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Frannys Hanne Haller Fan-Forum

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Dieses Thema hat 290 Antworten
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Elli Offline

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Beiträge: 600

06.08.2010 09:34
Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 06.08.2010 - Hiroshima

Heute vor 65 Jahren fiel die erste Atombombe auf Hiroshima, die zweite auf Nagasaki am 9. August 1945. Über 100.000 Menschen waren sofort tot. Bei Menschen, die sich im innersten Stadtkern aufhielten, verdampften buchstäblich die obersten Hautschichten. Der gleißende Blitz der Explosion brannte Schattenrisse von Personen in stehengebliebene Hauswände ein, ehe sie von der Druckwelle fortgerissen wurden. Die dabei freigesetzte nukleare Strahlung tötete in den Folgewochen weitere Tausende Einwohner und bis heute sterben damalige Einwohner an Krebserkrankungen als Langzeitfolge der Strahlung.

Der für den Ausgang des Krieges unnötige Abwurf der Bomben mahnt uns, an diesem Tag die Erinnerung wach zu halten.
Denn Krieg bringt immer nur Leid und Elend für Menschen und noch immer sterben viele in gewalttätigen Auseinandersetzungen auf unserer Welt.
Der jetzige Präsident der Vereinigten Staaten Obama versprach bei seiner Rede im April 2009 in Prag, dass sich die USA fortan für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen würden. Unter anderem dafür wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Dass die Gefahr eines Atomkrieges 65 Jahre nach dem Abwurf immer noch nicht gebannt ist, gehört zu den traurigen Tatsachen.
Aber Frieden beginnt immer auch im Kleinen. Und wie viel Streit, Zank und Missgunst herrscht in unseren Familien und Arbeitskreisen.

An diesem Tag in die Bitte des Franz von Assis einzustimmen, kann der Anfang für ein friedvolles Miteinander sein:

O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt, dass ich verbinde, da wo Streit ist, ...
dass ich Freude bringe, wo Kummer wohnt. ...
Denn wer hingibt, der empfängt, wer sich selbst vergisst, der findet,
wer verzeiht, dem wird verziehen ...

(Franziskus von Assisi zugeschrieben, entstanden unter französischen Franziskanern, veröffentlicht in "Souvenir Normand" um 1913.)



Pfarrer Andreas Beuchel

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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09.08.2010 09:27
#2 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 09.08.2010 - Wagen Sie es!

Heute beginnt die Schule und damit ist für die meisten die Urlaubszeit vorbei. Der Schul- und Arbeitsalltag beginnt wieder. Da fällt vielen der Anfang schwer. Ich war in den Ferien zu Fuß auf dem Jakobsweg von Zittau nach Prag unterwegs. In einem Impuls im Pilgerheft begegnete mir ein Spruch Senecas: "Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern, weil wir es nicht wagen, ist es schwer."

Liebe Hörerinnen und Hörer! War es schwer, heute aufzustehen? Das ist es wohl öfters. Nach Urlaub oder Ferien besonders! Auch in anderen Situationen haben wir manchmal Schwierigkeiten. Vor vielen Herausforderungen, unangenehmen Aufgaben, Prüfungen schrecken wir zurück, schieben sie auf oder vor uns her. Doch macht uns nicht gerade das oft das Leben schwer?

Der Spruch Senecas passte auf die Erfahrungen des Pilgerns. Jeden Morgen neu, war es eine große Herausforderung mit Muskelkater und Fußbeschwerden loszugehen und die Tagesetappe zu beginnen. Und in der Mittagshitze oder nach einer Pause kostete es Mühe, weiter zu gehen. Doch nach der ersten Überwindung ging es ganz gut und unterwegs gab es viele schöne Dinge zu sehen und zu erleben. Das und das Erreichen des Zieles am Abend entlohnte die Mühe. Nun hinterher kann ich sagen, dass sich das Wagnis gelohnt hat und ich wichtige Erfahrungen für mein Leben gesammelt habe. Das könnte ein gutes Bild für viele Situationen in unserem Alltag sein. Wenn wir einmal unsere Anfangsschwierigkeiten überwunden haben und eine Sache angegangen sind, dann fällt es meistens leichter.

Schauen Sie einmal kurz auf den heutigen Tag: Kommt etwas Schweres auf Sie zu? Möchten Sie Aufgaben am liebsten aus dem Weg gehen? Oder schieben Sie etwas vor sich her? Wagen Sie es, auch das Schwere anzugehen! Wenn Sie es überwunden haben, wird es ihnen besser gehen – sie werden erleichtert sein!




Pfarrer Ralph Kochinka

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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10.08.2010 09:47
#3 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 10.08.2010 - Gefühl für Entfernungen

Liebe Hörerinnen und Hörer! Welche Entfernungen werden Sie heute zurücklegen? Ist es nur der Fußweg zum Einkauf oder zur Arbeit, oder müssen Sie einige Kilometer mit dem Auto zurücklegen? Vielleicht sind es auch 30 Kilometer oder mehr. 30 Kilometer – mit dem Auto ein Katzensprung, mit dem Fahrrad eine leichte Tour an einem Nachmittag. Aber man glaubt gar nicht, wie lang 30 Kilometer sein können, wenn man sie zu Fuß zurücklegt, noch dazu mit schwerem Rucksack und in schwül heißem Sommerwetter! Vielleicht konnten Sie das in Ihrem Urlaub auf einer Wanderung auch erleben. Da staunt man, wie beschwerlich es ist, sich ohne die gewohnten technischen Hilfsmittel fort zu bewegen.

Auf dem Jakobsweg von Zittau nach Prag konnte ich tagtäglich erfahren, wie sich das Gefühl für Entfernungen ändert, wenn man sie zu Fuß zurücklegt. Zwischen 18 und 30 Kilometer galt es täglich zurückzulegen. Es war eine seltsame Beobachtung, Fahrräder und Autos vorbeifahren zu sehen und zu merken, wie langsam man zu Fuß voran kommt. Wir haben uns schon so an die schnellen Verkehrsmittel gewöhnt, dass es sehr mühsam ist, längere Strecken zu laufen. Für viele gehört es zum Berufsalltag dazu, mit Auto, Zug oder sogar Flugzeug hunderte Kilometer in der Woche zurückzulegen. In kürzester Zeit kann man innerhalb Deutschlands von einem Ort zu einem weit entfernten anderen Ort gelangen. Dabei sehen und erfahren wir so vieles, dass wir gar nicht alles verarbeiten können. Beim Laufen dagegen, hat man Zeit, auch Kleinigkeiten zu entdecken und wahrzunehmen, die man im schnellen Vorbeirauschen mit dem Auto gar nicht sehen kann.

Egal, wie Sie sich heute fortbewegen, ob mit dem Auto, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß: Achten Sie einmal darauf, was Sie unterwegs sehen und entdecken! Sie werden überrascht sein. Ich wünsche Ihnen einen spannenden und entdeckungsreichen Tag!



Pfarrer Ralph Kochinka

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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11.08.2010 09:16
#4 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 11.08.2010 - Umwege haben ihr Gutes

Liebe Hörerinnen und Hörer! Viele von ihnen haben das auch schon erlebt: Auf einer Wanderung geht man den falschen Weg und merkt es erst viel später. Dann heißt es umkehren, den ganzen Weg zurück gehen. Das ist frustrierend! Man ärgert sich und hat doppelte Mühe. Auf dem Jakobspilgerweg nach Prag liefen wir durch ein Dorf. Plötzlich kamen mir die anderen, die vorneweg gegangen waren, entgegen: "Wir hätten längst abbiegen müssen, haben den richtigen Weg verpasst, müssen umkehren!" Und das in glühender Mittagshitze! Die Markierung war aber nirgends zu sehen.

Wir bogen in einen Weg ein, kamen an eine Weggabelung und entschieden uns für den deutlicheren Weg. Der endete aber vor einem Wald und ein genaueres Studieren der Karte zeigte, dass wir den anderen – unscheinbareren - Weg hätten nehmen sollen. Also wieder umkehren und in der Glut zurück. Der andere Weg führte als doppelte Traktorreifenspur mitten in ein Getreidefeld, mündete aber in einem alten verwilderten Hohlweg. Erneute Zweifel kamen auf: Ist das wirklich der richtige Weg? Nochmal möchte ich nicht umkehren! Vielleicht wäre es doch richtig gewesen, auf der Straße zu bleiben?

Kurz vor um zwölf kamen wir in einem kleinen Dorf an. Auf dem verlassenen Dorfplatz hatte ein kleiner Lebensmittelladen bis 12 Uhr geöffnet. So konnten wir noch Brot und Wurst und zu Trinken einkaufen. Was für eine Wohltat! Im nächsten Dorf trafen wir wieder auf die Markierung, die von einer einbiegenden Straße kam. Wir hätten also auf der Straße weiter gehen können. Doch dann wären wir nicht an dem Dorfladen mit der Stärkung vorbei gekommen! Umwege haben manchmal doch ihr Gutes!

Sollten Sie also heute oder auf einer Wanderung einen falschen Weg einschlagen, dann vertrauen Sie darauf, dass wir manchmal gerade durch Umwege dorthin geführt werden, wo wir Unerwartetes erleben.
Für heute wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihre Ziele gut erreichen, aber bei Umwegen nicht verzagen und das Gute an ihnen erkennen können.




Pfarrer Ralph Kochinka

Liebe Grüsse
Elli
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Monika Offline



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11.08.2010 21:49
#5 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Liebe Elli!
Wir möchten auch Dir ein herzliches Dankeschön sagen für die tägliche Begleitung durch Pfarrer Kochinka, der u.a. die Erlebnisse seiner Pilgerreise auf dem Jakobsweg mitteilt und seine Eindrücke, Einsichten und Erfahrungen auf das Alltagsgeschehen überträgt. Er möchte den Menschen Mut machen, Belastungen in Kauf zu nehmen und sie durchzustehen.
Besonders berührt haben uns auch seine Gedanken zum 06. August, dem Gedenktag des Abwurf der Atombombe auf Hiroshima.
Ein solch furchtbares Ereignis sollte unvergessen bleiben und uns zum Frieden mahnen.

DANKE!

Liebe Grüße

Monika, Brigitte

Elli Offline

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12.08.2010 10:08
#6 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 12.08.2010 - Vertrauen

Mit einem älteren Ehepaar im Gespräch über das Altern sagte die Frau schmunzelnd zu mir: "Heutzutage fühlen sich viele Achtzigjährige noch so fit wie mit sechzig – wenn vielleicht auch nur zwei Stunden am Tag." Wir lachten und ihr Mann ergänzte: "Das wahre Alter eines Mannes erkennt man aber wohl daran, ob er zwei Stufen oder zwei Tabletten auf einmal nimmt." Bis zur Rente bleiben mir zwar noch über dreißig Jahre, aber manchmal denke ich schon jetzt daran, wie es sein könnte, wenn ich alt bin.

Im Dresdner Hygienemuseum habe ich einmal ausprobiert wie sich das Alter anfühlt: Man sieht nur noch eingeschränkt, man läuft wie auf Eiern. Wenn viele Leute durcheinander reden, fällt das Hören schwer. Senilität und Demenz, eine schwache Blase und schwache Muskeln ließen sich im Museum nicht nachstellen. Das alles aber ist irgendwann Realität. Was passiert dann? Häuslicher Pflegedienst? Altersheim? Reicht die Rente dafür aus? Werden meine Kinder mich zu sich nehmen? Will ich das überhaupt?

Meine Eltern sind mir Vorbild: Sie kümmern sich um meine Großeltern und verbringen viel Zeit mit ihnen. Auch wenn meine Großeltern mit ihren achtzig Jahren glücklicherweise noch weit entfernt vom Pflegefall sind. Aber ich bin sicher, dass sie schon einmal mit meinen Eltern darüber gesprochen haben: Wovor sie Angst haben, wenn ihre Kräfte nachlassen. Was sie sich erhoffen. Was sie sich von unserer Familie wünschen. Vielleicht lassen sich in solch einem Gespräch nicht alle Fragen beantworten. Aber mir scheint, dass es wichtig ist, aufeinander zu hören. Denn: Aufeinanderhören ist die Basis für gegenseitiges Vertrauen. Vertrauen zu seinen Kindern, zu Nachbarn, zu Ärzten, zum Pflegepersonal. Und wer im Alter vertrauen kann, wird gelassener, kann manches leichter nehmen. Übrigens: Eine gute Portion Gottvertrauen schadet dabei ganz und gar nicht.


Mira Körlin

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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13.08.2010 09:48
#7 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 13.08.2010 - Die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten die Letzten!"

"Die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten die Letzten!"
So sagt es Jesus in Bezug auf das Hineinkommen in das Himmelreich.
Wir kennen es als geflügeltes Wort dafür, dass sich nicht automatisch die Stärkeren am Ende durchsetzen. Mir ist dieses Wort in einem ganz anderem Zusammenhang in den Sinn gekommen.

Ich bin es gewöhnt, immer vorne mit dabei zu sein und schnell voran zu kommen. Ob das beim Autofahren, Radfahren oder beim Wandern ist. Da bin ich meistens vorne weg gelaufen, habe das Tempo bestimmt, war als erster an Abbiegungen, wartete kurz auf die anderen. Manchmal war ich auch schon ungeduldig, wie lange die brauchen. Als sie dann ankamen, gingen wir schnell weiter.

Auf dem Pilgerweg nach Prag machte ich dieses Jahr eine völlig neue Erfahrung: durch das viele Laufen auf Straßen, wurden die schweren und steifen Bergschuhe zum Problem für die Füße. Plötzlich war ich der Letzte und konnte nicht mithalten. Fast bei jedem Schritt schmerzten die Füße, mal das Knie, mal die Waden. Ich musste meinen eigenen Rhythmus finden. Da fand ich es ganz und gar nicht motivierend, dass die anderen zwar an markanten Punkten, Abzweigungen, Kreuzungen warteten, aber als ich ankam dann bald weitergingen. Genau so hatte ich es bisher meistens gemacht. Nun merkte ich einmal, wie es denen geht, die nicht so schnell mithalten können oder Beschwerden beim Wandern haben und die Letzten sind. Doch noch etwas anderes ging mir auf. Durch mein langsameres Tempo konnte ich viel mehr Dinge unterwegs entdecken, an denen die Schnelleren vorbeigegangen waren. So können also auch die Letzten die Ersten sein.

Liebe Hörerinnen und Hörer!
Für den heutigen Tag wünsche ich Ihnen Aufmerksamkeit für die, die nicht so gut mithalten können. Und sollten Sie mal hinten stehen, gehen oder nicht mithalten können, dann versuchen Sie aus dieser Situation das Beste zu machen. Vielleicht ergibt sich daraus ja sogar ein ungeahnter Vorteil und Sie sind doch die Ersten.


Pfarrer Ralph Kochinka

Liebe Grüsse
Elli
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Monika Offline



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13.08.2010 19:02
#8 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Liebe Elli,
Deine heutigen Worte zum Tag sind mir zwar nicht fremd, haben mich aber trotzdem nachdenklich gestimmt.
Die schmerzliche Erfahrung, nicht mehr mithalten zu können, bleibt vielen Menschen nicht erspart (Arbeitslosen, Alten, Behinderten, Kranken, Armen).
Und wie schnell werden sie von ihrer Umwelt gnadenlos zum Außenseiter abgestempelt, als Belastung empfunden und ausgegrenzt.
Das Schicksal, zu den Letzten zu gehören, kann jeden treffen!
Jesus meinte mit seinen Worten "Die ersten werden die letzten sein...." bestimmt nicht, dass die Menschen nicht vorwärts streben und ihre Möglichkeiten ausschöpfen sollen, sondern sicher, dass diese auf ihrem Weg nicht den leidenden Mitmenschen außer acht lassen oder vergessen sollten.

Nie können und dürfen wir uns in der Sicherheit wiegen, immer der Erste zu bleiben - wie schnell kann sich das Leben ändern!
Mit den folgenden Worten von HANNE möchte ich hier schließen:
"Denn keiner weiß, wie`s endet, wenn sich das Blatt mal wendet!......"

Liebe Grüße und herzlichen Dank

Monika

Elli Offline

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14.08.2010 09:30
#9 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Liebe Monika,

Du sprichst mir aus der Seele.

Liebe Grüsse
Elli
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14.08.2010 09:32
#10 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 14.08.2010 - "Grüß Gott, tritt ein, bring Glück herein!"

So kann man es als Inschrift über Türen im süddeutschen Raum manchmal lesen.
Gemeint ist damit die Offenheit für Gäste und die Freude und das Glück, die Gäste mitbringen können.


Das konnte ich auf dem Pilgerweg von Zittau nach Prag auch erfahren. An einem Tag kamen wir mittags in einer kleinen Stadt an und gingen zur Kirche, die erstaunlicherweise offen war. Darin saß ein Mann und betete. Er begrüßte uns und wir kamen ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass es der Pfarrer war. Als er erfuhr, dass wir alle fünf auch Priester sind, freute er sich so sehr, dass er uns in sein Haus einlud. Seine Haushälterin servierte erfrischendes Wasser, Gebäck und belebenden Kaffee. Er fragte uns nach unserem Weg und was wir so machen und erzählte von seiner Situation. Seine Freude über diese Begegnung steckte uns an. Da war hautnah zu spüren, wie froh es macht, Gäste zu begrüßen beziehungsweise gastfreundlich und herzlich aufgenommen zu sein. Nach dieser Stärkung konnten wir frohgemut weiter laufen.


Liebe Hörerinnen und Hörer! Wem werden Sie heute begegnen? Wird es eine freudige Begegnung sein? Vielleicht bekommen Sie ja heute selber Besuch.
Probieren Sie es aus! Schenken Sie anderen ein freundliches Wort. Sein Sie offen und begegnen anderen herzlich. Machen Sie andere durch Gastfreundschaft froh oder schenken durch einen Besuch ein wenig Glück weiter. So kann man andere Menschen froh und glücklich machen. Und dieses Glück macht einen selber froh. Ich bin überzeugt, dass wir bei solchen glückenden Begegnungen immer auch etwas von Gott spüren können. In vielen Geschichten wird beschrieben, dass Gott in Menschengestalt zu Besuch kommt und erst hinterher erkannt wird. Für diesen Samstag wünsche ich Ihnen solche froh machenden Begegnungen und die Erfahrung, dass Gastfreundschaft glücklich macht. "Grüß Gott, tritt ein, bring Glück herein!"


Pfarrer Ralph Kochinka

Liebe Grüsse
Elli
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Monika Offline



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14.08.2010 12:58
#11 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Liebe Elli,
mit Deinen heutigen Worten für den Tag hast auch Du uns wieder aus dem Herzen gesprochen. Der Ausspruch "Grüß Gott, tritt ein, bring Glück herein" ist uns von unserer leider viel zu früh verstorbenen Mutter noch vertraut.
Wir Menschen suchen Begegnungen und finden meistens nur Kontakte. Ein Kontakt kann sich auch auf eine Sache beziehen, aber bei einer Begegnung ist immer der Mensch im Mittelpunkt, der in seinem innersten Wesen berührt wird. Die religiösen Lieder Hannes, in denen der Bezug zu Gott offenbar wird, sind für uns immer wieder wie eine Begegnung, ein tiefes Erlebnis.

Wir wünschen Dir, liebe Elli, und Euch allen viele beglückende Begegnungen und einen gesegneten Weg.

Enden möchten wir mit dem Gedicht von Julius Sturm (1816-1896):

"Gott grüße dich,
Kein andrer Gruß gleicht dem an Innigkeit.
Gott grüße dich,
kein andrer Gruß passt so zu aller Zeit.
Gott grüße dich,
wenn dieser Gruß so recht von Herzen geht,
gilt bei dem lieben Gott der Gruß
so viel wie ein Gebet."

Liebe Grüße und DANKE

Monika und Brigitte

Elli Offline

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15.08.2010 09:00
#12 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonntag, 15.08.2010

Eine kleine Urlaubsepisode: Im Kirchencafé nach einem Gottesdienst in Schweden sprach mich eine Frau an: "Ach sagen Sie, können wir uns kurz unterhalten, ich würde so gern wieder einmal deutsch sprechen." Nach diesen freundlichen Worten ließ ich mich nicht zweimal bitten und fragte die ältere, sehr adrette und gepflegt wirkende Dame, wo sie so gut deutsch sprechen gelernt hat. "Wissen Sie, ich war 1936 in Berlin. Drei Monate habe ich dort in einer deutschen Familie gelebt." 'Meine Güte,' dachte ich, 'wie alt muss diese Frau sein?' Neunzig Jahre sei sie alt, verriet sie mir. Und dann erzählte sie mir, dass sie schon damals begonnen hatte zu nähen, weil sie einmal Mode studieren wollte. Wir sprachen über Kleidung, übers Nähen und über Stoffe.

Die Dame nippte an ihrem Kaffee. Ihre graublauen Augen blickten in die Ferne. Für meine Familie und mich war es Zeit aufzubrechen. Wir verabschiedeten uns voneinander.

Während der folgenden Stunden habe ich noch oft an die alte Dame gedacht. Was sie schon alles erlebt haben muss: Noch bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein galt Schweden als armes Land. Vielleicht haben die Wirren des zweiten Weltkriegs Schweden weniger getroffen. Doch der Alltag einer jungen Frau war sicher alles andere als leicht: Die Kinder, das Haus, der Garten mussten versorgt werden. Keine Zentralheizung, keine Wegwerfwindeln. Weite Strecken bis zum nächsten Nachbarn. Lange dunkle Winter. Vielleicht hat sie in diesen Monaten ihren Traum vom Modestudium weiter geträumt.

Mit ihren 90 Jahren sitzt sie nun in einem Gottesdienst, singt die alten Weisen, betet. Wir haben nur über Mode gesprochen. Aber ich bin sicher: Für diese alte Dame ist der christliche Glaube in ihrem Leben wichtig - trotz aller Höhen und Tiefen. Denn ihr Vertrauen auf Gott ist für die Dame so etwas wie die Summe all der Traditionen und Erfahrungen, die sie durch ihr Leben getragen haben. Und die ihr auch in schweren Krisen Kraft geben konnten.


Mira Körlin

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16.08.2010 09:51
#13 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 16.08.2010 - Die Möwenfeder

Einige Mitbringsel aus dem Urlaub liegen auf unserem Fensterbrett. Die kleinen Dinge können viel erzählen: Zum Beispiel die Feder. Weiß und glatt liegt sie da. Sie stammt von einer Möwe und lag vor unserem Haus. Die Möwen gehörten zum Ort wie das Meer und die Wolken. Ihre Schreie drangen den ganzen Tag und die halbe Nacht an unser Ohr. Früh halb sechs trafen sie sich das erste Mal auf dem Dach unseres Hauses und flogen dann auf Nahrungssuche. Wunderschön, wie sie ihre Flügel öffneten und flogen und wie sie sich manchmal vom Wind einfach treiben ließen. Auf dem Anbau des Ferienhauses saß ein Möwenkind. Noch konnte es nicht fliegen, nur manchmal hob es ein wenig die Flügel und hüpfte ein bisschen in die Höhe. Es wartete. In großen Abständen kam jemand von den Eltern und brachte einen Happen zu essen. Dann verschwand die Mutter oder der Vater wieder. Das Kind war wieder allein mit seinen Flugversuchen und dem Warten auf das Futter.

"Seht die Vögel unter dem Himmel an. Sie säen nicht, sie ernten nicht, und unser himmlischer Vater ernährt sie doch!" Dieser Satz aus der Bergpredigt stammt von Jesus. Wahrscheinlich hat er ihnen zugeschaut, Möwen und Tauben, Adlern und Spatzen. Er wusste, dass auch die Vögel nicht von allein aufwachsen. Die Eltern müssen wochenlang auf Jagd gehen und emsig suchen, um ihr Kind oder auch mehrere Kinder groß zu bekommen. Unermüdlich und fleißig fliegen sie herum. Also keine Ermunterung zur Passivität. Mit dem Blick auf die Vögel ermuntert er dazu, darauf zu vertrauen, dass Gott väterlich, mütterlich für uns sorgen wird. Wir werden das finden, was wir zum Leben brauchen. Im Bild gesprochen: um zu wachsen, fliegen zu lernen, das Nest zu verlassen, ein eigenes Nest zu bauen und uns ab und zu in die Lüfte zu erheben und zu fliegen. Auch heute werden wir empfangen, was nötig ist. - Die Möwenfeder erzählt davon.


Pfarrerin Maria Heinke-Probst

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17.08.2010 09:56
#14 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Dienstag, 17.08.2010 - Ein uralter Stein vom Strand

Ein uralter Stein vom Strand, hellgrau mit feinen weißen Linien liegt er da, rund und ein wenig porös. Schön ist er anzufassen, warm und glatt schmeichelt er der Hand. Wie lange er wohl schon unterhalb der Klippen lag, bevor ihn jemand am Strand auflas? Wie viele Tausende von Jahren gibt es ihn wohl schon? Wie viele Jahre hat er das Meerwasser über sich laufen und sich davon formen lassen? Wie oft aber auch angreifenden Wellen widerstanden und sich nicht mitreißen lassen? Ein Sinnbild für das Leben, dieser schöne alte Stein? Auch da hinterlässt die Zeit ihre Spuren. Sie rundet Ecken ab und schleift ab. Und in Gesichter gräbt die Zeit Linien ein, Runzeln und Furchen. So wird sie sichtbar und greifbar.

"Meine Zeit steht in Gottes Händen", heißt es im Psalm. Der betende Mensch wusste es schon in alter Zeit: Meine Lebenszeit als Mensch ist begrenzt. Sie hat einen Anfang und ein Ende. Und beides liegt bei Gott. Ich bin kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur und auch kein Mensch ohne Zukunft. Sondern: Ich komme von Gott her und gehe zu Gott hin. Gott lässt mein Herz zum ersten Mal schlagen und nimmt mich auf, wenn meine Lebensuhr stehen bleibt. "Meine Zeit steht in deinen Händen."

Ein ganzer Tag unseres Lebens liegt heute neu und offen vor uns. Zeit zum Arbeiten und zum Genießen, Zeit zum Planen und zum Träumen, Zeit, um Gutes zu tun. Noch wissen wir nicht, was dieser Tag bringen wird. Was wird uns freuen, was ärgern oder bedrücken? Welche Minuten werden rasend wie im Flug vergehen und welche sich zu Ewigkeiten dehnen? Wo wird Geduld nötig sein, etwas Schwieriges auszuhalten und wo die Kraft zu widerstehen? Noch wissen wir es nicht. Jochen Kleppers bekanntes Gebet lässt sich an allen Tagen sprechen: "Der du die Zeit in Händen hast, Herr, nimm auch dieses Tages Last und wandle sie in Segen!" Stumm spricht der Stein davon.


Pfarrerin Maria Heinke-Probst

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18.08.2010 09:08
#15 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Mittwoch, 18.08.2010 - Eine Distelblüte am Wegrand

Diese Distelblüte fand ich am Wegrand, als ich an der Küste entlang wanderte. Zuerst sah ich nur Grasmatten und linkerhand das Meer, Klippen und Wellen. Doch dann diese Blüte: dunkelviolett, leicht aufgeblüht, an einem hellgrünen Stiel. Erst beim Pflücken spürte ich die Schmerzen. Es piekte und stachelte an meiner Hand. Au! Doch die Blüte blieb beeindruckend, ein Genuss für die Augen! Tja, und beides gehört zu ihr: das stachelige Grüne, die bezaubernde Blüte. Eigentlich wie bei uns Menschen! So wie beides die Pflanze ausmacht, so verschiedene Seiten jeden Menschen. Großartige Begabungen und verletzende Züge. Oftmals nehmen wir aber nur die Blüte oder aber nur die Stacheln wahr. Mancher schafft es, sein stachliges Inneres geschickt zu verbergen, die eigene Gier, die eigenen Intrigen. Nur seine wundervolle Ausstrahlung kommt an die Öffentlichkeit. Bei einem anderen wird nur das Stachlige offensichtlich: seine Härte oder sein Größenwahn ... und die andere Seite kommt – aus welchen Gründen auch immer - nicht zur Entfaltung: seine menschliche Kraft und Güte. Doch beides steckt in jedem Menschen. Oft sehen wir nur flüchtig hin und nehmen oberflächlich wahr, was uns bezaubert oder abschreckt.

"Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an", weiß die Bibel aus uralter Erfahrung mit Gott. Wir Menschen schauen oft vorschnell auf die Hülle, auf den ersten Eindruck, den schrillen Moment. Gott sieht das Herz an. Das Herz ist nach biblischem Verständnis das Zentrum der menschlichen Person. Dort mischt sich alles: unsere großartigen Fähigkeiten und unser Versagen, unsere Hoffnungen und unsere Ängste. Gott sieht das Herz an. Hinter der Fassade von Hochmut sieht Gott die Sehnsucht und hinter der Fassade von Perfektion den Wunsch nach Anerkennung. Gott sieht das Herz an, nicht analytisch und bloßstellend, sondern heilend und wegweisend: Ja, so ist es. Das bist du. Aber in dir steckt mehr. Mehr an Weisheit und Größe und Güte. Lass sie wachsen und sich entfalten. Jeder neue Tag bringt dazu eine neue Chance.


Pfarrerin Maria Heinke-Probst

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19.08.2010 09:23
#16 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Donnerstag, 19.08.2010 - Sand am Meer

Überall Sandkörner! In den Hosentaschen, zwischen den Seiten des Taschenbuchs, in den Dellen des Rucksacks ... Überall Sand. Den habe ihn mir nicht eingepackt, er ist von allein aus dem Urlaub mit nach Hause gekommen. Jetzt rieselt es überall heraus. Auch daran hängen Erinnerungen: Die Körnchen erzählen vom Strand. Und von Spielen. Und wie die Kinder Worte schrieben ... Und am nächsten Tag war die Schrift verschwunden, von der Flut weggespült. Unendlich viele Sandkörner sind es nur an diesem einen Strand. Wie viele an allen zusammen? Rechnungen, die mein Denkvermögen übersteigen. "Wie Sand am Meer", sagen wir, wenn etwas nicht zu zählen ist. Manchmal messen wir damit auch die Zeit – das Vergehen der Zeit wird mit den rieselnden Körnchen in einer Sanduhr überdeutlich.

Im Psalm 139 steht: "Alle Tage, die noch werden sollen, hast du in dein Buch geschrieben, Gott. Wollte ich sie zählen, so wären ihrer mehr als der Sand!" Hier sinnt ein Mensch nach über Gott und die Zeit, über die Tage, die kommen und vergehen, über das Fließen der Zeit. Tage wie Sand am Meer, unzählbar. Jeder Mensch erlebt seine Tage anders: mit Lust und Liebe, Kummer und Sorge. Die Lebensläufe sind eingebettet in den Fluss der Zeit? Wohin geht unsere gelebte Zeit? Im besten Fall in ein Geschichtsbuch? Oder in das Guiness-Buch der Rekorde? Und sonst? Ins Nichts? Im Psalm 139 bekennt der Mensch: "Gott hat die Tage, die noch werden sollen, in sein Buch geschrieben." Ein wunderbares Bild: Gott gestaltet die Zeit, voll Fantasie, Gott hält die Tage fest, aufgeschrieben und notiert wie im Tagebuch, Gott bewahrt die Lebenszeit bei sich auf, birgt sie am guten Ort.

"Ewigkeit, lange Zeit, wie viel zählst du Stündlein? Ohne Zahl, so viel Mal sei gelobt der ewige Gott!" Manches von dem, was wir heute tun, wird vergeblich sein, von den Wellen verwischt werden. Doch unsere Lebenszeit wird nicht verloren gehen, sondern aufgenommen von Gott, eingeschrieben ins Buch des Lebens.



Pfarrerin Maria Heinke-Probst

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Elli
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20.08.2010 09:36
#17 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Freitag, 20.08.2010 - Eine Postkarte

Bunt lehnt die Postkarte an der Blumenvase. Darauf das kleine Städtchen am Meer, Sand und Wellen, Himmel, Sonne und blühende Büsche. Beim Blick auf die Postkarte kommen die Erinnerungen – unser Staunen über die üppig gedeihende Vegetation, über farbenprächtige Sträucher, die wir sonst nur als Blumenstöcke kennen, über die laue Luft, den Wechsel der Gezeiten, die Schattierungen des Meeres.
Erinnerungen daran, den Sand durch die Hände gleiten zu lassen, sich vom Wasser umspülen zu lassen, auf weichen Graswegen zu laufen, den Wind im Gesicht zu spüren. Wundervolle Momente, das alles ohne Zeitdruck wahrzunehmen und zu genießen – Licht und Dunkelheit, Strand und Wasser, Hortensien und Möwen, Schafe, Hunde und Menschen. Momente sich zu freuen und zu staunen.

"Siehe, alles war sehr gut" heißt es am Ende der allerersten Erzählung in der Bibel. Am Ende eines langen Schöpfungshandelns – so wird erzählt – ruhte Gott aus von seinem Tun, nahm wahr, was durch Wille und Geist entstanden war und freute sich darüber. "Siehe, es war alles sehr gut!" Ein paradiesischer Urzustand der Erde und des Lebens wird hier als wundervoll beschrieben. Nur wenige Kapitel später ist längst nicht mehr alles "sehr gut". List, Gier und Scham kommen ins Spiel und bald darauf auch Neid und Mord – die Welt, wie wir sie kennen. Aber hier am Anfang heißt es schwarz auf weiß: "Alles war sehr gut!"

Wenige Tage nach dem Urlaub ist unsere Welt meist schnell wieder die alte mit Druck und Härte, Neid und Gier – die Welt wie wir sie kennen. Doch manchmal – und nicht nur im Urlaub - streift uns die Ahnung von Gottes gut geschaffener Welt, wenn wir berührt werden von ihrer Schönheit und Harmonie. Wenn unsere Seelen in Einklang kommen mit sich selbst und den Menschen um uns. Wenn in uns die Stimme des Schöpfers sagt: "Siehe, alles wird gut!" - In Erinnerung daran soll die Urlaubskarte noch eine Weile auf dem Fensterbrett stehen bleiben.


Pfarrerin Maria Heinke-Probst

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21.08.2010 12:05
#18 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonnabend, 21.08.2010 - Teegebäck

Englisches Teegebäck hat die Reise überlebt. In Zellophan verpackt, sind die zwar ein bisschen gedrückt, aber heil geblieben. Das Teegebäck musste mit. Es gehört in England einfach dazu. Und so wie Tee bei jedem Wetter, bei Regen, Sonnenschein und Nebel immer und überall angeboten wird, so auch das dazugehörige Gebäck. Scones mit Butter und Marmelade oder herzhaft; Hefeküchlein mit Rosinen, je nachdem. Besonderes zu schmecken gibt es in jedem Land: Süßes und Salziges, Saures und Bitteres. Jedes Land hat seine Spezialitäten; überall gibt es Unbekanntes zu kosten. Manchmal führt die Probe zu einer freudigen Überraschung, manchmal aber auch dazu, sich neu auf die einheimische Küche zu freuen.

"Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist!" heißt es in einem Psalmvers. Hier wird Gott als Gastgeber des Lebens gepriesen. Gott bietet uns das Leben an mit all seinen Geschmacksrichtungen: süß und salzig, sauer und bitter. Doch nichts ist dabei, was uns schadet oder gar umkommen lässt. Allerdings steht auf keiner Lebenstafel nur Süßes, sondern gut gemischte Kost – von allem etwas. Wir können sehen und schmecken, dass Gott es gut mit uns meint. Gott deckt uns den Tisch des Lebens. Es ist durchaus in Gottes Sinn, das Leben nicht nur zu kosten, sondern auszukosten und die Köstlichkeiten unseres Lebens bewusst zu genießen.

"Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist!" Im Gottesdienst wird dieser Satz gesprochen, bevor das Abendmahl beginnt. Gott lädt uns ein an seinen Tisch und bietet Nahrung für Leib und Seele. Den Kelch des Heils und das Brot des Lebens. Den Zuspruch loszulassen, was uns von Gott trennt, gute Gemeinschaft mit anderen und neue Stärkung für unseren Lebensweg. "Schmecket und sehet, wie freundlich Gott ist!" Inmitten von dem, was uns jagt und treibt, lädt Gott uns ein und deckt uns den Tisch. Die Einladung gilt.



Pfarrerin Maria Heinke-Probst

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22.08.2010 08:28
#19 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Sonntag, 22.08.2010 - Leichtigkeit

Wenn Sie das Wort "Leichtigkeit" hören, liebe Hörerinnen und Hörer, was fällt Ihnen dazu ein? Welche Bilder tauchen vor Ihrem inneren Auge auf? Vielleicht der Buchtitel des Klassikers "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" oder ein tanzendes Mädchen, eine Pusteblume oder eine Feder im Wind?

Versucht man hingegen den Begriff Leichtigkeit mit Worten zu beschreiben, zu definieren, dann fällt das schon schwer. Mir jedenfalls.
Trotzdem möchte ich es versuchen (liebe Hörerinnen und Hörer), und Ihnen Gedanken dazu mit in den Tag geben, die mir für die eigene Lebensgestaltung sehr wichtig erscheinen.

Fortwährend hören wir, dass wir unbedingt vorsorgen sollen, dass wir uns best möglichst absichern müssen, dass wir immer das Maximum leisten müssen. Die Folgen sind nicht selten Versagensängste und die ständige Sorge nicht genügen zu können. Ängste und Sorgen, die wie ein unnötiger Ballast sind, der alles erschwert und den wir immerfort mit uns herumtragen.

Da wäre oft ein bisschen mehr Unbeschwertheit wünschenswert. Leichtigkeit eben. Denken Sie noch einmal an das Bild vom tanzenden, leichtfüßigen Mädchen, von der Pusteblume und der Feder im Wind. Leichtigkeit fasziniert.

Meine Leichtigkeitsmethode ist ein kleines Stoßgebet: "Mein Gott, schenke mir Leichtigkeit, aber bewahre mich vor Leichtsinnigkeit!" Gerade im Umgang mit Kindern und im Arbeitsleben kann diese Lebenseinstellung richtig erleichtern. Wir können unsere Lieben nicht in Watte packen und im Beruf nicht immer 1.000% Prozent leisten – da kann immer was passieren. Ich tue das meine, das Mögliche, bin gewissenhaft und tue meine Pflicht. Aber ich weiß, dass ich letztendlich nicht alles in der Hand habe. Dass da noch einer ist, auf den ich mich verlassen kann und der mich stärkt. Aber auch einer, der vieles im Leben anders geschehen lässt, als ich es geplant habe oder mir wünsche. Leichtigkeit heißt, das Vertrauen zu haben, dass Gott an meiner Seite ist und dass ich auch angenehme und unangenehme Überraschungen mit ihm zusammen besser meistern kann. Ich kann ihm meine Sorgen und Ängste, alles was mir wichtig ist und alle Personen, die mir am Herzen liegen, anvertrauen. "Sorge du mit, ich kann es nicht allein!"


Steffi Hoffmann

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23.08.2010 08:26
#20 RE: Worte für den Tag Zitat · antworten

Montag, 23.08.2010 - "Entschleunigung"

Tempo 70 – das war das Erste, was mir auffiel, als wir die Autobahn verließen und durch Ostfriesland zu unserem Urlaubsdomizil fuhren. Fast jede Landstraße auf 70 begrenzt. Und das Verrückte: Die Leute hielten sich daran, ohne Radarfalle oder Polizei weit und breit. Wenn uns dann doch Autos an der Stoßstange klebten oder eilig überholten, dann waren das – dem Kennzeichen nach zu urteilen – Urlauber. Wenn die keine Zeit haben, wer dann. Nun ja, Ostfriesen werden einige Eigentümlichkeiten nachgesagt, aber ich begann, dieses gemäßigte Tempo zu genießen. Wir hatten ja Urlaub. Bei verringerter Geschwindigkeit boten sich Aussichten, an denen wir sonst vorbei gerauscht wären. Dort eine Windmühle, hier zwei Fasane, die am Feldrand Futter suchten, oder einfach die friesische Landschaft in ihrer kargen Schönheit.

Kaum wieder zu Hause, merke ich: Hier ist das Lebenstempo höher. Es wird gerast, gedrängelt und rasant überholt. Auch ich trete wieder auf's Gas und halte mit. Warum eigentlich? Wer hetzt mich? Warum lasse ich mich hetzen? In meinem Bekanntenkreis leiden mehrere Personen an einem Burnout. Zu schnell gelebt? Zu viel hineingepackt in die Tage, Stunden und Jahre? Zuviel gleichzeitig gemacht? Nie inne gehalten? "Wer schneller lebt, ist eher fertig." Ein kluger Spruch. Aber ich merke, wie ich selber immer wieder in diese Falle tappe.

Wie gut bekommt es mir, am Morgen eine Auszeit zu nehmen, Augenblicke mit Gott im Gebet zu verbringen. Wie ein gemütlicher Rastplatz an der Autobahn ist das. Rechts ranfahren, aussteigen und im Grünen ein Pausenbrot genießen, während der Verkehr vorüberrauscht. Und doch passiert es mir, dass ich genau diese Zeit beschneide, weil so viel zu erledigen ist. Von Martin Luther heißt es, dass er mehr Zeit zum Beten eingeplant hat, wenn viel zu tun war. Darin lag sein Geheimnis, sein Pensum zu bewältigen. Ich wünsche mir und Ihnen solche Augenblicke mit Gott, zum Innehalten und Neubestimmen des Lebenstempos. Vielleicht hilft ein kleines Geschwindigkeitsbegrenzungsschild auf der Uhr oder dem Kalender, als Erinnerung, nicht am Leben vorbei zu hetzen.


Pfarrer Michael Schubach

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