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Dieses Thema hat 29 Antworten
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Elli Offline

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15.09.2010 18:36
Abendsegen Zitat · antworten

Mittwoch, 15.09.2010

Die Heilige Schrift vieler Inder ist die Bhagavadgita – eine Sammlung von Weisheitsliedern,
die auch uns viel zu sagen haben. Eine der zentralen Lehren ist, dass unser Tun nicht durch
bloße Lohnsucht und Fixierung auf Erfolg bestimmt sein soll. Das gilt auch für die tägliche
Arbeit. So heißt es:


Das Werk zu tun sei dein Beruf, nicht kümmre dich’s, ob es gelang.
Begehre nie der Taten Frucht, doch fröne nicht dem Müßiggang.
Ergebungsvoll tu jedes Werk und frei von irdischer Begier.
Ob gut, ob schlecht der Ausgang sei, bewahre stets den Gleichmut dir.
Erhaben über alles Tun, für immer die Erkenntnis bleibt.
In der Erkenntnis suche Schutz: verächtlich ist, wen Lohnsucht treibt.


So selbstlos und gelassen werden wir wohl nicht immer sein. Aber dass wir uns den
Gleichmut bewahren, auch wenn der Lohn für unsere Mühe einmal ausbleibt – das wünsche
ich uns. Und nun: eine gesegnete Nacht


Quelle: Bhagavadgita, II. Gesang, Verse 47-49 (Nach der Übersetzung von Robert
Boxberger, Stuttgart 1955).

Patrick Diemling, MTh

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Elli
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Elli Offline

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16.09.2010 17:47
#2 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Donnerstag, 15.09.2010

Alles lässt sich erklären, denken wir heutzutage und eines Tages werden wir auch
alles wissen über die Gesetze des Kosmos und die Entstehung des Lebens. Dann
wird es keine Geheimnisse mehr geben. Der große Albert Einstein war da anderer
Meinung. Er fand, dass die Welt immer wunderbarer wird, je mehr man von ihren
inneren Gesetzen versteht. Er schrieb:


Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des
Geheimnisvollen. Wer dies nicht erlebt hat, erscheint mir doch wie ein Blinder.
Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist
Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur in
schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität. Es ist mir genug, diese
Geheimnisse staunend zu ahnen und zu versuchen, von der erhabenen
Struktur des Seienden in Demut ein mattes Abbild zu erfassen.


In der Physik werden wir an Albert Einstein wohl nie herankommen. – Aber im
Staunen könnten wir doch mit ihm wetteifern. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht
unter Gottes Segen.


Albert Einstein, Zeiten des Staunens, hrsg. Harald Schützeichel, Herder, Spektrum,
Freiburg 1993

Angelika Olbert

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17.09.2010 17:58
#3 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Es gibt Menschen, die gute Laune verbreiten, wo immer sie auftauchen. Sie sind auf
ansteckende Weise fröhlich. Wie soll man sie beschreiben? Man merkt, sie leben
gern. Aber „lebenslustig“ wäre nicht ganz treffend. Sie sprühen vor Lebensfreude.
Das ist es. Mir fallen solche Menschen ein, wenn ich einen Spruch lese, den jemand
groß an eine Wand gesprüht hat.

Möge der Tod uns lebendig finden
und das Leben uns nicht tot.

Graffiti in Kassel, zitiert nach „Hoffnungstexte“, Radius Verlag, 1985

Da möchte jemand, dass wir uns nicht vor der Zeit schon lähmen lassen, als sei alles
vorbei. Sich vergewissern, dass er quicklebendig ist und andere das auch sein
sollen. Selbst wenn es ihnen im Moment gar nicht so gut geht. So kann man das
Leben feiern. Feiern wir doch mit
Eine gute Nacht.


Wolfgang Fietkau

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20.09.2010 20:55
#4 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Montag, 20.09.2010

Sie war schwer krank und ist wieder gesund geworden. Das war nur möglich, schreibt Christa
Schneider, weil sie gelernt hat, sich selbst zu lieben. In ihrem Buch „Ich bin ein glückliches
Gotteskind“ sagt sie im Zwiegespräch mit Gott:
Ohne Selbstliebe (…) schaffe ich finstere Stellen in mir, in denen Du nicht einkehren
darfst. So muß ich nach und nach alle dunklen Flecken in meinem inneren Tempel
entdecken und belichten, bis ich immer mehr Offenbarung Deiner Liebe bin. Selbst in einer
lieblosen Umgebung können wir erfüllt von Liebe sein. Mangelt es uns dagegen an
Selbstliebe, dann werden wir auch in der liebevollsten Umgebung krank.
Sich selbst lieben – das heißt nichts anderes, als der Liebe Gottes in uns Raum geben. Dann
können wir auch unsere Fehler und Schwächen akzeptieren und müssen nicht mehr der
Anerkennung durch andere Menschen hinterherhecheln. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete
Nacht.


Quelle: Schneider, Christa: Ich bin ein glückliches Gotteskind, Christa-Falk-Verlag (3.
Auflage) 1991, 97.

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21.09.2010 20:33
#5 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Dienstag, 21.09.2010

Die Anschauungen über das Alter verändern sich rasch. Der italienische Jurist Norberto
Bobbio, Jahrgang 1909, schrieb: „Wer das Alter preist, hat ihm noch ins Gesicht
gesehen!“ Dennoch hält er fest:
„Die Zeit des alten Menschen ist die Vergangenheit. Der große Reichtum liegt in der
wunderbaren Welt der Erinnerungen. Wunderbar wegen der Vielfalt, die sie bereithält. Bilder
von Gesichtern, die verschwunden waren, von Orten, die man vor Jahren besucht hat…dieser
große Schatz…wenn du in einer schlaflosen Stunde in ihm herumstöbern möchtest, versäume
es nicht, weiter zu graben. Jedes Wort, das du wieder findest, hilft dir zu überleben.“
Gott allen Trostes und aller Verheißung, segne und behüte uns Alte und Junge. Lass dein
Angesicht in dieser Nacht leuchten über uns und sei uns gnädig.


Autor Norberto Bobbio
Titel Vom Alter
Verlag, Ort, Jahr Piper Verlag, München 1999

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23.09.2010 19:04
#6 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Donnerstag, 23.09.2010

Unverkennbar, es ist Wahlkampf. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Finanzkatastrophe kriecht
weiter. Was bleibt den Wählenden zu wählen? Der Dichter Kurt Marti fürchtet sich in einem
Gebet vor
„Ermattung“
„Schon sag auch ich: Was soll’s?
Schon pass ich weniger auf, wo Einspruch nötig wäre.
Schon pass ich mich an und denke: Warum immer ich?
Auch habe ich’s satt, nur immer bei den Verlierern zu sein.
Langsam schwinden meine Kräfte.
Dass nochmals neue wachsen, ist wenig wahrscheinlich in meinem Alter…
es wäre denn…Es sei denn, sie kämen von Dir.“
Gott behüte uns auf dem Weg durch diese Nacht, er stärke uns, wenn Zweifel an uns nagt, er
halte uns, wenn der Schlaf uns umhüllt.


Autor Kurt Marti
Titel Der Heilige ist keine Zimmerlinde
Verlag, Ort, Jahr Radius Verlag Stuttgart 2000

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24.09.2010 19:55
#7 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Freitag, 24.09.2010

Träume sprengen die Grenzen unserer Erfahrung. Manchmal sind sie
etwas ganz Besonderes. Sie begleiten uns auch, wenn wir wach sind.
Die Bibel erzählt von großen Träumen der Menschheitsgeschichte, in
denen die Träumenden eine große Nähe zu Gott haben. So wie Jakob,
der von der Himmelsleiter träumt. Davon erzählt das 1. Buch Mose.
„Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit
der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf
und nieder. Und der Herr stand oben drauf und sprach: Ich bin der Herr,
dein Gott.“ (Gen 28,12-13)
Dieser gute Traum von Gott auf der Himmelsleiter lässt Jakob am
Morgen getrost aufwachen und er kann weitergehen. Auf den Spuren
seines Traumes. Auch wenn er in der Nacht mit seinem Kopf nur auf
einem harten Stein lag unter freiem Himmel.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Nacht und einen guten Morgen.
Schlafen Sie gut.


Johanna Friese

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28.09.2010 17:55
#8 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Dienstag, 28.09.2010

Ganz still ist es in der Stadt nie. Aber ich könnte vor dem Schlafengehen
doch versuchen, es etwas stiller werden lassen – alle Geräte ausschalten,
meinen Ohren Ruhe gönnen. Stille. Es tut mir gut, gleich bin ich etwas
besser bei mir selbst – und vielleicht auch etwas näher bei Gott. So hofft
das Rainer Maria Rilke in einem Gedicht, in dem er sich nach der Stille
sehnt.

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen.
Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an den Rand dich denken
Und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.

Ihnen einen stillen, dankbaren Abend und eine geruhsame Nacht unter
dem Segen Gottes.


Rainer Maria Rilke, Die Gedichte, Insel Verlag, Frankfurt a. M., 19873.
Johanna Friese

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30.09.2010 20:33
#9 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Donnerstag, 30.09.2010

Früher waren die Nächte wirklich dunkel – und sicher manchmal auch unheimlich. Man
merkt es dem Abendlied an, das Johann Rist im 17. Jahrhundert geschrieben hat. Es ist ein
Gebet um das Licht und den Trost Gottes. Auch wenn unsere Nächte so dunkel nicht mehr
sind, können wir einstimmen:
3. Dieser Tag ist nun vergangen,
Und die trübe Nacht bricht an;
Es ist hin der Sonne Prangen,
So uns all erfreuen kann.
Stehe mir, o Vater, bei,
Daß dein Glanz stets vor mir sei,
Mich umgebe und beschütze,
Ob ich gleich im Finstern sitze.
(…)
6. Laß mich diese Nacht empfinden
Eine sanft und süße Ruh;
Alles Übel laß verschwinden,
Decke mich mit Segen zu.
Leib und Seele, Mut und Blut,
Weib und Kinder, Hab und Gut,
Freunde, Feind und Hausgenossen
Sei'n in deinen Schutz geschlossen.
(…)
Höre doch mein sehnlich Flehen.
Amen, ja das soll geschehen.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Nacht und morgen einen guten Start in den Tag


Quelle: Johann Rist, Werde munter mein Gemüte, in: Ev. Gesangbuch, Berlin 2000,
Nummer 475.


Patrick Diemling

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01.10.2010 18:08
#10 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Freitag, 01.10.2010

Im Alltag haben wir ein gutes Gespür dafür, welche Nähe wir zu anderen Personen
einnehmen und welchen Abstand wir halten. Das zeigt sich fast immer im Fahrstuhl,
wenn alle eine etwas ungewöhnliche Nähe zu anderen Menschen bekommen. Sie
sehen dann schweigend beiseite oder zeigen einen etwas gequälten Humor. Die
Autorin Anne Steinwart spielt darauf an, dass Nähe und Abstand sich die Waage
halten sollten:

Komm näher, mein Freund,
noch näher. Sonst muß ich erfrieren.
Nicht so nah, du Freund du,
nicht so nah. Atmen muß jeder für sich.

Anne Steinwart, Rechte bei der Autorin.
Zitiert nach „Mein Herz hat Flügel“, Verlag am Eschbach, Eschbach.


Dem anderen noch die Luft lassen, die er braucht. Das gilt auch innerhalb der
Familie. Die Kinder halten manchmal einen so großen Abstand, dass Eltern schon
mal mehr Nähe wünschen. Andererseits sind es oft die Eltern oder ein Elternteil, die
den Kindern zu dicht auf die Pelle rücken. Beides soll gelten, Abstand und Nähe,
möglichst ausgewogen und je nach Altersstufe angemessen. Das wünschen wir uns.
Das wünsche ich Ihnen.
Und eine gute Nacht.


Wolfgang Fietkau

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02.10.2010 19:05
#11 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Samstag, 02.10.2010

Der Dichter Christian Morgenstern (gest. 1914) hat einmal gesagt: “Es gibt nur einen
Fortschritt – nämlich den in der Liebe. Und er führt in die Seligkeit Gottes selbst hinein.”
In unserer Zeit gerät es oft in Vergessenheit, dass es nicht nur auf den materiellen oder
technischen Fortschritt ankommt, sondern auch auf unsere innere Entwicklung. So lehren es
alle Religionen. Auch bei einem Meister aus dem Orient steht zu lesen:

Der einzige echte Fortschritt war zu allen Zeiten der Fortschritt der Liebe. Die einzige
Veränderung, die erstrebenswert ist, ist die Veränderung des Herzens zum Guten, zur Liebe.
Was die Menschen ‘Fortschritt’ nennen, ist nur eine Verbesserung ihrer Werkzeuge. Sie
dürfen darüber nicht den echten Fortschritt vergessen, nämlich die Bildung der Herzen, die
sich der Werkzeuge bedienen.


Fortschreiten in der Liebe – wie sollen wir uns das vorstellen? Wohl so: Dass wir auch da
liebevoll bleiben, wo es uns schwer fällt. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Nacht.

Quelle: Paungger, J. / Poppe, Th.: Die Mondgymnastik. Sanfte Übungen für natürliche
Gesundheit im Wellenschlag von Mond- und Naturrhythmen, München (4. Auflage) 2004,
60f


Patrick Diemling

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04.10.2010 20:01
#12 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Montag, 04.10.2010

Bahnbrechende Entwicklungen in der Musik verdanken wir dem Komponisten Arnold
Schönberg, der als Jude aus Wien und Berlin vertrieben wurde. Der Tradition biblischer
Lieder ist er treu geblieben, hat selbst auch Psalmen gedichtet.
Zeilen aus seinem Psalm No 1:
Wenn ich Gott sage, weiß ich, dass ich damit von dem Einzigen, Ewigen,
Allmächtigen, Allwissenden und Unvorstellbaren spreche,
Von dem ich mir ein Bild weder machen kann noch soll…
Und trotzdem bete ich,
Deine Gnade hat uns das Gebet gelassen,
Als eine Verbindung, eine beseligende Verbindung mit Dir.
Als eine Seligkeit, die uns mehr gibt
Als jede Erfüllung.
Gott segne uns und alle Menschen und alles, was den Hauch des Lebens in sich trägt. Unsere
Zeit stehe in seinen Händen.

Autor Arnold Schönberg
Titel Psalm No 1
Quelle Gebete der Dichter, ausgew. v. Alfons Weimer,
Verlag Patmos, Düsseldorf 2006,
Mit Genehmigung, Schott Music GmbH & Co KG, Mainz


Helmut Ruppel

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07.10.2010 18:47
#13 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Donnerstag. 07.10.2010

Wie wirr sind manche Tage doch: Hier gibt es ein Missverständnis, dort eine unnötige
Aufregung, hier geht was kaputt, dort hat man was vergessen – so fühlt sich das
Leben ziemlich durcheinander an. Was für ein Glück, dass dann am Abend
wenigstens Ruhe einkehrt, in die Straßen, in die Häuser und am besten auch ins
eigene Herz. Über Nacht mag es sich doch manches glätten, was uns heute die
Seele zerknittert hat. Dass es so sei, darum bittet Christian Morgenstern in einem
Abendlied:

O Friede, der nun alles füllet,
erfüll auch uns mit süßer Ruh,
und bis ein Tag sich neu enthüllet,
deck uns mit trauten Träumen zu.
Wie manches, was des Tages Wille
mit rechter Klarheit nicht ergreift,
dem hilf, dass es in deiner Stille
zu freundlicher Vollendung reift!

Eine gute Nacht wünsche ich Ihnen unter Gottes Segen und morgen einen
freundlichen Tagesbeginn.

Christian Morgenstern, Gesammelte Werke in einem Band, Piper, München 1989

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08.10.2010 20:16
#14 RE: Abendsegen Zitat · antworten


Freitag, 08.10.2010

Karl May hat nicht nur Winnetou und Old Shatterhand erfunden. Er hat auch Abendgebete
geschrieben. Sie verraten, dass auch der große Erfinder von Abenteuerromanen nicht frei von
Ängsten war. –Aber er wusste, an wen er sich in der Unruhe seines Herzens wenden konnte:

Herr, bleib bei uns! Es will die Nacht sich neigen;
die Sonne sank schon längst hinab zur Ruh.
Herr, bleib bei uns! Es will kein Stern sich zeigen,
und tiefes Dunkel deckt die Erde zu.
Warst du bei uns, als uns der Tag noch glühte
und uns sein Strahl hell in das Aug gelacht,
so sei und bleib bei uns, Herr, und behüte
durch deine Engel uns auch in der Nacht!

Hell und dunkel wird es nicht nur draußen am Himmel,
hell und dunkel erleben wir auch immer wieder in uns selbst –
und dürfen gewiss sein: auch im Dunkel sind wir nicht allein.
Ich wünsche Ihnen eine behütete Nacht unter Gottes Segen.

(K. May, Abendgebet, in: R. Schönbach (Hrsg.), Himmelgedanken. Gedichte von Karl May:
Reprint der ersten Buchausgabe Freiburg 1900, Verlag Books on Demand, Norderstedt 2005


Katharina Mühling

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14.10.2010 19:30
#15 RE: Abendsegen Zitat · antworten

14. Oktober 2010, Donnerstag

Im Alltagsleben bewegen wir uns wie in einer Ebene. Manchmal wünschen wir uns,
einen Aussichtsturm besteigen zu können, um eine bessere Übersicht zu haben. Am
deutlichsten zeigt sich das natürlich in den Ferien, im Urlaub. Wir gewinnen Abstand,
wenn wir unsere vier Wände verlassen können. Und dann sehen wir unseren
eigenen Alltag auch wieder klarer. Ein chinesisches Sprichwort sagt:

Wer nicht dann und wann auf einen hohen Berg steigt,
der lernt die Ebene nicht kennen.

Chinesisches Sprichwort

Das ist nicht nur etwas für Kletterer im Urlaub. Auch wer auf Dauer ans Bett gefesselt
ist, kennt die Wahrheit dieses Wortes: Schon, wer aus dem Zimmer auf die Terrasse
geschoben wird, erst recht beim Ausfahren in den nahen Park, kennt diese
Horizonterweiterung. Sie ist aufregend.
Ich wünsche uns, dass wir immer wieder Gelegenheit bekommen, aus der Ebene
des Alltags von Zeit zu Zeit auf so einen „Berg“ steigen zu können, also etwas
„Erhebendes“ zu erfahren.
Eine gute Nacht


Wolfgang Fietkau

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09.11.2010 17:16
#16 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Dienstag, 9.11.2010

Lästig, wenn man sich mit einer Erkältung durch den Tag schleppen muss.
Hoffentlich geht das schnell vorbei, denken wir. Aber für Andere, die ernsthaft krank
sind, geht die Schwäche nicht so schnell vorbei. Sie müssen lernen, mit der
Krankheit zu leben. Müssen Geduld lernen - und dann verstehen sie vielleicht
Manches besser, was den Gesunden verborgen bleibt. So sagt es der französische
Schriftsteller André Gide:

Ich glaube, dass die Krankheiten Schlüssel sind,
die uns gewisse Tore öffnen können.
Ich glaube, es gibt gewisse Tore,
die einzig die Krankheit öffnen kann.
Es gibt jedenfalls einen Gesundheitszustand,
der es uns nicht erlaubt, alles zu verstehen.
Vielleicht verschließt uns die Krankheit einige Weisheiten;
ebenso aber verschließt uns die Gesundheit andere
oder führt uns davon weg,
so dass wir uns nicht mehr darum kümmern.


Kranksein – das ist nicht halbes Leben. Es ist anderes Leben. Es führt uns zu
anderen Einsichten. Die haben auch ihren Sinn.
Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht – guten Schlaf, auch wenn Sie gerade krank sind
– und ein Aufwachen voller Zuversicht.
André Gide, Gesammelte Werke, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1989
Übersetzer. Martin Schäfer-Rümelin




Angelika Olbert

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11.11.2010 20:16
#17 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Donnerstag, 11.11. 2010

Das schönste Wort ist auch das am meisten abgenutzte und missbrauchte: die
„Liebe“. So viel ist damit gemeint. So wenig denken wir darüber nach, was wirklich
gemeint sein könnte. Und die Liebe Gottes – die ist uns oft noch unklarer als unsere
menschliche Liebe. Wie ist sie beschaffen?

Ich mag die Erklärung, die der schwäbische Pfarrer Theophil Askani versucht hat:
Die Liebe hat keine Gewalt, sie ist wehrlos,
das weiß eine Mutter,
und wer das Schicksal einer Ehe vor Augen hat,
der weiß es auch.

Wer am meisten liebt, kann sich am wenigsten wehren.
Auch die Liebe Gottes ist wehrlos.
Man kann sie verlachen, vergessen und mit Füßen treten,
aber man kann sich auch darin bergen.
Sie hat keine Gewalt, aber sie hat Kraft,
das ist ein Unterschied.

Die Liebe – eine wehrlose Kraft. Auch Gottes Liebe. So mag es sein. Ich wünsche
Ihnen eine gute Nacht, in der sie sich ganz geborgen fühlen.
Aus: Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für die Ev. Landeskirche in Württemberg
Gesangbuchverlag Stuttgart 1996
dort kein weiterer Nachweis

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16.11.2010 20:04
#18 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Dienstag 16.11.2010

Immer bleibt uns noch etwas zu wünschen übrig: Die Gesundheit könnte stabiler
sein, die Kollegin netter, der Sohn fleißiger und der Kontostand höher. Fast immer
kreisen unsere Gedanken um irgendeinen Mangel. Haben es andere da nicht viel
besser? So kommt es uns vielleicht vor, aber eigentlich gilt doch für alle, was Kurt
Tucholsky in seinem Gedicht vom Ideal sagt:
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
Hast du die Frau, dann fehl’n die Moneten –
Hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
Bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.
Etwas ist immer.
Tröste dich:
Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Dass einer alles hat:
das ist selten.
Das ist mal so: So lange wir leben, wird uns etwas zu wünschen übrig bleiben. Kein
Grund, deswegen den Humor zu verlieren. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht unter
dem Segen Gottes.

Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke, Rowohlt, Reinbek 1960


Angelika Obert

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17.11.2010 17:52
#19 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Mittwoch, 17.11.2010

Viele stimmt es wehmütig, wenn die Blätter welk und die Bäume kahl werden – es ist
ja ein Zeichen für die Vergänglichkeit des Lebens. Ein Herbstgedicht von Rainer
Maria Rilke sinnt dieser Traurigkeit nach und findet Trost:

Die Blätter fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sie dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.


Ein schöner Gedanke: Auch im Fallen und Vergehen werden wir gehalten. Wir
brauchen keine Angst zu haben. Eine gute Nacht wünsche ich Ihnen unter dem
Segen Gottes.

Rainer Maria Rilke, Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens, Gedichte, Insel,
Frankfurt/Main 1953


Angelika Obert

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18.11.2010 19:24
#20 RE: Abendsegen Zitat · antworten

Donnerstag 18.11.2010

Nicht helfen zu können, wo man gern helfen möchte,
ein Problem einfach nicht lösen zu können,
das kann einem schon schlaflose Nächte bereiten.
Wie kommt da wieder raus?
Doch nur mit Geduld und Gottvertrauen.
Der schwäbische Pfarrer Christoph Blumhardt hat einmal gesagt:

Gott kann sich an deine Seite stellen.
Oder kann dir einen Engel neben dich geben,
der tut, was du nicht kannst.


Es hängt nicht alles von uns ab. Gerade wenn unsere Gedanken immer aufs Neue
unruhig um irgendein Problem kreisen, sollten wir vielleicht ein bisschen zurücktreten
und Platz machen für den Engel, den Gott uns zur Seite stellen kann. Der hat sicher
einen längeren Atem als wir.
Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht – getrost unter dem Segen Gottes.

Aus: Wurzeln, die uns tragen. Für jeden Tag ein gutes Wort, Hrsg. Barbara und
Hans Hug, Kreuz, Stuttgart2009


Angelika Obert

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