Gibt es eine wirklich gute Nachricht zum Osterfest? Gutes Wetter soll uns begleiten. Auf ein paar freie Tage unter der Frühlingssonne haben schon viele gewartet. Doch manche aktuellen Ereignisse ziehen wie ein großer Schatten über die ungeteilte Freude: Diese schlimmen Kriege in Afrika; das Chaos in Japan...
Wo kann dort noch jemand achten auf die Blume am Wegrand, die ihr Gesicht zum Licht streckt? Das Leben entfaltet sich im Frühling, im wahrsten Sinne des Wortes. Und diese Ereignisse und ihre Folgen zerstören Leben. Es ist, als ob der Frühling von Sonnenfinsternissen begleitet wäre. Als ob die Zeit am Karfreitag stehen bleibt. Ratlosigkeit. Wie geht es weiter? Wie viele werden noch sterben? Die Hoffnung entgleist immer wieder.
Ratlosigkeit prägte auch damals die Gesichtszüge der Anhänger von Jesus. Nichts war ihnen geblieben von seiner Begeisterung. Ängstlich haben sie sich zurückgezogen in ihre Winkelchen. Karfreitag war ihr Alltag. Doch was da in einer Nacht mit ihnen geschah, war für sie die beste Nachricht, die man sich denken kann. Er lebt. Sein Kreuz ist nicht der Schlusspunkt.
Auch das Weizenkorn muss erst in die Erde gelegt werden und sterben, um Früchte zu bringen. Sein Leben lebt wieder auf. Die Frucht wird jetzt erst richtig sichtbar. Nein, die Kreuzigung ist nicht rückgängig gemacht worden. Sie bleibt das Symbol seines Sterbens, aber jetzt umso mehr Symbol seines Lebens. „Sie wollten ihn unter die Erde bringen, aber sie brachten ihn unter die Leute.“
Ostern, Fest der Auferstehung! Fest des Aufstehens gegen jede Endgültigkeit! Dass er auferstanden ist, dafür gibt es keinen Beweis. Es lässt sich nicht erfassen mit dem Verstand. Ostern ist nicht erklärbar wie eine mathematische Gleichung. Was wäre es eigentlich, wenn das ginge? Vielleicht etwas Alltägliches. Nein, Ostern ist die Quelle eines Lichtes von Gott. Nicht mein Maß über das Leben ist der Weisheit Schluss.
Ostern heißt alles Leben im Licht Gottes zu sehen. Auch das verletzte, geschundene, vernichtete Leben in Afrika und Japan und überall. Ein jüdischer Theologe dichtete einmal: „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt? Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht. Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.“
(Ostergedanken von Nikolai - Pfarrer Albrecht Mantei)