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Frannys Hanne Haller Fan-Forum

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Dieses Thema hat 26 Antworten
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Elli Offline

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Beiträge: 600

27.02.2011 10:00
#21 RE: Das Wort zum Sonntag Zitat · antworten

Rückschau:
Das Wort zum Sonntag vom 26. Februar 2011,
gesprochen von Stephan Wahl

… interessiert?

"Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert? Und wenn ja, warum? Stichwörter genügen."

So heißt es in einem Text bei Max Frisch, dem Schweizer Schriftsteller.

Die Schlagzeilen lesen ist das eine, aber bin ich wirklich an dem interessiert, was sich da unten in Nordafrika oder wo auch immer auf der Welt ereignet? Hauptsache, der Benzinpreis steigt nicht weiter.

Bis jetzt war es doch eigentlich egal, dass in Libyen eine Diktatur regiert, die null freie Meinungsäußerung zulässt. Mancher Staatsmann schämt sich jetzt für die netten Fotos mit Gaddafi. Pervers, dass wir jetzt Flugzeuge nach Libyen schicken, um unsere Staatsbürger zu evakuieren, und gleichzeitig Flüchtlinge aus Libyen genau dorthin wieder zurückschicken.

Europa bekommt zwar noch nicht einmal eine Resolution hin, legt aber großen Wert darauf, dass aus keinem der Mitgliedsstaaten zurzeit Waffen nach Libyen verkauft werden. Zurzeit!

2009 hat man noch über dreihundert Millionen Euro damit verdient. Die Gewehre, die heute auf die Demonstranten schießen, kommen auch aus Europa. Es ist nicht zu fassen. Täglich verlieren Menschen ihr Leben, aber es scheint manchem europäischen Politiker wichtiger zu sein, sein Gesicht nicht zu verlieren, als sich eindeutig gegen Despotismus und Gewalt gegen das eigene Volk auszusprechen.

Wenn jetzt Menschen ihr Leben riskieren und verlieren, dann geht uns das eine Menge an. Es geht um Völkermord. Wir, als Industriestaaten, sind unersättlich mit unserem Hunger nach Energie und immer auf den Knien vor unserem Abgott Wirtschaftswachstum. Und dabei leider immer noch allzu bereit, korrupte, gewaltbereite Regimes und größenwahnsinnige Despoten zu dulden, oder schlimmstenfalls sogar sie zu hofieren, wenn es uns in den Kram passt.

Für Christen gibt es immer die Versuchung, die Lösung dieser heftigen Probleme
auf den lieben Gott abzuschieben. Er wird die Welt sowieso erlösen, wir müssen nur Geduld haben und alles ist nur vorläufig. Also: lasst uns für die armen unterdrückten Menschen beten.

Das sollten wir auch und tun wir auch, aber das ist nicht genug. Gott korrigiert nicht immer unsere selbstgemachten Fehler. Er nennt das Sünde. Im katholischen Gottesdienst, morgen am Sonntag, spricht die Bibel von Gott, "… der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird." (1 Kor 4,5) Das passt.

Gott hat uns Verstand, Willen, und vor allem Freiheit gegeben, um sie zu nutzen. Um damit für die Freiheit und Würde der Menschen überall auf der Welt einzutreten. Auch wenn das Verzicht bedeutet, auch wenn das ganz konkret heißt, dass ich an der Tankstelle eventuell ein paar Cent mehr pro Liter hinlegen muss.

Das kann aber auch heißen, Protestaktionen von Pax Christi oder Amnesty International zu unterstützen oder an den eigenen Abgeordneten zu schreiben, um ihn daran zu erinnern, dass Freiheit ein höheres Gut ist als Wirtschaftswachstum. Und dass wir bereit sein sollten, großzügig Flüchtlinge bei uns aufzunehmen.

Also: Beten und Handeln. Beides. Hellwach bleiben.

"Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?"

Die Antwort ist: Ja.

Dazu wünsche ich Ihnen Kraft und Gottes Rückenwind und Segen!

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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Beiträge: 600

17.04.2011 09:10
#22 RE: Das Wort zum Sonntag Zitat · antworten

Rückschau:
Das Wort zum Sonntag vom 16. April 2011,
gesprochen von Michael Broch

Inkonsequent – aus Liebe!

Du bist inkonsequent! – Das ist nicht gerade ein Kompliment, wenn man das zu jemandem sagt. Inkonsequent, das ist – wer hätte das gedacht – auch ein Erkennungsmerkmal Jesu. Er ist inkonsequent – aus Liebe! Und das bis zu seinem gewaltsamen Tod am Kreuz. Mit dem Palmsonntag beginnen die letzten Tage im Leben Jesu. Das steht in den Evangelien im Neuen Testament.

Dort ist auch nachzulesen, wie er sehr aufgebracht einmal gesagt hat: "Wer mich vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen." (Matthäus 10,33) Aber Jesus macht seine Ankündigung dann doch nicht wahr. Er verleugnet seine Gefährten nicht. Obwohl sie ihn – bis auf einige Frauen – alle verlassen hatten. Er gibt ihnen eine unglaubliche Chance und betraut sie mit wichtigen Aufgaben in der jungen Kirche. Er ist inkonsequent – aus Liebe!

Was ist das für eine Mannschaft gewesen, die Jesus da zusammengestellt hatte? Bei der Auswahl hat er jedenfalls keine Gesinnungstests angestellt. Auf bürgerliche Wohlanständigkeit hat er keinen Wert gelegt. Welchen Ruf jemand hatte, ist ihm völlig gleichgültig gewesen. Also konnte man mit einer illustren Gesellschaft rechnen.

Da ist Petrus, ein einfacher Mann und bodenständiger Fischer. Matthäus, Zöllner und Beamter der bei den Juden verhassten römischen Besatzungsmacht. Judas, Mitglied einer extremistischen Bewegung, die gegen die römischen Besatzer kämpfte. Dann die Frauen um Jesus. Nicht wenige von ihnen waren alleinstehend, bettelarme Witwen, Frauen, die sich nur als Prostituierte über Wasser halten konnten und die in ihren Dörfern wie Aussätzige behandelt wurden.

Die Gesellschaft um Jesus ist also ein ziemlich bunter Haufen gewesen. Jede und jeder hatte so seine eigene Beziehung zu Jesus. Trotzdem sind sie ihm gefolgt, so unterschiedlich sie auch waren.

Inkonsequent – aus Liebe! Ein Erkennungsmerkmal Jesu, für uns eine mögliche Herausforderung. Ich habe das selber so erlebt. Da ist ein Ehepaar, das hat erhebliche Schwierigkeiten in seiner Beziehung. Doch die beiden gehen nicht sofort auseinander. Sie schauen, wie viel Liebe sie noch füreinander haben. – Oder in der Familie: Das heiß geliebte Söhnchen bringt die Eltern zur schieren "Weisglut". Aber mit der vorgesehenen Strafe wird es dann doch nichts. Sie ziehen es vor, der Nachsicht den Vortritt zu lassen – aus Liebe. Auch das gibt es: Ich bin "stinke sauer" auf meinen Freund. Doch nach einigen heftigen Auseinandersetzungen vertragen wir uns wieder – nach der Devise: "Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen."

Inkonsequent – aus Liebe! Ein Erkennungsmerkmal Jesu. Da fühl auch ich mich in meinem Glauben angesprochen. Wenn ich daran denke, wie schwach mein Glaube und wie wenig überzeugend mein Leben als Christ immer wieder ist – dann tut eine solche Botschaft gut, bis in die Seele hinein gut.

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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25.04.2011 11:18
#23 RE: Das Wort zum Sonntag Zitat · antworten

Rückschau:
Das Wort zum Sonntag vom 23. April 2011,
gesprochen von Michael Broch

Österliche Begegnungen sind diskret

"Wer tot ist, ist tot". Das ist unsere Erfahrung. Und nun soll da jemand vom Tod auferstanden sein. Die Auferstehung Jesu – das klingt auch noch nach zweitausend Jahren unglaublich.

Wie also kann ich mir das Unvorstellbare vorstellen? – Im Johannes Evangelium habe ich eine Spur entdeckt. Da hat sich Jesus nach seinem Tod seinen Freundinnen und Freunden mehrmals als Lebender zu erkennen gegeben. (Johannes 21,1-14)

Wenn ich die Ostergeschichten im Neuen Testament näher anschaue, dann fällt mir auf:

Jesus begegnet den Seinen behutsam dort, wo sie gerade sind – beim Fischen, im Garten, zuhause. Er zeigt sich ihnen in ihrem konkreten Lebensumfeld.

Dabei drängt er sich nicht auf, sondern lädt ein. Er überfällt sie nicht mit Forderungen, nicht zu zweifeln und endlich zu glauben. Nein, Jesus fühlt und empfindet mit ihnen. Und immer ermutigt er sie bei diesen Begegnungen: Habt keine Angst. Fürchtet euch nicht. Habt Frieden. Ich bin bei euch.

Und noch etwas fällt mir auf:

Jesus bleibt bei all diesen Begegnungen diskret. Er setzt bei seinen Freundinnen und Freunden etwas in Bewegung und entzieht sich ihnen wieder. Er lässt sie in Freiheit mit ihren neuen Erfahrungen umgehen.

All diesen Begegnungen gemeinsam ist das: Jesu Jüngerinnen und Jünger machen eine für sie lebenswichtige Erfahrung – Jesus ist nicht im Tod geblieben. Er lebt.

Wenn ich dem nachspüre, was das mit mir macht, dann denke ich an einen Menschen, den ich sehr gern habe, der aber weg ist und den ich vermisse. Ich kann es kaum erwarten, bis wir uns wieder sehen. Dabei mache ich die beglückende Erfahrung, dass wir uns – bei aller räumlichen Trennung – innerlich sehr nahe sind: im Geist, im Herzen, in allen Empfindungen und Gefühlen, die wir füreinander haben. Nahe auch, wenn wir im Gebet aneinander denken und uns so verbunden wissen. Er ist da, ohne wirklich da zu sein. Diskret, ohne einander festhalten zu wollen. – Aber auf einmal ist sie wieder weg – diese wunderbare innere Schau. Und ich wünschte, dass sie bald wieder kommt.

Solche Erfahrungen haben immer wieder auch mit meinem Glauben zu tun. Erfahrungen, die aber nicht dort zu finden sind, wo es sensationell, laut oder schrill zugeht. Die ich aber dort machen kann, wo ich still werde und nachdenklich, wo es diskret zugeht. Also dann, wenn die äußeren Dinge innerlich werden.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und frohes Osterfest.

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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15.05.2011 10:51
#24 RE: Das Wort zum Sonntag Zitat · antworten

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Das Wort zum Sonntag vom 14. Mai 2011,
gesprochen von Gereon Alter

"Feel your heart beat!"

"Feel your heart beat!" / "Spür, wie dein Herz schlägt!" Lena und den anderen Künstlern muss das in diesem Augenblick niemand sagen. Die sind in ihren Garderoben und werden ihren Herzschlag schon ganz kräftig spüren. Und auch den 36.000 Zuschauern hier in der Düsseldorfer Esprit-Arena wird der Puls gleich schneller gehen. – Was wär unser Leben ohne solche Augenblicke!

Wann haben Sie Ihren Herzschlag das letzte Mal so richtig gespürt? Vor einer Prüfung vielleicht oder bei einer Bewerbung? Bei einem Heiratsantrag oder vor dem ersten Kuss? Es gibt so viele Momente in unserem Leben, in denen sich unser Herz bemerkbar macht und wir uns so richtig lebendig fühlen! Gott sei Dank!

Was mein Herz heute Abend höher schlagen lässt, ist die Freude, dabei zu sein, diese Atmosphäre genießen zu können und dabei zu wissen: es ist alles andere als selbstverständlich, dass Menschen aus 43 verschiedenen Nationen friedlich und fröhlich miteinander singen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Teilnehmerländer sich als Feinde gegenüber standen, bestimmte Sprachen nicht vorkommen durften, Menschen heimlich zuschauen mussten, "politisch korrekte" Gegenveranstaltungen inszeniert wurden.

Und heute? – Ich hab mir einmal die Mühe gemacht, mir alle Liedtexte anzuschauen. Zum Glück gibt’s ja Übersetzungen. "Kommt … lasst uns aus dieser verrückten Welt ein neues Morgen machen" werden gleich die Dänen singen. Und als hätten sie sich abgesprochen, singt Nadine Beiler aus Österreich dann: "Zusammen bekommen wir das hin. Das Geheimnis ist in jedem von uns. Es heißt Liebe." Und die Bulgarin Poli Genova hat es beim Halbfinale auf ihre Weise bekräftigt: "Sie werden mir meinen Glauben nicht nehmen", singt sie, "Er ist da und er gibt uns Kraft. Er gibt uns den Mut, weiter zu gehen."

Ja, da ist etwas von Gottes Kraft spürbar, wenn Menschen sich nicht klein kriegen lassen und trotz aller Widerstände und Niederlagen eine solche Hoffnung haben – aus der dann Neues entstehen kann. Lassen wir uns anstecken von dieser Kraft und Zuversicht und von der Musik, die sie in uns wach und lebendig hält!

Dir, liebe Lena: Feel your heart beat! Genieß diesen großen Moment deines Lebens!

Und Ihnen, liebe Zuschauer: Viel Freude bei diesem Fest der Nationen!

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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22.05.2011 10:14
#25 RE: Das Wort zum Sonntag Zitat · antworten

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Das Wort zum Sonntag vom 21. Mai 2011,
gesprochen von Dr. Adelheid Ruck-Schröder

Mobilität und Unterbrechung

Urplötzlich mobilisiert die Kommissarin ihre Kräfte. Zuerst im Kopf. Man sieht ihr das an: Sie unterbricht sich kurz. Dann erst rennt sie los. Sie jagt dem Flüchtigen nach, rennt und rennt, kriegt ihn – oder bricht ab, außer Puste. Tatort ist Ludwigshafen. Die Schauspielerin heißt Ulrike Folkerts. Und weil sie so mobil ist, ist sie Patin der ARD-Themenwoche zur Mobilität geworden. Die startet morgen. Kommende Woche dreht sich dann im Ersten Programm (fast) alles um den mobilen Menschen:

Mobilität ist das Markenzeichen der Moderne: Nie kamen wir so schnell von a nach b wie heute. Nie waren wir so vernetzt wie heute. Nie waren wir so erreichbar wie heute. Und wer wirklich mobil sein will, hält sich auch noch körperlich beweglich. Wie Ulrike Folkerts.

Sie ist es aber auch, die die Hochstimmung für so viel Mobilität bremst. In einem Interview hat sie gesagt: Vielleicht – vielleicht lenken uns die vielen Möglichkeiten mobil zu sein vom Wesentlichen ab. Bei aller Mobilität könnten wir das Wesentliche verpassen in unserem Leben.

Wer mobil ist, muss nämlich auch anhalten können. Das vergessen wir leicht. Jede Autobahn hat Abfahrten und Rastplätze, jeder Computer hat eine Escape-Taste, jede Arbeitswoche beginnt mit einem Sonntag. Und bevor unsere Tatort-Kommissarin losrennt, muss auch sie erst mal anhalten. Sich kurz unterbrechen. Vielleicht eine andere Fährte verfolgen als bisher. Dann erst rennt sie los. Dieser kurze Moment der Unterbrechung. Der fasziniert mich. Ich glaube, wir mobilen Menschen brauchen Unterbrechungen. Das ist übrigens die kürzeste Definition von Religion: Unterbrechung. Die großen Köpfe des Christentums sind alle erst einmal jäh unterbrochen worden. Paulus wurde vom Pferd gerissen. Auf dem Weg nach Damaskus hat ihn Gott jäh unterbrochen und ihm eine ganze andere Richtung gezeigt. Oder Martin Luther: Er wurde wie im Gewitter von Gott überrascht. Hat seine Karriere als Jurist unterbrochen und wurde Mönch. Und am Ende hat er die ganze damalige Kirche mobilisiert und reformiert.

Religion ist Unterbrechung. Gott unterbricht mich – um mich neu zu mobilisieren.

Ich will Ihnen dazu etwas von mir erzählen: Ich bin ja schon zehn Mal umgezogen, komme mir also ziemlich mobil vor. Eins aber haben alle diese Umzüge gemeinsam: Sie haben mich erst einmal gar nicht mobilisiert, sondern massiv unterbrochen. Zum Beispiel mein letzter Umzug. Mein Mann hatte eine neue Arbeitsstelle gefunden. Sie war aber fünfeinhalb Bahnstunden von unsrem Wohnort entfernt. Wir sind dann mit unseren Kindern umgezogen. Das hört sich mobil an. Für mich war das aber erst einmal eine Unterbrechung. Ich musste schlicht und ergreifend anhalten. Abschied nehmen von meiner Gemeinde. Mich neu orientieren. Ich habe wieder eine sehr schöne neue Aufgabe entdeckt. Die hätte ich nie gefunden ohne diese Unterbrechung.

Die Kunst ein mobiler Mensch zu sein heißt für mich: Mich unterbrechen lassen. Wenn es Gott ist, der mich unterbricht, steckt die größte Chance drin. Davon bin ich überzeugt. Dann renne ich nämlich nicht am Wesentlichen vorbei. Ich bin gespannt auf die nächste Unterbrechung in meinem Leben.

Liebe Grüsse
Elli
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03.07.2011 10:13
#26 RE: Das Wort zum Sonntag Zitat · antworten

Rückschau:
Das Wort zum Sonntag vom 02. Juli 2011,
gesprochen von Ulrich Haag

Organspende

Sie heißen Ursula, Joachim und Robert. Sie sind verheiratet, sie haben Familie. Sie erzählen von ihrer Arbeit, ihrer Wohnung. Und davon, wie es war, als sich die schwere Erkrankung plötzlich bemerkbar gemacht hat. Dreimal in der Woche müssen sie sich seitdem an eine Maschine anschließen lassen, die ihr Blut reinigt. Weil die Nieren das nicht mehr können. Sie erzählen vom Warten auf eine Spenderniere. Und von den Leidensgenossen, die die Wartezeit nicht überlebt haben. 1000 Menschen sterben jährlich, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten – so die Internetseite für Organtransplantation. 12.000 warten – auf die Leber eines Anderen, die Niere, die Lunge, das Herz.

Ich möchte ihnen helfen. Eine Organspende ist gelebte Nächstenliebe. Zugleich ist mir mulmig. Was geschieht, wenn man mir nach einem tödlichen Unfall im letzten Moment ein lebenswichtiges Organ herausoperiert? Tot bin ich dann ja noch nicht. Es heißt zwar, dass ich unwiderruflich auf den Tod zugehe. Aber mein Herz schlägt noch. Diesen Zwischenzustand nennt die medizinische Fachsprache Hirntod. Doch wer garantiert mir, dass ich da nicht doch noch etwas fühle?

Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit, mit meinem Freund darüber zu reden. Der ist Arzt und hat mir erklärt, dass die Medizin bei der Entstehung des Lebens und an seinem Ende keine endgültigen Antworten parat hat. Doch kann sie mit Hilfe der modernen Technik – übrigens viel genauer als früher – bestimmen, wann das Fühlen, Denken und Empfinden eines Menschen vollständig erloschen ist, auch wenn seine Organe noch für wenige Stunden funktionieren.

Und was ist, wenn ich zum Beispiel beim Radfahren von einem Lastwagen überfahren werde und den Spenderausweis bei mir trage? Auch darauf gibt mein Freund eine klare Antwort. Bei einem Schwerverletzten wird nicht erst gecheckt, ist das ein Organspender oder nicht – und dann entschieden Ex oder Hopp, wir können seine Leber brauchen. Kein Arzt würde sich so verhalten! Niemals!
Alle Zweifel hat mir das Gespräch mit meinem Freund nicht nehmen können. Doch ist mir klar geworden, dass ich die letzten Stunden meines Lebens nicht planen kann. Da gibt es keine Sicherheit. Da muss ich loslassen, statt festzuhalten. Muss auf die Menschen vertrauen, die für mich sorgen. Und auf den, der am Ziel des Weges auf mich wartet.

Mein Freund hat immer ein paar Organspenderausweise auf Vorrat. Einen hat er mir in die Hand gedrückt. Den hier. Nun habe ich ihn unterschrieben. Ich habe lange gebraucht.

Vielleicht ist es ganz richtig, wenn der Staat seine Bürger in Zukunft gezielt nach dem entweder Oder fragt. Bei der Ausstellung eines Führerscheins soll zukünftig jeder erklären, ob er zu einer Organspende bereit ist oder nicht. Nur: Wenn man den Druck erhöht, sollte man gerade junge Menschen dazu befähigen, die Entscheidung auch wirklich zu treffen. Broschüren und Faltblätter reichen dazu nicht aus. Eher schon zwei drei gut vorbereitete Religionsstunden. Am meisten hilft wohl der Gedanke daran, dass mit jedem neuen Ausweis die Chancen auf Hilfe steigen – für Ursula, Joachim und Robert, und die, die mit ihnen warten.

Ihnen allen eine gute Nacht und einen gesegneten Sonntag.

Liebe Grüsse
Elli
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Elli Offline

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17.07.2011 11:50
#27 RE: Das Wort zum Sonntag Zitat · antworten

Rückschau:
Das Wort zum Sonntag vom 16. Juli 2011,
gesprochen von Gereon Alter

Verrückte Zeiten

Morgen Abend noch das Endspiel der Frauenfußball-WM, dann wird es kommen: das Sommerloch. Die Politiker sind schon im Urlaub, das kulturelle Leben ist runtergefahren, die Presse sucht bereits nach Themen. Zeit für die "Silly Season", "verrückte Saison", wie man in England sagt. Zeit für Seeungeheuer und Rheinkrokodile, für Problembären, Hinterbänkler und Außerirdische. – Ganz ohne Sensationen scheinen wir nicht zu können. Wir brauchen das Außergewöhnliche, das Spektakuläre.

In den Sommerferien soll mir das recht sein. Da hab auch ich meine Freude dran. Aber wenn ich so auf die letzten Monate zurück schaue: War das nicht auch eine "Silly Season"? Was für Stimmungsschwankungen haben wir da erlebt! Stuttgart 21, Atomausstieg, EHEC, Plagiate, Sommermärchen ... Rauf und runter sind die Emotionen gegangen. Wer vorgestern noch ein "Wutbürger" war, konnte sich gestern schon wieder an der Traumhochzeit in Monaco weiden.

Manchmal haben solche Stimmungsumschwünge ihr Gutes. In den arabischen Ländern zum Beispiel. Der "arabische Frühling" wäre nicht ausgebrochen, wenn sich nicht Menschen hätten mitreißen lassen. Da hat die Stimmungsmache Gutes bewirkt. Da sind Menschen wach geworden und haben sich füreinander eingesetzt.

Problematischer schon: der Hype um das EHEC-Bakterium. Bei aller Sorge um die Erkrankten, die natürlich berechtigt ist: was ist da für ein Schaden entstanden! Tonnen über Tonnen von Lebensmitteln sind vernichtet worden, nur weil keiner warten wollte, bis ein sicheres Ergebnis vorliegt.

Richtig gefährlich wird es, wenn unsere Anfälligkeit für Stimmungsschwankunen von Demagogen und Populisten ausgenutzt wird. In Ungarn zum Beispiel: da gewinnt eine extrem nationalistische, manche sagen neofaschistische Partei mit einem Mal 17 Prozent der Wählerstimmen. Oder in unserem Nachbarland, den Niederlanden: da kann ein Politiker eine fremdenfeindliche Aussage nach der anderen machen und hat erstaunlich viele hinter sich. Wer bewahrt uns vor solchen Verführungen?

Wir dürfen uns nicht nur von Stimmungen leiten lassen. Wir brauchen eine Basis. Wir brauchen eine Wertorientierung, die sich nicht von jetzt auf gleich in eine völlig andere Richtung verdrehen lässt. Eine Grundausrichtung, die verlässlich ist.

"Gib, dass in der Unbeständigkeit dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien, wo die wahren Freuden sind" heißt es in einem alten Gebet. Dem heiligen Ignatius von Loyola, einem großen Kenner der menschlichen Psyche, ist diese Unterscheidung besonders wichtig gewesen. Die Unterscheidung zwischen dem Unbeständigen, dem, was sich fortwährend wandelt, und dem, was Halt gibt und verlässlich ist.

Ich glaube, diese Unterscheidung wieder klarer zu bekommen, täte unserer Gesellschaft gut. Lassen wir das Sommerloch eine "Silly Season" sein, aber machen wir unser politisches und gesellschaftliches Handeln nicht zu einem verrückten Geschäft!

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommerzeit. Genießen Sie es, wenn jetzt alles etwas ruhiger wird. Und machen Sie ruhig mal was Verrücktes. Vielleicht entdecken Sie ja auf diesem Weg, was Ihrem Leben Halt und Zuversicht gibt.

Liebe Grüsse
Elli
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