

Gerste, Hopfen, Malz – lieber Gott erhalts! An Bierbrauereien oder auf Flaschenetiketten ist manchmal dieser Spruch zu lesen. Genau genommen ist das ja sogar so etwas wie ein Gebet, eine Bitte an Gott, sicherlich nicht ganz ernst gemeint. Oder vielleicht doch. Warum nicht? Hier geht es im weitesten Sinn um Lebensmittel. Was die Dreier-Kombination von Gerste, Hopfen, Malz bedeutet, ist klar. Es sind die Rohstoffe für ein Getränk. Wasser gehört noch dazu, das müsste in den Spruch unbedingt noch hinein.

Ohne Wasser geht gar nichts, auch kein Bierbrauen. Gerste wird auf unseren Feldern angebaut. Die Körner werden zum Quellen gebracht, angekeimt, dann geröstet und gemahlen. Das ist das Malz, nicht nur fürs Pils, auch für den Malzkaffee. Einstmals Ersatz für den guten, aber teuren Bohnenkaffee in schlechten Zeiten, heute wieder neu entdeckt und gern getrunken.

In unserem Seniorenkreis kam jetzt einmal das Gespräch auf Rezepte aus der Zeit nach 1945, als es nicht viel gab und die Hausfrau aus wenig etwas machen musste. Da gab es z.B. Kaffeetorte aus Malzkaffeesatz oder falsche Schlagsahne. Wir haben das ausprobiert. Man kann es wirklich essen. Der Mensch war ja schon immer ausgesprochen kreativ und erfinderisch, was die Herstellung von Speisen und die Veredlung von Naturprodukten angeht.

Die Kochsendungen im Fernsehen und die Rezeptbücher in den Regalen machen das jedem deutlich. Da wird gebacken und geschmort, gebrutzelt und gezaubert, das es nur so dampft. Auch in meinem Kopf. Denn fassen kann man das in dieser Fülle schon lange nicht mehr. Aber eigentlich fängt alles immer ganz einfach an mit den Lebensmitteln. Mit ein paar Grundstoffen, z.B. Gerste und Wasser. Nicht was sie jetzt denken. Auch Brot kann man daraus backen und Brötchen. Gerstenbrot, wie Jesus und seine Jünger es austeilten und die Menschen darin erkannten, dass Gott selber es ist, der ihnen Brot und Leben gibt, in ganz einfachen Dingen.


Matthias Fischer

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02.12.2010 10:41
#109 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 02.12.2010 - Ein neuer Anfang

Eine Kiste Rotkraut, eine Kiste Weißkraut, eine Kiste Kartoffeln und eine Kiste mit Mohrrüben, an denen noch Erde dran war. So ungefähr sah die Gemüseabteilung in vielen Kaufhallen um diese Jahreszeit zu DDR-Zeiten aus. Die Verkäuferinnen tun mir heute noch leid. Dann kam das große Ereignis und in den Kisten lagen nun andere Dinge drin, die schöner aussahen. Vor allem wurde es vielfältiger. Das hat uns allen gefallen und zu den alten Kisten will ich nicht mehr zurück, auch wenn es in unseren Töpfen selbstverständlich heute auch noch Rotkraut und Möhren gekocht werden. Klar.

Viele neue Gemüse und Obstsorten gab es auf einmal, die man bis dahin nur vom Hörensagen, aus dem Kreuzworträtsel, dem Märchenbuch oder West-Rezepten kannte. Nun konnte endlich mal Olivenöl an den Salat gemacht werden! Aber geschmeckt hat es mir lange Zeit nicht. Aber das veränderte sich. Und eines Tages beginnst du zu überlegen: nimmst du nun das spanische oder das italienische? Spätestens dann war die neue Zeit angebrochen. Und mit den Oliven selber wars genauso. In die grünen und schwarzen Früchte zu beißen war nicht unbedingt ein Genuss. "100 Stück musst du essen, dann schmecken sie dir!", verkündete eine Bekannte. Und auch diesen Weg in die neue Zeit habe ich mittlerweile erfolgreich beschritten.

Interessant ist ja, dass genau diese Pflanze auch in der biblischen Geschichte zum einem Zeichen für eine neue Zeit geworden ist. Zum alten Noah auf die Arche kam eine Taube geflogen mit einem Olivenblatt im Schnabel und so wusste er, das Wasser geht zurück und die Sintflut ist bald vorbei. Das kann gar nicht anders sein, wenn schon die Olivenbäume wieder rausgucken aus dem Wasser und die Taube ein Blatt abzupfen kann. Das ist das Zeichen einer neuen Zeit, eines Neubeginns für die Menschen. Ein Stein wird ihm vom Herzen gefallen sein, denn Noah wusste: Jetzt geht es wieder aufwärts, es wird besser. Gott sei Dank.

Es gibt neuen Anfang, Gott macht ihn möglich. Und das immer wieder, bis heute. Die Olive war schon damals dabei.


Matthias Fischer

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03.12.2010 09:20
#110 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 03.12.2010 - "Eine Rarität"

"Eine Rarität" – mit dieser Bezeichnung werben unsere sächsischen Winzer für ihren Wein. Im kommenden Jahr wird er leider noch rarer werden, weil das Wetter in den letzten zwei Jahren keine guten Erträge ermöglichte. Hier im Elbtal, in der Nähe des 51. nördlichen Breitengrades ist es halt manchmal schon zu kalt und zu nass für diese Pflanze. Klimatisch und anbautechnisch hatte es da der erste Winzer der Weltgeschichte schon besser.

Im Ararat-Gebiet, der heutigen Grenzregion zwischen Armenien und der Türkei, ließ er sich nieder, nachdem die Sintflut vorbei war. "Und Noah, der Ackermann, pflanzte als erster einen Weinberg." So erzählt die Bibel. Diese Notiz ist bemerkenswert, nehmen doch auch viele Botaniker an, dass in der Region am Südende des Kaspischen Meeres die Kulturrebe aus wilden Vorläufern entstanden ist.

Noah hat aber nicht nur die Reben gepflanzt, sondern auch ihre Früchte verwertet. Der Wein war geboren. Ausprobiert hat er den Wein natürlich auch. "Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt." So erzählt es uns die Bibel weiter. Vom Wein können wir in der Bibel noch sehr viel lesen. Gott vergleicht sein Volk mit einem Weinberg, der gedeiht, wenn die Menschen ihr Vertrauen auf Gott richten und der verwildert, wenn sie sich von ihm abwenden. In den Psalmen wird Gott dafür gedankt, dass er Brot aus der Erde hervorbringt, dass der Wein des Menschen Herz erfreue und sein Antlitz schön werde vom Öl. Gute Gaben Gottes an den Menschen: nicht Wasser und Brot, sondern Wein und Brot.

Der barmherzige Samariter behandelt die Wunden des Verletzten mit Wein und Öl, auch Hippokrates und Hildegard von Bingen wissen um heilende Wirkung von Wein bei Verletzungen oder Hautleiden. Eine ganz unglaubliche Geschichte wird von Jesus berichtet, als er auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt. Sein erstes Wunder: 600 Liter Wein bester Güte, Spätlesequalität. Noch deutet er hier nur an, wer er ist. "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben" sagt er später. Weinstock und Rebe als Sinnbild für Christus und glaubende Menschen. Bei Christus bleiben, am Saft des Lebens bleiben, ist Leben, Halt, Verwurzelung.


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04.12.2010 11:38
#111 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 04.12.2010 - Zeichen der Geduld Gottes

Das hat geschmeckt. Reife Feigen vom Baum gepflückt und gleich gegessen, vor 14 Wochen auf einer kroatischen Insel. Das ist zwar eine klebrige Angelegenheit, aber schmeckt. Ich hab die Dinger schon als Kind gern gegessen. Freilich, damals gab es sie nur in getrockneter Form. Dank Patentante aus Westberlin lagen immer welche auf dem Weihnachtsteller.

Interessant ist, dass die Feige die erste namentlich erwähnte Pflanze in der Bibel ist. Das Paradies war ja bestimmt in seiner Fauna und Flora sehr vielfältig, aber nur eine einzige Pflanze daraus wird mit dem richtigen Namen genannt. Und das eigentlich auch nur mehr oder weniger zufällig, wegen einer plötzlich eingetretenen peinlichen Situation. Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, wurden sie sich ihrer Nacktheit bewusst: "Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz", so erzählt die Bibel. Wahrscheinlich war eben gerade nichts anderes in der Nähe, denn so sonderlich geeignet sind die Feigenblätter für diesen Zweck wirklich nicht. Aber dennoch gut für uns, wir wissen nun, dass es zumindest Feigen gab im Paradies. Kein Wunder, so gut wie die schmecken. Von diesem weniger paradiesischem Ereignis damals stammt dann auch die Redensart "etwas mit einem Feigeblatt bedecken" - also eine notdürftige Verhüllung einer unangenehmen Tatsache.

Die Bibel erzählt noch viel von Feigen, öfter als z.B. von Äpfeln. Feigen sind Symbol für Wohlstand, gutes Leben und Frieden. Man hat Kuchen aus ihnen gebacken und sie dienten als Heilpflaster bei Hautkrankheiten. Sogar ein unfruchtbarer Feigenbaum ist durch Jesus zur Bedeutung gekommen. Jesus wollte ihn eigentlich fällen lassen, weil er nichts mehr nützt. Aber durch die dringende Bitte des Besitzers, es nicht zu tun und sein Versprechen, ihn zu pflegen und zu düngen, ließ sich Jesus umstimmen und der Baum blieb stehen. Der Feigenbaum - für mich ein Zeichen der Geduld Gottes mit uns, die immer wieder eine neue Chance im Leben schenkt.


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06.12.2010 10:29
#112 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 06.12.2010 - Nikolaus-Tag

Liebe Hörer, gehen Sie heute auch mit geputzten Schuhen aus dem Haus? Bei uns zuhause wird jedenfalls streng darauf geachtet, dass am Vorabend des Nikolaustages jeder seine Schuhe auf Hochglanz bringt. Schließlich soll der Heilige Bischof nicht kopfschüttelnd an unserer Tür vorüber gehen, sondern die eine oder andere Leckerei in unseren Stiefeln hinterlassen.

Doch was wissen wir über diesen Heiligen, der sich heute noch bei Groß und Klein so großer Beliebtheit erfreut?

Nikolaus wurde um das Jahr 270 in Patara in der heutigen Türkei als einziges Kind reicher Eltern geboren. Er starb um 345 in der Hafenstadt Myra, sehr wahrscheinlich am 6. Dezember.

Dazwischen liegen etwa 75 Lebensjahre, von denen man wenig weiß. Im Zuge der Christenverfolgung verbrachte er einige Zeit im Gefängnis, später wurde er Bischof von Myra.

Was ihn bis heute in so lebendiger Erinnerung bleiben lässt, geht auf Legenden zurück, die sich um seine Person ranken.
Bischof Nikolaus war ein Freund der kleinen Leute. Er ließ sich berühren von ihren Sorgen und Nöten.
Als er nach dem Tod seiner Eltern ein großes Vermögen erbte, wollte er damit armen Menschen helfen. So erfuhr Nikolaus von einer Familie, der das Geld fehlte, um ihren drei Töchtern eine Hochzeit auszurichten. Da warf Nikolaus jedem Mädchen als Aussteuer heimlich einen Klumpen Gold durch’s Fenster. Eine Tat der Liebe – im Verborgenen geschenkt. Sie eröffnete neue Lebensmöglichkeiten und half aus einer ganz konkreten Notlage heraus.

Das ist gelebtes Christ-Sein! So einfach kann es sein!
Denn: wichtiger als die Frage, ob die Legenden um den Heiligen Bischof historisch belegbar sind, ist doch ihre Botschaft. Und die ist ganz offensichtlich. Denn die Nächstenliebe, die Nikolaus praktiziert hat, ist weder abgehoben noch kompliziert. Weil er mit offenen Augen und Ohren durch seine Stadt ging, sah er auch, wo Hilfe nötig war. Und dann packte er einfach mit an.

Heute, am Nikolaustag, sind wir eingeladen, diesem Beispiel zu folgen.
Die blank geputzten Schuhe sind dafür weniger wichtig. Was wir heute brauchen, ist ein wacher Blick und ein bisschen Phantasie für die Menschen, die uns begegnen.

So heißt es in einem bekannten Nikolaus-Lied:
"Macht es wie er, mit Herz und mit Hand! Helft jedem, der in Not gerät zu Wasser und zu Land!


Monika Münch

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07.12.2010 08:36
#113 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 07.12.2010 - Lichter im Advent

Wenn unsere Kinder abends schlafen gehen, achten sie immer darauf, dass sie ihr Schnuffeltuch dabei haben und dass die Tür einen kleinen Spalt offen bleibt. Der schmale Lichtstreifen, der ins Zimmer fällt, vertraute Geräusche und das liebgewordene Kuscheltier helfen, mit der allgegenwärtigen Angst vor der Dunkelheit umzugehen. So gerüstet können sie gut einschlafen.

Wenn wir im Advent so manches Licht entzünden und vertraute Rituale vollziehen, dann hat das auf den ersten Blick vielleicht viel mit Gemütlichkeit zu tun. Es ist halt so schön, wenn die Kerzen ihr warmes Licht verbreiten. Es beruhigt, ist romantisch und gehört eben zur Adventszeit dazu.
Auf einer anderen, tieferen Ebene sind wir aber – so denke ich - recht nah dran an der kindlichen Angst vor der Dunkelheit.

Heißt doch Advent überhaupt nicht: "Alles ist hell erleuchtet", sondern vielmehr: "Ich halte Ausschau nach dem Licht."
Wer Advent so versteht, der gesteht sich ein, dass es zunächst einmal dunkel ist. Dazu gehört Mut, denn diese Dunkelheit macht uns Erwachsenen letztendlich genauso zu schaffen wie den Kindern.
Mag sein, dass wir es besser aushalten, allein in einem dunklen Raum zu sein. Aber so manche Dunkelheit in uns selbst oder in der Welt um uns herum macht doch bange: Zukunftsangst, das Gefühl, versagt zu haben, eine Krankheit mit ungewissem Ausgang oder das Leiden an der eigenen Begrenztheit.

Advent bewusst zu leben, kann heißen, mich diesem Dunkel zu stellen – und nicht in das vorweihnachtliche Lichtermeer abzutauchen. So gesehen, ist der Advent eine Chance, dem, was in mir ist, etwas mehr auf die Spur zu kommen. Denn nur, wenn ich auch die dunkleren Töne meiner Lebensmelodie wahrnehme, können sie verwandelt werden.

Und es ist ja weder end- noch aussichtslos. Denn: Mit Weihnachten kommt ganz viel Licht auf uns zu.
Wem es gelingt, den Advent innerlich mit zu vollziehen, bei dem kommt das Weihnachtsgeheimnis sicher auch im Herzen an: weil die Perspektive sich verschiebt, weil wir zugelassen haben, dass da jemand für uns ein Licht entzündet, weil wir neu anfangen können.

Liebe Hörerinnen und Hörer, so verstanden, wünsche ich Ihnen Mut zur Dunkelheit, vielleicht erleuchtet von einem einzelnen Licht. Das hilft nicht nur bei den Kleinen. Aber es trägt weiter, als mancher sich vorstellen kann.


Monika Münch

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08.12.2010 11:44
#114 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 08.12.2010 - Freundschaft als Geschenk

Im so genannten Kindermutmachlied heißt es:
"Gott sagt zu dir: Ich hab dich lieb. Ich wär’ so gern dein Freund. Und das, was du allein nicht schaffst, das schaffen wir vereint."

Liebe Hörer, haben Sie darüber schon einmal nachgedacht? Wie es wäre, mit Gott als Freund an Ihrer Seite zu leben? Ganz konkret und nicht nur als frommes Gedankengebilde?

Freundschaft kann man nicht machen, sie wird uns geschenkt. Um eben dieses Geschenk einer innigen göttlichen Freundschaft geht es bei dem Fest, dass katholische Christen heute feiern:
das Hochfest der unbefleckten Empfängnis Mariens.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: dieses Fest will an den allerersten Anfang Marias - dem Moment ihrer Zeugung beziehungsweise ihrer Empfängnis durch ihre Eltern Joachim und Anna, erinnern.

Ein durchaus leibfreundliches Fest also.
Die Aussage, dass Maria vom ersten Augenblick ihres Lebens an vor aller Sünde bewahrt wurde, ist bereits seit dem 7. Jahrhundert Glaubensgut der Kirche und wurde 1854 durch Papst Pius IX. zum Dogma erhoben. Was bedeutet der Glaube an die besondere Erwählung Mariens?

Katholische Christen verehren Maria als voll gelungenen, ganz und gar geglückten Menschen. Man könnte auch sagen: Maria war in moralischer Hinsicht kerngesund. Deshalb wird sie auch als Immaculata, als Unbefleckte bezeichnet.

Vom ersten Augenblick ihres Lebens an, also der Empfängnis im Mutterleib, durfte sie in ungetrübter Freundschaft mit Gott leben. Diese Freundschaft ist es, die Maria befähigt, ihre Lebensaufgabe zu erfüllen: Mutter Gottes zu werden. Weil nichts zwischen ihr und Gott steht, kann sie "Ja" sagen zu seinen Plänen mit ihr.

Der Glaube an die "unbefleckte Empfängnis Mariens" sagt aber auch etwas über Gottes Vorsehung. Denn man kann das Ganze auch andersherum betrachten: weil Gott Mensch werden wollte, schenkte er Maria die besondere Gnade, ohne die Brüche, Stolpersteine und Verkrustungen zu leben, mit denen wir uns herumschlagen müssen. Theologen nennen das Erbsünde. Maria war frei davon.

Welch ein Geschenk!
Gottes Freundschaftsangebot reicht weit über Maria hinaus. Es gilt auch uns.
Gott hat Maria erwählt, Mutter Gottes zu werden.
Und wozu erwählt er mich?


Monika Münch

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09.12.2010 10:24
#115 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 09.12.2010 - Persönlichkeit

Unsere Jüngste ist gerade ein Jahr alt geworden. Sie genießt den Luxus älterer Geschwister, die sich eifrig und meist recht liebevoll um sie kümmern. Und es kommt ihr sicherlich zugute, dass wir als Eltern mittlerweile etwas gelassener geworden sind als beim ersten Kind. Aber sie muss auch oft damit leben, dass sie ein bisschen nebenbei groß wird. Irgendwas ist immer noch zu tun, da bleibt wenig exklusive Zeit für die Kleine.

An manchen Vormittagen gestatte ich mir dennoch den Luxus, Emilia beim Spielen zu beobachten. Manchmal bezieht sie mich in ihr Spiel ein, oft geht sie allein auf Entdeckungsreise. Zu wissen, dass ich da bin, genügt ihr. Auf den ersten Blick wirkt dieses Spielen ziemlich planlos. Eine Spur von Chaos bleibt zurück: Da liegen Bausteine und die Haarspangen der großen Schwester und mittendrin ein Bilderbuch. Währenddessen ist sie dabei, jede einzelne Wäscheklammer mit ihrem Mund zu erkunden, um sie dann quer durch den Raum zu werfen. Später wird sie die meisten davon wieder einsammeln.

Kaum zu glauben, dass dieses endlose Ein- und Ausräumen, das Hin und Her und das Umstürzen zahlloser kleiner Türmchen irgendein Ziel hat. Und doch sind wohl genau diese immer wiederkehrenden Tätigkeiten die Bausteine, aus denen nach und nach wichtige Fertigkeiten erwachsen: etwas selber bauen, zwischen Nahrung und Spielzeug unterscheiden lernen, sich aufrichten und los laufen.

Wenn ich Emilia so zuschaue, wird mir deutlich: Das Chaos ist nur oberflächlich. Dahinter steckt ein Plan, dem sie unbewusst Schritt für Schritt folgt. Und ganz allmählich entfaltet sich dieser kleine Mensch zu einer ganz eigenen Persönlichkeit. Faszinierend!

So ähnlich wie eine Spielstunde im Kinderzimmer sieht unser Leben eigentlich auch manchmal aus: Wir tun dies und jenes, kämpfen an mancherlei Fronten. Und es gibt durchaus Tage, an denen uns der Blick für’s große Ganze verloren geht. Und doch bewegen wir uns nach vorn, entwickeln uns weiter, reifen.
Ich staune, wie die vielen Fäden unseres Lebens am Ende zu einem ganz einzigartigen Bild verknüpft werden. Das hat keiner von uns allein in der Hand.
Eine große verborgene Kraft steckt hinter all’ dem!
Ich nenne sie Gott.


Monika Münch

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10.12.2010 15:11
#116 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 10.12.2010 - Warten

"Mama, wie lange dauert es denn noch bis Weihnachten?" Seit Mitte November steht diese Frage meines ungeduldigen Sohnes nahezu täglich im Raum. Meine Antwort ruft wenig Begeisterung hervor und wird meist mit einem Stöhnen quittiert: "Das kann ich nicht aushalten!" Und so kommt es, dass wir seit einigen Wochen immer mal wieder Weihnachten feiern. Unsere Kinder sind da durchaus erfinderisch: In aller Heimlichkeit breiten sie im Kinderzimmer eine Decke aus, stellen eine Topfpflanze in die Mitte und verteilen Bücher und Spielzeug in wilder Anordnung darauf. Unter dem kindlichen Gesang von "Alle Jahre wieder" dürfen wir "Großen" dann hereinkommen. Zugegeben, ein bisschen bizarr ist das Ganze schon. Andererseits: Es ist ja eine durchaus kreative Art des Umgangs mit dem endlosen Warten auf das Weihnachtsfest.
Warten ist halt schwer.

Mag sein, dass uns Erwachsenen die Adventszeit viel kürzer vorkommt. Wir haben immer noch so viel zu erledigen, wollen noch dieses Konzert besuchen und jenes gemütliche Kaffeetrinken arrangieren. Aber: Haben Sie schon mal so richtig auf etwas gewartet: auf den Befund nach einer ärztlichen Untersuchung, auf eine Reaktion bei einer wichtigen Bewerbung, auf einen ganz bestimmten Anruf? Solches Warten erscheint endlos. Wir können an nichts anderes denken. Unsere Gedanken kreisen immer um dasselbe Thema. Die Zeit kriecht im Schneckentempo voran.

Aber irgendwann hat das Warten ein Ende. Wir sind wie erlöst. Wir haben Gewissheit. Wir können unser Glück kaum fassen. So ähnlich wird es dem alten Volk Israel ergangen sein. Voller Sehnsucht wartet es auf den Messias, auf den Erlöser, der von Gott kommt und aller Not ein Ende macht. Und dann wird ein Kind geboren, in einem Stall in Betlehem. Für Christen ist dieses Ereignis der Beginn der Erlösung, der Grund von Weihnachten: Gott wird Mensch. Das Warten hat sich gelohnt.

Zugegeben, manchmal müssen wir schon sehr geduldig sein. Und doch ist das Warten keine sinnlose Zeit. Sie verändert uns, sie bereitet uns innerlich vor, damit das ersehnte Ereignis, die lang erwartete Begegnung, auch wirklich bei uns ankommen kann.
Denn: Was wäre denn, wenn unsere Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen sofort erfüllbar wären? Wenn wir nicht manchmal gezwungen wären, einfach zu warten?


Monika Münch

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11.12.2010 10:08
#117 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 11.12.2010 - Erwartungen

In diesem Jahr im Oktober hatte es uns nun endlich erwischt: Der lang ersehnte sechste Geburtstag unseres Großen war da. Mit strahlenden Augen hörte er sich unser morgendliches Ständchen an, pustete schwungvoll seine Kerzen aus und dann? Dann war der Spaß auch schon fast vorbei. Als Jonathans Scannerblick den Geburtstagstisch erfasste, war klar: Das, was er eigentlich erwartet hatte, fehlte. So wurden denn nach und nach die Geschenke ausgepackt und mit mäßiger Freude zur Kenntnis genommen. Resümee am Ende des Tages: "Doch, es war ein schöner Tag. Aber wann bekomme ich eigentlich mein Parkhaus?" Tja, dumm gelaufen! Für uns, aber auch für Jonathan.

Das mit den Erwartungen ist ja auch gar nicht so einfach. Wir haben sie einfach, wir tragen sie mit uns herum: Erwartungen an das Gelingen eines Festes, an die Reaktionen anderer Menschen, Erwartungen, denen leider - oder auch zum Glück - häufig nicht entsprochen wird. Die damit einhergehende Enttäuschung mag frustrierend sein, aber vielleicht auch heilsam: Enttäuschung ist auch End-Täuschung, also das Ende einer Täuschung. Sie birgt die Chance in sich, dass ich über meinen Tellerrand hinaus schauen lerne. Denn meistens passiert ja schon etwas, nur eben anders als ich mir das vorgestellt habe. Das muss nicht unbedingt das Schlechtere sein!

Jetzt im Advent spielen Erwartungen auch eine große Rolle. Wir erwarten viel vom kommenden Weihnachtsfest: Es soll alles schön sein. Die Familie soll in harmonischer Runde zusammensitzen. Das Essen soll etwas Besonderes sein. Und, und, und…
Und, wenn es dann doch ganz anders kommt?

In der Natur des Festes liegt solche Vorplanung jedenfalls nicht. Dass Maria ihr erstes Kind fernab von zuhause in einem Stall zur Welt bringen musste, war sicher keine Wunschvorstellung der jungen Familie. Dass der Heiland, auf den das Volk Israel geduldig und voller Sehnsucht wartet, so ganz ohne Glanz und Gloria kommen soll, hat bestimmt viele Zeitgenossen enttäuscht. Aber: Dass Gott sich nicht zu schade ist, Mensch zu werden und unser Schicksal zu teilen, das dürfte doch alle unsere Erwartungen übertreffen!

Liebe Hörer, es ist noch eine Weile hin bis zum Weihnachtsfest. Lassen Sie - bei aller Planerei - etwas Raum für Überraschungen! Erwarten Sie viel, aber lassen Sie auch zu, dass manches ganz anders kommt, als Sie es sich denken! Sie werden nicht enttäuscht sein!


Monika Münch

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13.12.2010 08:41
#118 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 13.12.2010 - Achtung Sendung

Ich bin im Studio, bei jeder Aufnahme befällt mich eine eigenartige Spannung: Vor mir steht das Mikrofon und liegt mein Manuskript. Ganz am Ende des Tisches befindet sich – wie eine Ampel – eine Lampe. Fast wie im Straßenverkehr leuchtet sie grell rot auf – nur eben nicht, um mich zu stoppen in meiner Rede, sondern um anzuzeigen: Achtung Sendung, die Aufnahme läuft. Jetzt ist höchste Konzentration angesagt.

Ich bin nicht mehr allein. Jedes Wort, jedes Geräusch, jeder Husten und jedes Schnäuzen wird jetzt aufgezeichnet. Immerhin wollen Sie mich als Hörerinnen und Hörer auch verstehen – also deutlich reden, jedes Wort gut artikulieren. Sie wissen schon, wovon ich rede.

Im Leben wäre so eine Lampe, die uns anzeigt "Achtung, auf Sendung" in manchen Situationen auch ganz praktisch. Sie würde uns anzeigen: "Pass auf, jetzt hört dir jemand ganz genau zu. Jetzt kommt es auf jedes Wort drauf an, jede Bewegung ist wichtig, jetzt musst du wirklich authentisch sein." Bei einem Bewerbungsgespräch zum Beispiel, oder einer Beratung mit dem Chef ist das so.

Nein, natürlich gibt es sie nicht, diese Signallampen. Aber vielleicht hilft es ja auch, sich diese Lampe ab und zu nur vorzustellen. Denn mit einem bestimmten Auftrag sind wir oft im Tag unterwegs, wir sind ausgesandt, diesen oder jenen Auftrag zu erfüllen.

Christen zum Beispiel, fühlen sich ausgesandt in die Welt. Mit einem klaren Auftrag, von ihrem Glauben an Gott und an Jesus Christus anderen zu erzählen. Verständlich und nicht irgendwie abstrakt. So, dass sich andere eingeladen und gewonnen fühlen. Da kommt es manchmal auf jedes Wort drauf an und auch darauf, dieser Ent-Sendung nicht aus dem Weg zu gehen.

Entsandt werden Menschen mit einem klaren Auftrag, zum Beispiel fürsprechend für andere einzutreten. Und sogar in dem Wort "Versand" ist die Sendung verborgen. Das, was wichtig ist, eine Bestellung, eine Botschaft bringe ich auf den Weg zu anderen Menschen hin, die darauf warten. "Achtung Sendung": Ich nehme mir die rote Lampe in meinen Gedanken mit in meinen Alltag. Sie erinnert mich an meinen Auftrag – unübersehbar.


Christoph Seele

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14.12.2010 13:24
#119 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 14.12.2010 - Stille Zeit

Sind Sie modern?
Verzeihen Sie bitte diese Frage, aber ich denke, sie ist leicht zu beantworten. Ich könnte auch fragen: Besitzen Sie ein Handy? Oder noch besser gefragt: Wie viele Handys besitzen sie?

Der moderne Mensch – so ließ ich es mir dieser Tage erklären – besitzt ein Handy.
Und die Betonung liegt auf Handy und nicht auf eins, denn der ganz moderne Mensch hat mindestens zwei.

Wobei jetzt aber die Betonung auf mindestens liegt.
Nun gut, ich bin also modern, wenn auch nicht ganz modern, denn ich besitze nur ein Handy.
Manchmal bin ich dafür dankbar, manchmal finde ich es aber auch furchtbar, ein moderner Handybesitzer zu sein.

Denn dieses kleine unscheinbare Ding ist gnadenlos.
Immer ist man erreichbar.
Natürlich – ich brauche es nur auszuschalten.
Doch Handys sind intelligent.

Sie merken sich sogar Anrufe, auch wenn sie gar nicht angeschaltet sind.
Und sobald man den Pin wieder gedrückt hat, das Handy sozusagen am Netz ist, meldet es einem gnadenlos alle verpassten Anrufe.

Immer erreichbar sein.
24 Stunden lang am Tag – auch wenn man gar nicht am Netz ist.
Spätestens jetzt komme ich ins Nachdenken:
Wenn es im normalen Leben immer so wäre, wären wir bald erschöpft.
Immer online sein – sagt der wiederum moderne Menschen hierzu.

Immer mitbekommen, was gerade in der Welt passiert.
Alles aufnehmen, nie einmal abschalten.
Sie merken es schon – kein Mensch vermag dies zu leisten.
Wir brauchen Pausen.
Erholungspausen.

Augenblicke, in denen wir für niemanden und für nichts erreichbar sind.
Vielleicht bin ich da jetzt ein bisschen altmodisch – aber ich nehme mir jeden Tag solch eine Zeit.
Stille Zeit.

Zeit, in der ich mir Raum lasse für ein Gespräch ganz eigener Art:
Für ein Gespräch mit Gott.
Solch ein Gespräch am Morgen eines Tages ist hilfreich.
Es lässt einen ganz anders in den Tag gehen, wenn der Morgen mit einer stillen zeit beginnt.
Gott erzählen – von allem, was einem auf dem Herzen liegt.

Was gesagt ist, bedrückt einen nicht mehr.
Man bekommt dann Kraft, um zumindest bis zum Abend online, dass heißt am Netz zu sein.


Christoph Seele

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15.12.2010 09:00
#120 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 15.12.2010 - Umwege

"Mach wegen mir bloß keinen Umweg!" – höre ich mich sagen, als ich mich dieser Tage mit einem Freund verabredete. Bloß keine Umwege machen …! Warum warnen wir unsere Mitmenschen und uns selbst oft vor einem Zuviel an Weg?

Manchmal – so denke ich – sind Umwege wichtig, um ans richtige Ziel zu kommen.
Und im Nachhinein betrachtet wird manch vermeintlich krumme Weg zu einer doch stimmigen Wegstrecke. Umwege müssen im Leben nichts Schlechtes sein. Sie sind oft nötig, um den richtigen Weg zu erkennen.

Oder anders gesagt: Kein Mensch kann immer nur auf geraden Straßen unterwegs sein. Wenn wir immer nur Abkürzungen nehmen, wenn wir immer nur den kürzesten Weg zum Ziel suchen, bleibt manches auf der Strecke. Kurze Wege, schnelle Zieleinläufe – das klingt nach Ellenbogen und Egoismus. Menschen, die immer nur den kürzesten Weg suchen, um schnell ans Ziel zu kommen, haben oft nur ihr Vorteil im Blick.

Die Menschlichkeit bleibt da schnell auf dem Weg. Umwege – sie sind der Ort ganz neuer Erfahrungen und Einsichten. Oft denken wir uns alles wunderbar zu Recht in unseren Lebensplänen. Und wenn es dann – unvorhergesehen doch ganz anders kommt – verlieren wir schnell die Zuversicht und das Vertrauen. Resignation macht sich breit.

"Mach nur einen großen Plan und sei ein großes Licht – mach nur einen zweiten dann, gehen tun sie beide nicht". So hat es Bertolt Brecht auf den Punkt gebracht. Oder anders gesagt: "Wenn du Gott zum Schmunzeln bringen willst – dann erzähle ihm von deinen Plänen."

Lebenspläne und Umwege – was auf den ersten Blick nicht zusammengehört, steht doch in einer tiefen und wichtigen Beziehung. Ich möchte Ihnen Mut machen, dann, wenn Sie auf den berühmten Umwegen sind, diese als eine Chance zu begreifen.
Nicht den Mut zu verlieren, nur weil das anvisierte Ziel erst einmal wieder aus der Nähe gerückt ist. Vielleicht wird mancher zusätzliche Kilometer zu einer ganz wichtigen, Wegstrecke die das Leben beeinflusst und verändert.


Christoph Seele

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